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Von Heinrich von Grünigen um 23:46 |
Ob finanzielle Anreize beim Abnehmen helfen, das ist für Viele eine offene Frage. Einzelne Versuche in verschiedenen Ländern zeigten kurzfristig Erfolge, aber dann breitete sich der Mantel des Schweigens über das Experiment.
Nun liegen die Ergebnisse einer Studie aus England vor. Der Versuch wurde mit 402 Teilnehenden durchgeführt. Wer erfolgreich abnahm und das neue Gewicht zwei Jahre halten konnte, erhielt eine Geldprämie bis zu 3’000 Britische Pfund. Die Übungsanlage sah eine Art Wette gegen sich selber vor. Wer teilnahm, hatte einen kleinen Einsatz zu leisten; je grösser der Erfolg, desto grösser die Prämie. Wer aufgab, ging leer aus.
Der Erfolg – so die Studienleiter – sei verblüffend gewesen. Teilnehmer, denen ein Geldpreis winkte, nahmen deutlich mehr ab als jene, die es ohne diesen Anreiz versuchten. Die Schlussfolgerung: Das nationale Gesundheitswesen solle dieses Modell übernehmen und für alle Übergewichtigen anbieten, auf diese Weise könnten Gesundheitskosten in Milliardenhöhe eingespart werden.
Der kurzfristige Erfolg ist zwar schön, aber stimmt auch skeptisch. Nach internationaler Erfahrung verläuft die Rückfall-Kurve in grösseren Zeitabschnitten. Fünf Jahre dauert es in der Regel, bis das Anfangsgewicht wieder erreicht ist. Manchmal hält der Erfolg länger an. Aber es ist der Fluch der Adipositas, dass sie ohne mechanische Begrenzung nach einem grösseren Zeitraum sich wieder bemerkbar macht, dass der Körper als eigenständiges Wesen sein Recht einfordert, sich so mit Energiereserven zu versorgen, wie er es für richtig hält… Auf Geld spricht der Intellekt an. Fett sammelt der Instinkt.
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Von Heinrich von Grünigen um 23:50 |
Ich bin wieder in einem Experimentier-Status. Es gibt ein Präparat für Diabetiker, das unter anderem eine Gewichtsreduktion unterstützt, indem es den Kohlenhydrate-Stoffwechsel beeinflusst. Dadurch hält die Sättigung länger an, die Gefahr eines Überessens durch Snacking wird vermindert oder gar gebannt.
In Internet-Foren wird das Mittel gelobt. Was die Nebenwirkungen angeht, da weiss man nie im voraus, welche überhaupt eintreffen werden, bzw. ob und wann und wie stark… Der Beipackzettel warnt zum Beispiel vor: Schwindel, Übelkeit, Völlegefühl, Müdigkeit. Kann sein, kann auch nicht sein. Die bisherigen Patienten, sagt der Arzt, denen er das Präparat verschrieben hat, hätten sich nicht beklagt.
Das Mittel muss gespritzt werden. Heute habe ich die einschlägige Instruktion bekommen. Da fasst man einen mit Flüssigkeit gefüllten „Pen“, dem man ein steril verpacktes Nädelchen aufsetzen kann. Nachdem man die Dosierschraube gedreht hat, wird die Nadel im Bauchbereich aufgesetzt und durch kräftigen Daumendruck die nötioge Portion unter die Haut gebracht. Absolut schmerzfrei.
Heute Mittag habe ich mir die erste Spritze gesetzt. Die nächsten werden künftig am Morgen appliziert. Dann muss ich mein Essverhalten sorgfältig beobachten und auch über die Nebenwirkungen Buch führen. Bin gespannt auf die Wirkung, wenn diese sich an der Waage ablesen lässt.
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Von Heinrich von Grünigen um 20:56 |
Beim Zappen stösst man auf allerlei Phänomene, mitunter auf die nackte Dummheit. Derzeit boomt auf manchen Kanälen der blanke Wahrsager-Wahn. Für 4 Franken 50 pro Minute kann man sich von angeblich Hellsichtigen in allen Lebenslagen beraten lassen, sei es mit Tarotkarten, mit Teeorakel oder anderen schamanistischen Praktiken. Wer daran glauben mag, soll selig werden, von mir aus.
Wo ich aber definitiv die gefiederten Freunde gekriegt habe, das war kürzlich, als ich hörte, dass diese telepathologische Gesundbeterei auch gegen Übergewicht helfen solle. Da gibt es eine langmähnige Dame mit Namen Mari Jo. Sie ist seit 40 Jahren im Geschäft, legt Karten, kontaktiert Verstorbene, nennt sich Voodoopriesterin und verordnet auf medialem Weg zur Heilung von allerlei Gebresten spezielle Edelsteine…
Steine, virtuell in den Anrufer hineinprojiziert, sollen gegen Übergewicht helfen… wie geht das? Mari Jo nimmt die telefonische Anfrage entgegen, registriert den Wunsch eines armen Menschen, der endlich, endlich abnehmen möchte. Mit grossen Bewegungen beschwört sie einen imaginären Edelstein herbei, „schickt“ diesen via TV-Programm zu ihrem Klienten, „platziert“ ihn mit eindringlichen Worten in dessen Körper, vergewissert sich durch einfühlsames Nachfragen, ob der Betreffende auch an einen einschlägigen Kribblen „spürt“, dass der wunderheilsame Stein eingetroffen, angekommen ist… Nun soll er im Körper des Hilfesuchenden positiv zu wirken beginnen, ihn bekräftigen in seinem Wunsch, Gewicht zu verlieren, ihn zum Erfolg führen, seine eigene Energie verstärken.
Mari Jo weiss natürlich, dass socher Humbug nicht wirklich helfen kann. Sie hütet sich denn auch, irgendwelche kilomässwigen Erfolgsversprechungen zu machen. „Wirkt“ der Stein, so hat der Placebo-Effekt gesiegt – wie bei so vielen Vergleichsstudien in der Adipositas-Therapie. Tut sich nichts, so waren eben zu wenig Eigenkräfte vorhanden, um verstärkt zu werden.
Eines muss man ihr zugute halten: Sie zieht die Beratungsgespräche nicht unnötig in die Länge. Hilfesuchende kommen meist mit ca. 10 Franken – und einem Stein – weg. Und da ja Glauben selig macht, hat die „Kur“ zumindest keine gesundheitsgefährdenden Nebenwirkungen.
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Von Heinrich von Grünigen um 22:24 |
Zum zweiten Mal haben wir teilgenommen an der Veranstaltung eines unserer Sponsoring-Partners, die unter der sportlichen Bezeichnung PACE RACE steht. Vor einem Jahr waren rund 200 Leute dabei von verschiedenen Patientenorganisationen und aus dem Betrieb selber. Es handelte sich um eine Art Sponsoren-Lauf, wobei durch die Teilnahme Geld für die Kasse der eigenen Organisation verdient werden konnte.
Das hatte sich herumgesprochen: Für die diesjährige Veranstaltung hatten sich 800 Leute angemeldet und man hatte Mietvelos aus der ganzen Schweiz zusammengesammelt, was noch immer nicht für alle reichte, so dass in Schichten gefahren wserden musste. In der Badeanstalt von Sempach wAR ein Heerlager aufgeschlagen worden und ein Radlertross bewegte sich lindwurmmässig rund um den See… rund anderthalb Stunden dauerte die Fahrt. Aus Bern und aus Zürich kamen Kolonnen angerollt und vor Ort gab es sportliche Aktivitäten wie Pingpong, Dartwerfen, Rudern und Walking…
Ohne Leistungszwang konnte man sich sportlich betätigen und es war eindrücklich, mit welchem Engagement hier Menschen mit chronischen Erkrankungen im Einsatz waren und welche Leistungen sie erbrachten. Eine generalstrabsmässige Organisation, die bis aufs letzte i-Tüpfelchen klappte, sorgte dafür, dass niemand durstig und hungrig wieder nach Hause zurückkehren musste. Trotz der Masse blieb es Klasse. Ob sich das noch steigern lässt?
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Von Heinrich von Grünigen um 19:34 |
Dass Kinder, die zu viel Gewicht zulegen und später eine Adipositas-Karriere einschlagen, nicht selten Opfer häuslicher Gewalt sind bzw. waren, das ist hinlänglich bekannt. Ein Forscher-Team der Universität Boston hat nun in einer breit angelegten Studie den Zusammenhang zwischen Übergewicht und Gewalt innerhalb der Familie untersucht. 1’600 Kinder, die zwischen 1998 und 2000 zur Welt kamen, wurden während 5 Jahren beobachtet und vermessen, viele von ihnen waren Kinder unverheirateter Mütter, die ihrerseits regelmässig befragt wurden.
Die Analyse der Erhebungen zeigt, dass das Risiko der Kinder, übergewichtig zu werden, 80 Mal grösser ist, wenn die Mütter von ihrem Partner regelmässig Gewalt erleben mussten. Verschiedene Faktoren können das spätere Gewicht der Kinder bestimmen: die Zeit vor dem Fernseher, die Ernährung, Depressionen der Mutter, Rauchen während der Schwangerschaft… aber durch alle diese Faktoren hindurch hat sich die häusliche Gewalt als das konstanteste Element erwiesen, unabhängig von anderen sozialen oder wirtschaftlichen Einflüssen.
Die Folgerung des Forscher-Teams ist klar: Bei der Prävention bzw. Bekämpfung des kindlichen Übergewichts sollten aiuf jeden Fall die Möglichkeiten der Gewaltprävention innerhalb der Familie ebenfalls in Betracht gezogen werden, um die Kinder vor Spätfolgen zu bewahren.
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Von Heinrich von Grünigen um 22:06 |
Und dann ist da ist noch die Geschichte von Dominique Lanoise auf Haiti, die 240 Kilo wiegt und die keine zivile Fluggesellschaft bdefördern wollte, so dass sie nach 11 Tagen von einem Militärtransporter ausgeflogen und nach USA gebracht werden musste.
Was will uns diese Story sagen? Ist sie ein Sinnbild für die Verachtung, der dicke Menschen ausgesetzt sind? Oder ist es billige Effekthascherei auf Kosten der Übergewichtigen? Ist es ein Lehrstück über die menschliche Grausamkeit? Oder hat die Armee die Gelegenheit usurpiert, um ihre positive Seit zur Schau zu stellen?
Wir wissen es nicht. Die schwere Dominique kann nicht gehen, sie muss in einem speziellen Rollstuhl transportiert werden, vielleicht ist es das, was den zivilen Transfer verhindert hat. Jedenfalls ist sie offenbar sicher am Ziel angekommen und ihre Bilder sind um die Welt gegangen.
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Von Heinrich von Grünigen um 23:47 |
Das Internet als Kontaktbörse ist eine gute Sache. Was aber, wenn eine junge, übergewichtige Frau nach dem ersten Info-Austauschein „falsches“ Gewicht angibt, weil sie sich fett empfindet? Und wenn dann der Inernetflirt plötzlich das Bedürfnis nach einer realen Begegnung anmeldet?
Dass jemand nicht sein eigenes Bild in sein Chat-Profil stellt, das soll vorkommen. Aber wer beim Gewicht schummelt, der hat plötzlich zwei Probleme: Der Traumpartner muss zwangsläufig enttäucht sein, entweder vom realen Gewicht oder dann von der Tatsache der Lüge. Welches von beiden schwerer wiegt, lässt sich nicht in Kilos messen.
Ein solcher Fall wurde kürzlich in einem Forum thematisiert. Die Antworten waren nicht unbedingt hilfreich. Die einen rieten zur Wahrheit, die anderen erklärten die Beziehung als gescheitert und dritte empfahlen, ddas Treffen hinauszuzögern und sofort mit Abnehmen zu beginnen.
Gibt es noch andere Lösungen?
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Von Heinrich von Grünigen um 23:41 |
Freund Rolf wäre an sich ein friedlicher Mensch, kulturliebend und dem Schönen und Guten zugetan, und überdies einer der besten Western-Kenner diesseits des Atlantiks. Aber seit ihm sein Arzt – der auch meiner ist – vom Biertrinken abgeraten hat, ist er ein anderer geworden. Wenn wir gemütlich in der Wirtsstube sitzen, bei einem grossen Glas Wasser und einem kleinen Glas Wein, dann argumentiert er über alles, was ihn und die Welt bewegt, mit sachlicher Ruhe und einer diskreten, verschmitzten Prise Humor.
Wehe aber, wenn sich jemand der Theke nähert und bei der Wirtin ein Bier bestellt, dann überfällt ihn ein lauernder Gesichtsausdruck. Mit zusammengekniffenen Augen verfolgt er, wie die gelbe Flüssigkeit in die Stange zischt, aufschäumt zur krönenden Haube, dann dem Besteller gereicht wird und wie dieser schliesslich genussvoll die Lippen spitzt, um sie an den Rand des Schaumes zu setzen, um den ersten Zug zu tun, mit sichtlichem Behagen und grosser Erleichterung.
Da schüttelt es Freund Rolf wie ein Krampf. Er verzerrt sein Gesicht zur Fratze, ballt die Faust und hebt sie in heiligem Zorn, knallt sie auf die Tischplatte… Er stöhnt den Namen des Arztes, erwürgen könnte er ihn, sagt es zwischen den Zähnen hbervor.
Mittlerweile hat sich der andere Gast nach draussen begeben, ins Openair-Fumoir, und das halbleere Glas ist Rolfs Blicken entrückt. Der beruhigt sich langsam, gewinnt wieder Kontrolle über sich und nimmt einen Schluck Wasser. – Ärzte leben gefährlich.
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Von Heinrich von Grünigen um 14:56 |
Diesen Beweis hätte es eigentlich nicht mehr gebraucht, angenommen haben wir das immer, aber nun ist es quasi amtlich und wissenschaftlich untermauert: TV-Werbung kann dick machen.
Eine Studie hat gezeigt, dass jemand, der sich bei der Auswahl seiner Speisen genau an die Lebensmittel hält, die von der Werbung im Fernsehen angepriesen werden, insgesamt 20 mal so viel Fett zu sich nimmt, wie die für eine gesunde Ernährung empfohlene Menge, und sogar 25 mal so viel Zucker. TV-Werbung für Lebensmittel ist also – so das knappe Fazit der Forscher – wesentlich mitverantwortlich die unausgewogene Ernährung der Menschen – in USA.
Ob sich hierzulande ein gleicher oder ähnlicher Befund ergeben würde, müsste allenfalls erhoben werden, aber da viele der Produkte ja grenz- und kontinentüberschreitend hergestellt und verkauft werden, dürfte der Unterschied nicht gross sein (abgesehen von den Barry-und-Gans-Spots für Schweizer Gemüse).
Nun kann man wieder mit der alten Litanei der Wirtschaftsliberalen kommen, dass schliesslich jeder Mensch mündig und für sich selber verantwortlich sei und ihm der Staat diese Verantwortung nicht abnehmen dürfe, und wer an der Urne über das Schengen-Abkommen und die Ausschaffungspolitik abstimmen könne, der sei sicher auch in der Lage, seine Kalorien selber zusammenzuzählen… Aber das ist ein Scheinargument: Denn erstens gehen nie alle zur Urne, und zweitens folgen viele derer, die gehen, nicht ihrer eigenen, kognitiv erarbeiteten Meinung, sondern übernehmen mehr oder weniger blindgläubig die Parolen ihrer politischen Vorbilder, aus welchem ideologischen Lager die auch immer stammen mögen. Autonome Eigenverantwortung klingt zwar gut, dürfte aber nicht im Vordergrund stehen.
Und schliesslich sind da die Kosten für die Werbung: Wäre sie wirkungslos, würden diese kaum investiert. Und dass sie wirkt, das zeigen die schwellenden Fettpolster.
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Von Heinrich von Grünigen um 23:38 |
Sie sind an der frischen Luft, bewegen sich, wenn sie Verbrecher jagen… eigentlich müssten die Angehörigen der Polizei-Corps Vorbilder sein punkto gesundem Lebenswandel. Allerdings nicht in Amerika, wo man doch in jedem Actionfilm einen schnaufenden, schwitzenden Cop sehen knn, der sich kaum hinters Lenkrad seines Sheriff-Wagens klemmen kann… Aber nun ist es überdies amtlich: in Mexico-City gibt es in der 70’000-Belegschaft die meisten übergewichtigen Polizeier, deshalb hat man der ganzen Mannschaft eine Diät verordnet.
Anstelle der bisher üblichen Mahlzeiten, die sich zu einem Total vpon 4’000 Kalorien pro Tag addierten, werden in den Polizei-Kantinen nur noch Menüs verabreicht, die nicht mehr als 2’500 Kalorien ergeben. Auch wenn die Gefahr besteht, dass hungrige Cops sich aujf ihren Streifgängen fliegend zwischenverpflegen, so verspricht sich die Polizeileitung von dieser Massnahme doch, dass die Mannschaft sich die neuen Essgewohnheiten und vor allem auch einen höheren Gemüseverzehr aneignen wird. Einige hätten schon abgenommen und seien nun wieder besser in der Lage, den Verbrechern nachzuspringen, um sie dingfest zu machen.
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