26/4  Süsse Stoffe

Kategorie: Allgemein    Von Heinrich von Grünigen um 14:58

Noch sind ja die Meinungen kontrovers und verbindliche Resultate liegen nicht vor über die Bekömmlichkeiten der verschiedenen Süssungsmittel, die weniger Kalorien enthalten als der böse alte Zucker… oder gar keine. Und nun geht ein neuer Begriff um die Welt: Erythritol.

Das ist ein Produkt, das aus der Natur gewonnen wird, aus bestimmten Früchten, in denen es vorkommt, und das offenbar identische Eigenschaften hat wie Kristallzucker: es ist körnig und entspricht mengenmässig 1:1 der Süsskraft herkömmlichen Zuckers, lässt sich in Backwaren verwenden, ist verdauungstolernat, hat keine Auswirkungen auf den Glykämischen Index, ist für Diabetiker geeignet und hat überdies – keine Kalorien!

Da der „Stoff“ in der Natur vorkommt und die Menschen ihn schon seit Jahrtausenden mit bestimmten Nahrungsmitteln „mit-konsumiert“ haben, ist er voll verträglich, ohne Nach- und Nebengeschmack. Erste Erfolgsmeldungen kommen aus der Backwarenindustrie, wo Versuche in Dänemark gezeigt haben, dass die berühmten dänischen Plätzchen (Cookies) mit 50 Prozent weniger Zucker hergestellt werden können, wenn für die andere Hälfte Erythritol verwendet wird. In unabhängigen Blind-Test-Versuchen wurden keinerlei Unterschiede in Konsistenz und Geschmack festgestellt.

Das Produkt ist auf dem Weg nach Europa. Es meldet sich an unter der Marke Z sweet und ist vorerst im Internet erhältlich. Ob und wann es in der Schweiz offiziell als Lebensmittel zugelassen sein wird, ist noch nicht bekannt. Eine interessante Perspektive bietet der neue Stoff allemal, in Ergänzung zu den bestehenden, bewährten Süssstoffen.




25/4  Flucht nach vorne

Kategorie: Allgemein    Von Heinrich von Grünigen um 23:40

Seit sich die First Lady im Weissen Haus persönlich dafür einsetzt, dass die amerikanischen Kinder besser essen können, ist Bewegung in die Szene gekommen. Es ist nun nicht mehr ein anonymes Amt, keine Behörde, auch kein Wissenschafter-Team… es ist der Name Obama, der sich direkt mit dem Appell zur Besserung verbindet.

Und da eine reale Gefahr besteht, dass sich Michelle O. hausintern durchsetzt und einen Prozess in Gang bringt, der zu strengeren Auflagen für die Nahrungsmittel-Industrie führen könnte, hat diese übereilt die Flucht nach vorne angetreten. In einer Mitteilung vom letzten Freitag liess der Dachverband verlauten, man unterstütze die Initiative der Administration, die Ernährungs-Situation für Kinder und Jugendliche zu verbessern… aber man könne das selber und aus eigener Verantwortung tun, man brauche – bitte sehr! – dafür keine Richtlinien und keine gesetzliche Regelungen.

In den Jahren 2002 bis 2006 habe man die Rezepte von 20’000 Produkten verbessert: weniger Salz, weniger Zucker, weniger Fett.. Und man werde diesen Weg aus eigenem Antrieb weiter verfolgen, der Staat möge sich bitte nicht in Dinge einmischen, die ihn nichts angingen und von denen er ohnehin nichts verstehe. Dass man selber die „Guten“ sei, das habe man ja nun bewiesen.

Solche Klänge kommen einem bekannt vor. Auch hierzulande werden diese Schalmeien geblasen und Produzenten wie Verkäufer zeigen sich im besten Licht, wenn es darum geht, das Unschuldslamm zu mimen. Wenn man aber auf die Werbe-Tricksereien schaut, mit denen ernährungsphysiologisch fragwürdige Produkte als naturreine Gesundheits-Garantien angepriesen werden, dann zweifelt man an der Redlichkeit der Absicht. Bisher wurde noch kein „ungesundes“ Produkt freiwillig vom Markt genommen, und wenn man all die Stoffe und Zutaten weglassen würde, die uns solche Erzeugnisse erst „schmackhaft“ machen (künstliche Aromen, Geschmacksverstärker, Süssstoffe…), dann würde der Handel zwar einbrechen, aber die Ernährung wäre nachhaltiger und gesundheitsförderlicher. Vergesst die leeren Versprechungen, verlangt den Tatbeweis.




24/4  Einladung

Kategorie: Allgemein    Von Heinrich von Grünigen um 14:42

Wenn das Wetter wieder besser wird, zieht es uns mit Macht nach draussen. In der freien Natur unterwegs zu sein, das ist eine Bereicherung. Zu einer solchen im wahrsten Sinn wird das bewegte Tun, wenn man es mit einer wohltätigen Aktivität verbinden kann.

Ich nutze deshalb die Gunst der schonen Stunde, um (zum wiederholten Mal) auf eine Veranstaltung aufmerksam zu machen, bei der wir auf die Unterstützung fitter Ssupporter angewiesen sind. – Alljärlich führt einer unserer Sponsoren, die Pharma-Firma Abbott AG, ein sportliches Happening durch, bei dem Vertretungen diverser Patientenorganisationen Punkte sammeln können, indem sie gemeinsam eine Leistung erbringen. Diese Punkte werden dann in Geld umgewandelt und fliessen so in die Kassen der auf Spenden angewiesenen gemeinnützigen Institutionen.

Am 12. Juni ist es wieder so weit, da startet der diesjährige PACE RACE zu einem Treffen am Sempachersee: Aus allen Himmelsrichtungen gelangt man per Velo dorthin; wer mit dem Zug anreist kann sich in verschiedenen Disziplinen messen, von Rudern bis zum Dart-Spiel… Alle Details und ein Anmeldeformular finden sich unter diesem Link. Es wäre ausgesprochen lässig, wenn Blog-LeserInnen das SAPS-Team verstärken würden!




23/4  Fett und friedlich?

Kategorie: Allgemein    Von Heinrich von Grünigen um 14:38

Es klingt wie eine utopische Satire: Amerikas Jugendliche sind nicht mehr militärdiensttauglich, weil sie zu fett sind! 75 Prozent der jungen Leute können nicht mehr eingezogen werden, weil sie entweder nicht über die nötige Schuldbildung verfügen, schon kriminell geworden sind oder gesundheitlich nicht den Anforderungen der Armee entsprechen; davon ist der grösste Teil übergewichtig.

Zu diesem alarmierenden Befund kommt eine Veteranen-Organisation, die sich um die Wehrbereitschaft des Landes sorgt. In einem Bericht (Too Fat to Fight) werden Massnahmen vorgeschlagen, wie dem jugendlichen Übergewicht beizukommen sei. Das beginnt bei der Verpflegung in den Schulen und endet bei neuen Trainings-Konzepten für die militärische Ausbildung.

Wenn Adipositas einen Teil der Menschheit kampfunfähig macht, dann könnte sich damit doch die pazifistische Utopie verbinden, dass der Weltfriede bald in Sicht sei, wenn einmal Freund und Feind, hüben wie drüben, sich satt und kugelrund aber friedfertig gegenüberstehen, nicht mehr in der Lage, eine Wafffe schwingend aufeinander los zu gehen… Das wäre dann das Ende der weltweiten Spannungen, das goldene Zeitalter des immerwährenden, universellen Friedens könnte beginnen: Lasst Völker um uns sein, die fett und friedlich sind!

Ganz so idyllisch dürfte die Zukunft leider doch nicht sein. Das Fehlen der physischen Schlagkraft heisst noch nicht, dass gleichzeitig das Böse aus den Köpfen verschwinden wird. Auch dicke Menschen können auf Knöpfe drücken. Der Kampf aus dem Kommandoraum braucht keine fitten Krieger mehr, vollautomatisierte Roboter lassen sich vom Sofa aus steuern, der Krieg als Vater aller Dinge wird nicht lange brauchen, bis er Ersatzlösungen gefunden hat. Es wäre also verfrüht, sich schon zu freuen.




22/4  Fat History

Kategorie: Allgemein    Von Heinrich von Grünigen um 23:27

Ich weiss nicht so recht, was der Beitrag im heutigen Tages-Anzeiger bedeuten sollte. Ein Medizinhistoriker berichtete über Adipositas-Befunde aus früheren Zeiten, aufgrund von Arztprotokollen aus dem 14. bis 18. Jahrhundert. Systematisch sei die Anzahl adipöser Patienten damals zwar nicht erfasst worden. Berichtet habe man in erster Linie von extrem übergewichtigen Menschen, die auffällig aus der Norm geschlagen hätten. Und es müsse schon früher nicht wenige Dicke gegeben haben, die Adipositas-Epidemie sei daher nicht allein den heutigen Essgewohnheiten anzulasten, da auch schon in alten Zeiten üppig geschlemmt worden sei.

Diese Aussage scheint mir etwas speziell. Die Beweisführung hinkt. Unbestritten ist die Tatsache, dass es zu allen Zeiten stattliche Figuren gegeben hat, nur waren diese damals ein Symbol für Wohlstand, dem Respekt gezollt wurde. Fettbäuche setzten jene an, die luxuriös speisen konnten und über genügend Mittel verfügten, um die anstrengenden Arbeiten durch Dritte verrichten zu lassen und Wegstrecken in der Kutsche, zu Pferd oder gar per Sänfte zurückzulegen. Dass der einfache Pöbel oft Hunger litt und mager blieb ist auch eine historisch gesicherte Erkenntnis.

Mit der Übergewichts-Epidemie ist es wie mit fast allen „Segnungen“ der Zivilisation: als es nur einzelne wenige gab, die davon betroffen waren, blieb das Phänomen etwas Besonderes, ja Bewundernswertes. Als Marco Polo ins Land der aufgehenden Sonne reiste und Livingstone die Ursprünge des Nils erkundete, da waren solche Expeditionen eine bestaunte Sensation… erst als die Neckermänner wie Heuschreckenschwärme zum Billigtarif in die fernen Naturparadiese einfielen, wurden sie zur kulturbedrohenden Landplage. Als vereinzelte Automobile knatternd und rauchspuckend durch die Landschaft ruckelten wurden sie ehrerbietig bestaunt… erst als auch der Nachbar sich einen Zweitwagen anschaffte, versanken Stadt und Land in der Blechlawine. Und solange bloss einige Künstler und Intellektuelle sich das weisse Pulver in die Nase zogen, galt dies als szenisch und schick… das Elend brach erst aus, als der Stoff die Masse der Jungen und der Gestressten überschwemmte.

Erst die Demokratisierung, die massenhafte Verbreitung, die Gleichmacherei lassen eine Errungenschaft zum Fluch, zum Übel werden. Und der Anspruch aller, „auch“ am Fortschritt teilhaben zu dürfen, ist legitim. Verzicht kann nicht eingefordert werden. Aber Regelungen sind nötig. Der gleiche Staat, der den Fortschritt ermöglicht hat, ist in der Pflicht, ihm auch Grenzen zu setzen, wenn es ums Wohl der Allgemeinheit geht.




21/4  Die neue Hose

Kategorie: Allgemein    Von Heinrich von Grünigen um 15:17

Der Schreck war gross, als ich bei der Routinekontrolle in der Arztpraxis auf die Waage stieg. Zuvor das eingespielte Ritual: Eine blitzweiss gekleidete Assistentin nahm mich lächelnd in Empfang, bat mich, die Schuhe auszuziehen und den Inhalt meiner Taschen auf einer Ablage zu deponieren (mit Schlüsselbund, Portemonnaie und Handy kommt da ein ganz schönes Zugewicht zusammen) und dann auf die kleine Plattform zu stehen. Es dauerte eine Weile, bis die elektronischen Ziffern auf dem Display ausgezappelt hatten und stille standen. Sage und schreibe anderthalb Kilo mehr als beim letzten Mal!

Das Gute an der bösen Sache ist, dass mein Arzt Verständnis hat. Er schimpft nicht und poltert nicht, redet mir nicht ins Gewissen; vielmehr hat er etwas verständnisvoll Tröstliches in seiner Art, wenn es darum geht, gemeinsam herauszufinden, wie es zu diesem Gewichtsanstieg gekommen ist. Auf dem Weg von der Waage ins Behandlungszimmer habe ich mir diese Frage ja auch schon durch den Kopf gehen lassen. An Ostern allein kann es nicht gelegen haben, denn danach hatte ich wieder versucht, die festlichen Schokolade-Ausrutscher zu kompensieren so gut es ging. Aber offenbar ging es nicht gut genug!

Da fiel mir mein Hosenkauf wieder ein. – Lange hatte ich die gleiche Jeans getragen, sie war schöner abgewetzt als jede teure Designerklamotte in Stonewashed-Look, aber sie hatte schon ein Loch in der rechten Gesässtasche und vor allem im Schritt war die Naht ausgerissen. Das sah man zwar nicht im normalen Alltag, aber beim An- und Ausziehen fiel mir das schon auf. Die Hose war mit der Zeit so etwas wie eine stille Referenz zur Gewichtskontrolle geworden. Am Mass, wie sie sich beim Anziehen über dem Bauch spannte, konnte ich abschätzen, wie es um meine Tagesform stand. War sie locker, so fühlte ich mich leicht. Zwickte sie mich und klemmte sie beim Schuhebinden eine Falte ab, so wusste ich, dass Vorsicht und Zurückhaltung angesagt waren.

Dann aber, in der Woche nach Ostern, war der Moment gekommen, wo ich mich von der löcherigen Hose trennen musste. Im Spezialgeschäft für grosse Grössen liess ich mich beraten. Es gab das gleiche Modell noch, in etwas feinerem Stoff zwar, aber geräumig im Schnitt und elastisch… und sie sass mir phantastisch! Sie spannte nicht, im Gegenteil, ich konnte den Gürtel sogar ins letzte Loch schliessen und fühlte mich beim Sitzen dennoch bequem und nicht eingeengt.

In der Arztpraxis wurde mir allerdings klar, dass die neue Hose mir in der Zeit, da ich sie hatte, unablässig die Botschaft vermittelte: Du bist leicht! Du bist dünn! Du hast abgenommen! – Dabei war das Gegenteil der Fall, und da die Hose mich sorglos machte, hatte ich guten Mutes das Leben und seine Annehmlichkeiten genossen. Mit Folgen, wie die Waage zeigte. Erkenntnis: Trau keiner Hose, die dir zu weit ist!




20/4  Zwang zum Schämen

Kategorie: Allgemein    Von Heinrich von Grünigen um 14:01

Obs etwas bringen würde? – In einem alten Blog lese ich eine Betrachtung des Englischen Comedy-Stars Ricky Gervais, der mit der Tatsache hadert, dass es ihm nicht gelingt, sein Gewicht im Griff und unter Kontrolle zu halten: Alle paar Monate müsse er neue Klamotten kaufen, da ihm die alten zu eng würden.

In masochistischer Absicht propagiert er eine Methode, sich selber unter Druck setzen zu lassen: Übergewicht sollte viel mehr stigmatisiert werden, verlangte er gemäss Telegraph Ende 2008. Man gehe mit dicken Menschen viel zu pfleglich um, sagte er. Und: Er wünschte sich, dass ihm die Leute, denen er auf der Strasse begegne, zurufen würden DICKSACK! So dass er sich richtig schämen müsste und sich nicht mehr nach draussen getraute, bis er abgenommen habe. So sollte durch Diskriminierung eine permanente Pression erzeugt werden, welche für die Motivation zum Abnehmen dienlich sein könnte…

Diese Äusserungen wurden damals heftig kritisiert, man zweifelte an Rickys Geisteszustand und war nicht sicher, ob er das ernst gemeint habe oder nicht… In einem aktuellen Web-Chat outete er sich nun dahingehend, dass er selber den definitiven Kick zum Abnehmen erhalten habe, nachdem er in einem Fress-Anfall 11 Würste hintereinander verschlungen hatte… Das unerträgliche Völlegefühl danach habe ihn dazu gebracht, mit zusätzlichem Fitnesstraining pro Tag 500 Kalorien zu verbrennen.

Schön für ihn. Wie lange er es durchhält wird sich weisen müssen. Besser als der fremde Schämen-Zwang dürfte die eigene Selbst-Motivation aber allemal sein.




19/4  Hypnoperation

Kategorie: Allgemein    Von Heinrich von Grünigen um 23:34

Der menschlichen Vorstellung sind keine Grenzen gesetzt. Das zeigt die Geschichte von Kay Lindley aus England. Sie war 59 Jahre alt und wog um die 150 Kilo. Wenn sie nicht abnahm, würde sie ihre Stelle als Lehrerin verlieren. Der einzige Ausweg war in dieser Situation eine Operation, ein Magenbypass.

So reiste sie nach Spanien in eine besondere Klinik in Marbella. Dort wurde sie sorgfältig vorbereitet auf die Zeit nach der Operation, lernte wie man mit dem verkleinerten Magen noch essen konnte, trainierte die reduzierte Nahrungsaufnahme. Als sie für die Operation bereit war ging es in den Operationssaal. Sie hörte die Ärzte und Schwestern, wie sie den Eingriff vorbereiteten und wartete auf die Narkose… aber da war sie schon weg – hypnotisiert von einem Spezialisten.

Als sie wieder zu sich kam und das Spital verlassen konnte, da hatte sie keine einzige Narbe. Es hatte auch keinen Eingriff gegeben. Dank der Hypnose war ihr Körper überzeugt, dass die Operation stattgefunden habe und dass sie mit den kleinen Magen keine grossen Portionen mehr essen konnte. Sie nahm in einem halben Jahr 30 Kilo ab und war überglücklich. Sie hatte wieder Vertrauen gewonnen, dass sie tatsächlich ihr Gewicht unter Kontrolle halten. Die Scheinoperation hatte sie 1’800 Franken gekostet, aber das war es ihr Wert.

In der spanischen Elite-Klinik habe man bisher 470 solcher Operations-Hypnosen durchgeführt und in 70% der Fällen seien sie „erfolgreich“ gewesen. Die neue Operations-„Technik“ ist nun unterwegs nach Amerika… von dort wird sie wohl auch zu uns kommen. Da dies alles eine sehr junge Sache ist, gibt es noch keinerlei Langzeit-Erfahrungen. Die Risiken, mit denen eine „richtige“ Operation verbunden ist, entfallen. Völlig abwegig ist die Angelegenheit nicht, hat man doch in ausgedehnten Versuchen mit Medikamenten zum Abnehmen festgestellt, dass in vielen Fällen eine Kontrollgruppe, der man anstelle des Medikamentes eine Placebo-Tablette ohne Wirkstoff gegeben hatte, nicht viel weniger erfolgreich abgenmmen hatte. Wo ein Glaube ist ist auch ein Weg…




18/4  Explosiv

Kategorie: Allgemein    Von Heinrich von Grünigen um 16:49

In einem Sketch in einer der zahllosen Comedy-Wiederholungen auf dem deutschen Privat-TV am Sonntagnachmittag liegt ein extrem dicker Mann auf dem Behandlungstisch in einem Tätowierungsstudio. Der Mensch, der ihn behandelt, gibt sich besorgt. Sind Sie sicher, fragt er, dass Sie das Bauchnabel-Piercing wirklich wollen? – Ja, sagt der sehr dicke Mann mit bestimmter, schon etwas ungeduldig-gereizter Stimme. – Also gut, sagt der Salonbetreiber, auf Ihre Verantwortung. – Und er nimmt ein Werkzeug in die Hand, nähert sich dem hoch gewölbten Bauch des sehr dicken Mannes, setzt das Tool in desen Leibesmitte an… Und mit einem explosionsartigen Knall versinkt das ganze Studio in rotgelber Farbe. Als sich die bunten Schwaden verzogen haben, sieht man auf der Liege eine leere, flache Hülle, es sind die Kleider des Mannes, und oben, verschrumpelt, erkennt man noch sein Gesicht.

Manchmal gibt es Momente, da wünscht man sich fast, diese Art von Therapie wäre von der Schulmedizin anerkannt.




17/4  Fleischlos

Kategorie: Allgemein    Von Heinrich von Grünigen um 22:44

Eine der markantesten „Errungenschaften“ unserer Esskultur ist wohl die Tatsache, dass wir heute täglich, sogar meistens zweimal Fleisch essen. Es sei denn, wir seien bekennende Vegetarier oder Veganer.

Gemüse wäre zwar gesund, aber unsere Fleischwirtschaft wird massiv vom Staat unterstützt – alles andere ist Beilage. Wenn da nicht noch der Umstand wäre, das Fleisch, bzw. dessen Herstellung die Umwelt um ein Vielfaches stärker belastet als die Produktion von Grünzeug mit vergleichbarem Nährwert.

Dies hat die Stadtväter von San Francisco dazu gebracht, dass sie Ende März den Montag zum fleischlosen Tag erklärt haben: Kantinen und Speiselokale dürfen kein Fleisch auf die Menükarte setzen und die Privathaushalte sind aufgerufen, diese Regel freiwillig einzuhalten.

Die Reaktionen der Bevölkerung sind verhalten positiv, man nimmt die Essensvorschrift zur Kenntnis, wie konsequent sie hinter der Wohnungstür umgesetzt wird, ist eine andere Frage. In einer Abstimmung in einem Ernährungsblog waren 60 Prozent dafür und 40 Prozent dagegen… aber wahrscheinlich nicht alle aus San Francicso.