26/10  Finunctional Food

Kategorie: Allgemein    Von Heinrich von Grünigen um 20:07

Da war noch diese Meldung in der HandelsZeitung von letzter Woche: Der Milchverarbeiter Emmi ist unzufrieden, weil in der Schweiz (noch) nicht möglich ist, was es in Holland und Schweden bereits gibt. Dort bezahlen die Krankenkassen für Lebensmittel, denen man eine gesundheitsfördernde Wirkung nachsagt, sog. Functional Food, das z.B. das Cholesterin senkt.

Margarine oder die kleinen Joghurt-Drinks, die den lieben Kachelfrosch so munter machen und vor Grippe schützen, sollen künftig auf Krankenschein zu posten sein? Schön wärs, dann hätte man jedenfalls einen schmackhaften Gegenwert für die alljährliche Erhöhung der Prämien!

Aber halt: Das Bundesamt für Gesundheit BAG zögert. Zuerst müssten – wie bei jedem anderen Medikament – Wirksamkeit, Zweckmässigkeit und Wirtschaftlichkeit der Produkte sorgfältig abgeklärt sein. (Die Frage nach der Wirtschaftlichkeit dürfte sich für den Produzenten eindeutig beantworten, nach Ansicht der Experten besteht hier ein jährliches Wachstumspotenzial von 20%!) Dann stellt sich aber noch die Frage, ob der Genuss zu Lasten der Grundversicherung gehen soll oder ob dafür ein Zusatz-Abschluss nötig wird.

Die EU ist da schon weiter. Hier werden die Gesetze vorbereitet, welche den Markt öffnen für Nahrungsmittel, deren gesundheitsfördernde Wirkung durch die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (Efsa) zertifiziert werden kann. Eines ist sicher: Solange wir nicht in der EU sind, muss ich mein Joghurt noch nicht in der Apotheke kaufen.


2 Kommentare zu “Finunctional Food”

  1. philippe sagt:

    Da sieht man, wo uns die EU hinführen würde..

  2. ja, je weiter man sich mit der Sache beschäftigt, umso unglaublicher wird alles
    http://www.kaeseplatte.com/kase-und-gesundheit/functional-food-ein-versuch-der-begriffsklarung

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