26/6  Genug trinken

Kategorie: Allgemein    Von Heinrich von Grünigen um 22:30

Bei dieser Temperatur, die noch bis spät in die Nacht zwischen den Häusern hängt, ist die Gefahr gering, dass zu wenig getrunken würde. Allerdings: als ich am Mittag im Bahnhof Bern war, hat mir eine junge Dame im Auftrag der Firma Unilever lächelnd etwas entgegengestreckt, was auf den ersten Blick aussah wie eine gelbe Handgranate.

War aber nur eine kleine Blechdose, anderthalb Deziliter Lipton Ice Tea, mit dem versprechenden Aufdruck: Lemon – Neu: Weniger Zucker. Und darunter nochmals: Neu: Mehr Geschmack, weniger Zucker. Und auf der Seite heisst es: 40% weniger Zucker als die meistkonsumierten Süssgetränke in der Schweiz.

Gut, ich habe leider keine Ahnung, was die meistkonsumierten Süssgetränke in der Schweiz sind. Ist es der Obi-Most? Das CocaCola? Die geschüttelte Fanta? Das Milchserumgetränk Rivella-welche-Farbe-hat-dein-Durst? Oder der gute alte Himbeersirup? – Jedenfalls, sagt der Aufdruck, hat dieses neue Produkt „nur“ 25 Kalorien pro Dezi.

Das ist genau 25 Mal mehr als Lipton Ice Tea „Light“. – Aber es geht offenbar nicht um die Kalorien, es geht um den „bösen“ Zucker, von dem es weniger hat, denn die junge Dame ruft mir, als ich das Büchslein schon lange in der Hand habe, noch triumphierend nach: „Mit weniger Zucker!“

Am Sonntagmorgen in einem TV-Magazin auf Sat.1 hatte der bekannte Stoffwechsel-Spezialist Udo Pollmer ausdrücklich davor gewarnt, „zuviel“ zu trinken. Wer sich zwinge, eine „empfohlene“ Menge Flüssigkeit zu trinken, könne seinem Körper Schaden zufügen, es könne sogar zu einer „Wasservergiftung“ kommen. Deshalb solle man unbedingt „nach seinem Durst“ trinken.

Aus Amerika stammt die Kunde, dass bei exzessivem Trinken sich die Zellen so mit Flüssigkeit vollgesogen hätten, dass sie geplatzt seien und zum Tod eines Probanden geführt hätten… – – Was ist denn hier die kritische Menge? Mir jedenfalls ist aus früherer Zeit im Zusammenhang mit Bier kein solches Limit bekannt. Und beim neuen Eis-Tee besteht die Gefahr nicht, dafür ist er schlicht zu wenig gut.


Ein Kommentar zu “Genug trinken”

  1. tr sagt:

    Na ja, ich finde den zuckerverminderten Eistee eine gute Idee. Ja, es sind 40% weniger Zucker (6.1 g/dl, gegenüber den üblichen 10-14 g/dl bei Cola und Co. und den 8-10 g/dl bei anderen Eistees), Es sind auch entsprechend 40% weniger Kalorien. Er schmeckt weniger süss und löscht so den Durst besser. So spart man nochmals Kalorien ein. Zudem gewöhnen sich Kinder so weniger stark an die viel zu süssen Produkte, egal ob künstlich oder mit Zucker gesüsst. Für jene unter uns, die normalgewichtig mit latenter Neigung zu Übergewicht sind und die scheusslich süssen Light-Getränke nicht mögen, ist dies sicher eine Alternative wenn man wieder mal etwas anderes als das tägliche Wasser trinken möchte.

    Noch lieber hätte ich mehr Fruchtsaft-Wasser-Mischgetränke mit rund 40% Fruchtsaft und dem Rest Wasser. Natürlich kann man die selber mischen, aber wer macht das schon unterwegs.

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