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Von Heinrich von Grünigen um 16:45 |
Es sei längst überfällig gewesen. Das sagen Konsumenten-Organisationen zu einem Positionspapier der EU in Sachen endokrine Disruptoren. Dies sind chemische Substanzen, die sich in zahlreichen Produkten des Alltags befinden können, vor allem in Verpackungsmaterial, aber auch in Spielsachen und Farben. Substanzen, die – wenn sie vom Menschen über die Nahrung aufgenommen werden – gleiche Funktionen haben können wir Hormone: sie beeinflussen gewisse organische Abläufe, können das Sättigungsgefühl unterdrücken oder Stoffwechsel-Reaktionen auslösen, die der Gesundheit abträglich sind. Weitere Wirkungen: Sterilität, Missbildungen der Geschlechtsorgane, Krebs…
Erst vor wenigen Jahren hat man einen direkten Zusammenhang ermittelt zwischen der Adipositas-Epidemie und diesen chemischen Störfaktoren, stand aber noch ganz am Anfang der Forschung. Nun hat die EU klare Ziele formuliert, um die Verwendung dieser Stoffe auf ein Minimum zu beschränken und ihre Wirkung einzudämmen, vor allem in den entscheidenden Lebensphasen des Heranwachsens und der Pubertät, gleichzeitig auch die Erforschung des ganzen Komplexes voranzutreiben. Zudem soll das Gespräch mit allen Beteiligten, also der Industrie, aufgenommen und gemeinsam nach Lösungen gesucht werden.
Wir nehmen dies mit Befriedigung zur Kenntnis und hoffen dabei, dass die neue Strategie nicht ein Papiertiger bleibt, sondern effektiv etwas bewirkt und zu einer Verbesserung der belastenden Umweltbedingungen führt. Auch wenn dies nicht von heute auf morgen geschehen kann.
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Von Heinrich von Grünigen um 15:42 |
Am Wochenende war ich eingeladen. Als Gesprächspartner mit Expertenstatus im Rahmen eines Workshops, bei dem es ums Thema Diskriminierung ging. Es handelte sich um eine Weiterbildungs-Veranstaltung für jene Freiwilligen, die bei der „Dargebotenen Hand“ am Telefon 143 sitzen und sich mit Menschen in Not unterhalten.
Ein eindrückliches Aufgebot aus der ganzen Schweiz, das sich für diesen Seminar-Tag der Aufgabe stellte, mehr zu erfahren über Bevölkerungsgruppen, welche in besonderem Masse Vorurteilen und Diskriminierung ausgesetzt sind. Neben mir, der ich die spezifischen Probleme der Adipositas-Betroffenen darlegen und diskutieren durfte, gab es Rollstuhlfahrer, Menschen mit Behinderung, kopftuchtragende Musliminnen und auch Menschen, denen man ihr Besonders-Sein nicht sofort ansah.
Die anteilnehmende Offenheit, mit der sich die DH-Mitarbeitenden auf uns und unsere spezifischen Probleme einliessen, hat mich beeindruckt. Wir alle tragen in uns zum Teil unbewusste Bilder und Vorstellungen, die uns prägen. In den Fachreferaten war die Rede von „CDs“, die in unserem Inneren eigebrannt sind und die unser Denken, unser Handeln und unsere Reaktionen auf und Urteile über Mitmenschen bestimmen. Und dass es darum geht, diese „CDs“ umzuprogrammieren, Vorurteile abzubauen, sich zu öffnen und vor allem: zu verstehen, warum jemand „anders“ ist, im Wissen darum, was dies für die Betroffenen im Alltag bedeutet.
Die Veranstaltung hat mich motiviert, am Thema dranzubleiben. Im nächsten Jahr werden wir im Rahmen unserer Informations-Veranstaltung vom 18. Mai („Save the Date“) auf den Komplex „Umgang mit Diskriminierung“ zurückkommen. Aufklärungsarbeit ist weiterhin zwingend nötig.
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Von Heinrich von Grünigen um 16:55 |
Immer wieder. Immer wieder liest man in allen möglichen und unmöglichen Heftlein und Foren Tipps, wie man seinen Stoffwechsel auf Touren bringen und so mühelos in Rekordzeit abnehmen kann. Das geht vom täglichen Ingwer-Verzehr über den Grüntee zu den Omega-3-Fetten, dem Fisch bis zu einer allgemein gesunden Ernährung und zum Sport.
Aber nun preist mir eine Facebook-Werbung das ultimative Konzept an: der deutsche Ernährungsberater Jasper Caven schwärmt mir über eine Viertelstunde von seinem exklusiven Turbo-Stoffwechsel-System vor und wie es ihm gelingt, sogar in hoffnungslosen Fällen das Fett pfundweise zum Schmelzen zu bringen „wie Schnee an der Sonne“.
Es sind solche Formulierungen, die mich stutzig machen. Nach 15 Minuten Monolog (als „Gratis-Präsenttion“ angepriesen) kommt die ultimative Aufforderung, nun sofort ein Dokument mit weiteren Informationen herunterzuladen. Das Sparpotenzial ist gigantisch: seine Beratung, sagt Caven, würde inForm eines individuellen Lehrgangs satte 899 Euro kosten. Die schriftliche kostet „nur“ 199 Euro, und wenn du das Ding jetzt augenblicklich herunterlädst, kostet es dich lumpige 67 Euro! Du sparst also fast einen Tausender mit einem einzigen Klick!!!
Ob man damit auch wirklich abnimmt, kann ich nicht beurteilen, weiss ich doch nicht, worum es hier in der Praxis geht. Wenn es wieder nur das Omega-3-Fett, der Sport und der Ingwer sein sollte, dann hätten wir es im Fall schon gratis gewusst.
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Von Heinrich von Grünigen um 16:55 |
Es ist ein dummer Spruch. Er besagt: „Glaube keiner Statistik, die du nicht selber gefälscht hast.“ Er wird meist dann gebraucht, wenn einem das Resultat, das statistisch erhoben wurde, nicht passt. Die neueste Information des Bundesamtes für Statistik über den Gesundheitszustand der Schweiz ist (leider) so neu nicht, aber sie zeigt doch interessante Zusammenhänge auf.
Der Anteil an Übergewichtigen und Adipösen ist zwar stabil geblieben, aber die Adipositas-Betroffenen haben etwas zugelegt. Dabei muss immer wieder auf den Vorbehalt hingewiesen werden, dass die Daten zur Ermittlung des BMI bei dieser Befragung nicht „gemessen“ sondern lediglich telefonisch abgefragt werden. Dabei besteht das Risiko, dass nicht alle Antworten effektiv der Wahrheit entsprechen, dass das Gewicht etwas beschönigt wird und dass die Männer sich bei der Grösse auf den Eintrag im Dienstbüchlein von der Aushebung besinnen… Das macht pro Centimeter schon eine BMI-Differenz aus.
Interessant ist der Zusammenhang zwischen der Anzahl der Betroffenen und dem Bildungsstand. Zu denken gibt die Tatsache, dass einerseits mehr Leute angeben, bewusst zu essen, „gesünder“ zu leben und dich mehr zu bewegen als früher – aber gleichzeitig nimmt die Zahl der Adipösen weiter zu. Dies könnte ein Indiz dafür sein, dass die Ernährung allein nicht den Haupt-Ausschlag gibt, sondern dass andere Faktoren wir Stress und Umwelt-Belastungen an Bedeutung und Wirkung gewonnen haben. Ein Experte, den „20 minuten“ zitiert, weist auf die „versteckten Zucker“ in vielen Lebensmitteln hin, die unbewusst eingenommen werden, obwohl man meint, sich gesund zu ernähren.
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Von Heinrich von Grünigen um 17:07 |
Übers Wochenende war einiges los im Fernsehen. Der deutsche Privatsender VOX brachte einen ganzen Themenabend unter dem Motto „Planet der Dicken – essen wir uns zu Tode?“. Eine dokumentarische Langzeit-Begleitung von z.T. massivst übergewichtigen Personen in ihrem alltäglichen Kampf ums Abnehmen, mit unterschiedlicher Motivation und allen erdenklichen Methoden.
Ausgiebig kamen dabei namhafte Experten zu Wort, die Betroffenen wurden einfühlsam porträtiert und konnten ihre Sicht der Dinge darlegen, vom Plus-Size-Model bis zum Marathon-Läufer, der vor seiner Teilnahme am Lauf 60 Kilo abspecken will, vom TV-Entertainer, der „eigenhändig“ 70 Kilo abgenommen hat, zu Mitgliedern einer Selbsthilfegruppe und verschiedenen PatientInnen in Spezialkliniken…
Der Bericht ist sehenswert und journalistisch sauber aufbereitet, ohne jeden Voyeurismus und mit grossem Respekt im Umgang mit den Adipositas-Kranken, wie man es eigentlich auf einem Privatsender neben Biggest Loser und anderen Abspeck-Wettkampf-Shows gar nicht erwarten würde… am Schluss wird klar, warum: er stammt aus der Küche von SPIEGEL-TV. Chapeau!
Etwas die Stirn gerunzelt habe ich, als ich einen an sich gut recherchierten und geschriebenen Bericht im SRF-Online-Portal gelesen habe, mit dem Titel: „Mit schlank gleich schön ist langsam Schluss“. Der Text steht im weiteren Zusammenhang mit einer Sternstunde-Extra-Ausgabe vom Samstagabend. Dort ging es in einer grossen Diskussion um Menschen, die aus der „Norm“ fallen, u.a. auch ums Übergewicht, eindrücklich vertreten durch den deutschen Journalisten und Buchautor Bertram Eisenhauer.
Im Online-Text wurde das Thema behandelt, dass sich die öffentliche Meinung dank der sozialen Medien langsam vom Cliché entferne, dass nur „Schlanksein“ wahre Schönheit bedeute und dass füllige Formen zunehmend Akzeptanz fänden, illustriert am Beispiel der „Body Positivity“-Bewegung.
Diese Entwicklung ist grundsätzlich zu begrüssen, steht sie doch gegen Diskriminierung und Ausgrenzung. Aber im ganzen Text wurde mit keinem Wort auf die immanenten Gesundheits-Risiken eingegangen, mit denen der medizinische Befund „Adipositas“ nun einmal behaftet ist: wer zu dick ist, ist krank und läuft Gefahr, früher oder später an der einen oder anderen Begleiterkrankung zu leiden. Dass dies in der Regel meist „später“ ist, darf nicht dazu verleiten, den Tatbestand an sich „schönzureden“, bei aller Akzeptanz des eigenen Selbstwerts. Zum Glück reagieren zahlreiche Verfasser von Kommentaren in diesem Sinne kritisch und schaffen so ein Korrektiv. Auch das ist lesenswert.
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Von Heinrich von Grünigen um 16:53 |
Das Thema polarisiert. Die Ankündigung, dass der Lebensmittel-Multi Danone ab kommendem Jahr seine Produkte mit dem Front-Of-Package-Label NutriScore auszeichnen will, hat in Gesundheits- und Präventionskreisen viel Zustimmung gefunden.
Eine kritische Breitseite – ganz im Interesse der hiesigen Anbieter – hat heute im TagesAnzeiger die Journalistin Michèle Binswanger publiziert: Danone-Ampel-System – eine sinn- und nutzlose Idee! – Auch Binswanger stösst ins Horn der Bevormundungs-Klage und sagt (an sich richtigerweise): wer sich über die Nährwerte informieren wolle, finde heute schon alle nötigen Angaben im Kleingedruckten und wer sich darum foutiere, der kaufe und esse ohnehin, was ihm beliebe, ohne Rücksicht auf Labels & Co.
Interessant sind dabei die Feedbacks auf den Artikel: ein breites Spektrum von Ablehnung bis Zustimmung, z.T. verbissen argumentiert, so dass sich kaum abschätzen lässt, welche Meinung nun obsiegt…
Was bei der ganzen Debatte – und auch im Binswanger-Text – jedoch nicht erwähnt wird, das ist einerseits die Tatsache, dass sich die Kennzeichnung ausschliesslich auf „verarbeitete“ Produkte bezieht (und nicht auf natürliche Lebensmittel wie Apfel, Banane, Honig, Käse…), und anderseits das Faktum, dass eben die Lebensmittel-Industrie bisher immer wieder Wege gefunden hat, um die Zusammensetzung einzelner Angebote zu verschleiern, indem sie nicht alle Zuckerarten „verständlich“ deklariert oder die gesetzlich geregelten Auflagen für die Bebilderung und Betextung bis aufs Maximum ausreizt, um marketingmässig optimale Kaufreflexe auszulösen… – Dem allem steht im NutriScore-System eine unabhängige, wissenschaftliche Berwertungs-Instanz gegenüber, die aufgrund der objektiven Fakten und unter Einbezug aller effektiven Nahrungsbestandteile einen „Wert“ ermittelt, der mit einer Farbe und einem Buchstaben signalisiert wird.
Denn nicht jeder, der sich gerne ausgewogen und bewusst ernähren möchte, verfügt über ein internes Rechnungssystem oder die passende App, um sich im vorabendlichen Einkaufsrummel rasch ein zuverlässiges Bild zu machen. Mit Bevormundung hat das aber auch nicht das Geringste zu tun. Im Gegenteil.
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Von Heinrich von Grünigen um 16:50 |
Es tut sich was an der Ampel-Front. Übers Wochenende gab der Lebensmittel-Multi Danone bekannt, dass er auf seinen Produkten auch in der Schweiz eine „Front-of-Pack“-Kennzeichnung nach dem französischen Muster „Nutri-Score“ einführen werde. Dies ist ein mehrfarbiges Etikett mit fünf Abstufungen von Grün bis Rot, analog zu den Energie-Etiketten auf grossen Haushalt-Geräten, die Aufschluss geben über die Oeko-Effizienz des Kühlschranks oder der Waschmaschine.
Die Medien informieren. Beispielshaft die Bauern-Zeitung Online mit der Schlagzeile: Danone setzt Platzhirsche mit Lebensmittel-Ampel unter Druck. DerText erklärt den Titel: stgandhaft haben sich unsere Grossverteiler und die Schweizer Food-Produzentn bisher geweigert, einem farblich einfachen Code zuzustimmen, mit dem sich KonsumentInnen und Konsumenten über die Energieilanz und die gesundheitliche Verträglichkeit eines Produktes hätten informieren können. Die „klassische“ Ampel-Lösung war als zu simpel, zu wenig präzise auch in Ernährugns-Fachkreisen abgelehnt worden.
Die in Frankreich offizielll eingeführte Nutri-Score-Methode erlaubt eine bessere Differenzierung. Sie ist vor allem auf einen einzigen, kurzen Blick „erkennbar“. Kritiker jammern nun und sprechen von „Bevormundung“. Das Gegenteil ist wahr: die klare Deklarierung erlaubt den verantwortungsbewussten Konsumentinnen und Konsumenten eine erleichterte Orientierung und eine einfachere „bessere Wahl“ im Laden. Die Freiheit des Einzelnen bleibt unbeschadet, sich anders zu entscheiden und nach Lust und Gusto auch Dinge deshalb zu kaufen, weil sie schmecken, obwohl sie nicht so „gesund“ sind…
Das Vorpreschen von Danone setzt andere effektiv unter Druck, denn ein Konglomerat von grossen Produzenten wollte versuchsweise ab kommendem Jahr ein eigenes System einführen, das – abgestimmt auf willkürlich gewählte „Portionen-Grössen“ – die Anteile der einzelnen Nährstoffe so klein gehalten hätte, dass sämtliche Produkte im positiven Bereich gesegelt wären… KonsumentInnen-Verarschung pur.
Erfreulich, dass sich die Verantwortliche des zuständigen Bundesamtes in dieser Frage unmissverständlich und eindeutig gegen diese trügerische „Industrie-Lösung“ in Position gebracht hat. Wir wünschen Nutri-Score den Erfolg, den es verdient.
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Von Heinrich von Grünigen um 16:49 |
Von klein an ist der Mensch auf Süsses programmiert. Die Geschmcksknospen können schon beim Baby unterscheiden zwischen „süss“ (gleich angenehm, gesund) und „bitter“ (gleich unangenehm und ev. giftig). Das schützt uns und kann lebensrettend sein. Süsses Essen wiederum löst Glücksgefühle im Gehirn aus und stimuliert die Belohnunszentren wie eine Droge, die – im Übermass genossen – zur Sucht führen kann.
Das wissen jene, die uns ihre Lebensmittel verkaufen wollen, und packen deshalb reichlich Zucker in praktisch alle verarbeiteten Produkte, um den Geschmack zu optimieren. So konsumieren wir bis zu viermal mehr als die eigentlich empfohlene Menge, allein mit einer Flasche gesüsster Limonade, wenn sie Zucker enthält, wäre unser Tagesbedarf schon mehr als gedeckt.
Um die Frage, ob Süssstoffe „gesund“ oder „ungesund“ seien, streiten sich die Experten. Vor allem hält sich eine These hartnäckig: in der Tiermast werden „künstliche“ Süssungsmittel eingesetzt, damit die Schweine rascher Speck ansetzen… Machen diese Stoffe also dick? Nein, sagen die Fachleute, der Effekt wurde beim Menschen bisher nicht nachgewiesen.
Die Forschung geht weiter und sucht nach“natürlichen“ Zucker-Austauschstoffen, wie etwa Erythrit und Xylit (beide auch bekannt als „Birkenzucker“), die praktisch keine Kalorien enthalten und im Unterschied zum Zucker „gesund“ sein sollen. Aber wie wirken sie in unserem Körper wirklich? Wie werden sie vom menschlichen Stoffwechsel verarbeitet?
Diesen und weiteren Fragen geht eine aktuelle Studie an der Universität Basel nach. Für diese Studie werden ProbendInnen gesucht, die schwerer sind als BMI 30, nicht älter als 55 Jahre und grundsätzlich gesund. – Wer einen Beitrag leisten möchte, um den übermässigen und geundheitlich ruinösen Konsum von Zucker einzudämmen, erfährt mehr über die Teilnahmebedingungen und den Verlauf dieser Studie unter diesem Link.
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Von Heinrich von Grünigen um 16:54 |
Das beste Übergewicht ist das, was man gar nicht hat. Eine banale Erkenntnis. Vorbeugen ist alles. Das hat mich heute beschäftigt, als ich einen Artikel verfasst habe für einePublikation, die sich mit der vorbeugenden Kontrolle und der Verhütung bei verschiedensten Krankheitsbildern befasst, darunter auch Adipositas.
Unser „Problem“ ist ja, dass Adipositas nicht – wie gewisse andere Krankheiten – plötzlich aus dem Nichts heraus auftaucht und diagnostiziert wird, sondern dass sie sich hinterlistig auf leisen Pfoten anschleicht, dass wir die ersten Anzeichen gar nicht oder zu spät wahrnehmen (wollen) und zu lange zögern, etwas dagegen zu unternehmen, denn der Lebensstil, der sie mit verursacht, ist ja angenehm, passt uns, hat sich mit uns in unserem Leben erfolgreich etabliert…
Da trifft es sich praktisch, dass mir ein Newsletter in den Mail-Briefkasten geflattert ist, in dem „sieben Fehler“ thematisiert werden, die unseren Stoffwechsel negativ beeinflussen und eine Gewichtsreduktion verzögern oder gar verhindern können. DieLektüre bringt zwar keine grundlegend neuen Erkenntnisse, aber es lohnt sich allemal, sich das Basiswissen immer wieder in Erinnerung zu rufen.
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Von Heinrich von Grünigen um 14:47 |
Die Nationalversammlung setzte ein Zeichen. Sie stimmte dem Bericht einer Kommission zu, welche ultimative Regulierungen vorschlägt für die Verbesserung der Qualität von Fertigprodukten und „hochverarbeiteten“ Lebensmitteln.
Die empfohlenen Massnahmen sind happig. Sie umfassen u.a. die Reduktion der bewilligten Zusatzstoffe von jetzt 338 auf neu 48 (was allerdings die Haltbarkeit der Produkte verkürzt), verbindliche Regelung für den maximalen Gehalt an Salz, Zucker und Transfetten, Werbe-Beschränkung in TV und anderen elektronischen Medien für Produkte, die für Kinder ungeeignet sind, Reduktion des Zucker-Anteils auch bei importierten Produkten, obligatorische Erziehung auf allen Schulstufen inklusive schulischer Gemeinschafts-Verpflegung, Einführung des NutriScore-Labellings auf allen verarbeiteten Produkten, klare Herkunftsbezeichnung der einzelnen Elemente…
Die 29 Mitglieder der Kommission (aus allen Parteien) kamen während ihrer Arbeit zur Auffassung, dass die Industrie in den letzten Jahren zwar einige Verbesserungen erreicht habe, dass diese – auf Freiwilligkeit beruhenden – Massnahmen aber insgesamt zu wenig bewirkten, um gesundheits-relevant zu sein. Insgesamt habe der Staat als verantwortlicher Regulator versagt, indem er früher gefasste Beschlüsse nicht oder zu wenig konsequent umgesetzt habe. Im Interesse der Gesundheit der Bevölkerung sei nun rasches und entschlossenes Handeln im Sinne der Vorschläge zwingend.
Die Lebensmittel-Industrie reagierte umgehend und bezeichnete den Kommissionsbericht als „Karikatur“. Sie unterstütze zwar die Vorschläge zur besseren Aufklärung in den Schulen, wies aber alle sie direkt betreffenden Massnahmen und Regulierungen vehement zurück.
Und was bleibt den KonsumentInnen? Letztlich die Empfehlung, die in praktisch jeder Anleitung zu einer gesunden und ausgewogenen Ernährung abgegeben wird: Wenn immer möglich auf hochverarbeitete Fertigprodukte zu verzichten, möglichst frische Produkte zu konsumieren und „nichts zu essen, was die Grossmutter nicht gekannt hat“. Was letztlich auf einen Konsumverzicht im Lebensmittel-Paradies hinausläuft.
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