Kategorie: Allgemein
Von Heinrich von Grünigen um 23:07 |
Es ist, als ob für einmal die alte Regel nicht mehr ganz gilt, wonach Amerika uns immer einige Jahre voraus ist. Diesmal hätten wir die Diskussion früher geführt über höhere Krankenkassengebühren für Dicke. Das hat natürlich auch damit zu tun, dass es in USA bislang noch keine Gesundheitsvbersicherung gab, dei mit der unsern vergleichbar wäre.
Nun also geht – einen Bericht in der NZZ zufolge – in Amerika das Gespenst um, die Übergewichtigen könnten mit höheren Prämien abgestraft werden. Um dies abzuwenden gehen die Übergewichtigen-Organisationen in die Öffentlichkeit und weisen darauf hin, dass noch nicht automatisch krank ist, wer einige Kilos zuviel mit sich herumträgt und dass es viele Übergewichtige gibt, die sich im Grunde gesund ernähren, aber die aus anderen Gründen zu schwer sind, die nicht abnehmen können, auch wenn sie sich darum bemühen…
Die Diskussion kommt uns bekannt vor. Sie ist an keine Landesgrenze gebunden.
Kategorie: Allgemein
Von Heinrich von Grünigen um 23:27 |
Dass der BMI als Indikator für Gesundheitsrisiken nicht über jeden Zweifel erhaben ist, darüber wird schon länger gesprochen. Eine neue Studie an über 9’000 Senioren in Australien zeigt jetzt einen interessanten Trend: wenn jemand erst mal 70 geworden ist, bei einigermassen ordentlicher Gesundheit, dann spielt das Übergewicht – berechnet gemäss BMI-Normen – keine grosse Rolle mehr. Menschen in diesem Alter überleben dei nächsten zehn Jahre mit grösserer Wahrscheinlichkeit als Gleichaltrige mit „Normalgewicht“.
Dieser Befund stützt die bekannte Erkenntnis, das die „fitten“ Dicken gesundheitlich besser dran sind als die „schlappen“ Dünnen. Neu aber ist für uns, die wir uns der Schwelle der 70 nähern, dass wir nicht mehr verzweifelt das ominöse Idealgewicht anpeilen müssen, sondern versuchen können, die nächsten 10 Jahre einigermassen kommod mit unseren Pfunden zu überleben. Es muss ja nicht gewuchert werden.
Kategorie: Allgemein
Von Heinrich von Grünigen um 18:21 |
Was eine kontroverse Debatte werden sollte, aufgehängt an der unlängst wieder eingemotteten Freisinn-Idee, fitten Krankenkassen-Zahlern einen Rabatt zu gewähren, wurde zu einem grösstenteils einvernehmlichen Chorgesang. Wir waren aufgeboten zu einer Diskussions-Aufnahme für eine DRS 2-Sendung: der Gesundheitspolitiker, der Adipositas-Mediziner und ich als Vertreter der PatientInnen. Eingangs wurde die Frage gestellt, wieviel Selbstverantwortung übergewichtigen Menschen zuzumuten sei und ob es überhaupt Sache des Staates sei, den dicken Bürger dazu anzuhalten, abzunehmen.
Wie zu vermuten, waren wir uns in vielen Punkten einig, der Befund war nicht zu bestreiten, die zunehmende Übergewichtigkeit IST ein Problem. Dessen Lösung ist aber noch in weiter Ferne und der „klassische“ Ansatz mit weniger essen und mehr bewegen wird nun schon seit Jahrzehnten ohne jeden Erfolg praktiziert. – In welcher anderen Disziplin – fragte der Mediziner – würde man wohl so hartnäckig die immergleiche Therapie empfehlen und anwenden, obwohl sie so offensichtlich und nachweislich ohne jeden Erfolg geblieben ist?
Völlig neue Ansätze wären gefragt, die zum Teil tief in unsere lieb gewordenen Lebensgewohnheiten eingreifen müssten. Abkehr vom Temperatur-Komfort, Umkrempelung der Preisstrukturen bei den Lebensmitteln, intensivste Aufklärung und Information von klein auf, Besteuerung der Nahrungsmitttel nach Energiedichte… um nur einige Ideen zu nennen.
Wenn man bedenkt, wie schwer sich die Wirtschaft heute schon tut mit bescheidensten Regulierungs-Ansätzen, dann muten solche Gedanken reichlich visionär, ja gar utopisch an! Umzusetzen in Generationen, vielleicht. Und möglicherweise erst wirksam, wenn unsere Enkel gestorbeen sind, an den Folgen ihres Übergewichts. – Zu hören am Freitag, 12. Februar, vormittags auf DRS 2.
Kategorie: Allgemein
Von Heinrich von Grünigen um 23:33 |
Es esse, sagt das Sprichwort, mit: das Auge. Die Farbe der Lebensmittel hat einen Einfluss darauf, ob wir sie mögen oder nicht, das haben viele Experimente bewiesen. Früchte sind ein gutes Beispiel dafür: wenn wir auf den Wochenmarkt gehen, fallen uns die prächtigen, farbig leuchtenden Produkte auf. Bei den Äpfeln entscheiden wir uns fur die schönste Sorte mit der glatten, makellosen Haut… und verschmähen den leicht fleckigen, weniger appetitlich aussehenden Bio-Apfel nebenan, obwohl dieser geschmacklich besser wäre und überdies frei von Insektiziden und anderen chemischen Spritz-Rückständen.
Auf der andern Seite beklagen wir die Tatsache, dass nicht genügend Obst und Gemüse gegessen wird. Auf fünf Portionen pro Tag sollten wir es bringen, aber das schaffen die wenigsten. Ist es, weil die Frischprodukte doch zu wenig ansehnlich und nicht interessant genug sind? In England beschreitet man neue Wege und tüftelt an optisch attraktiven innovativen Früchte- und Gemüse-Züchtungen, die durch natürliche Kreuzungen, ohne gentechnische Manipulation erreicht werden sollen.
Die Rede ist von schwarzen Aprikosen, gelben Rüben, rotgestreiften Kartoffeln, Mini-Orangen und Blumensalat… das neuartige Gemüse wird zum Teil in England nach traditionellen Methoden produziert, zum Teil aus fernen Ländern importiert. In Planung sind neue Kombinationen wie Kirschen und Pfirsiche ohne Stein oder Äpfel mit besonders viel Vitaminen, um einen ganzen Tagesbedarf zu decken. Oder Trauben mit Caramel-Geschmack und Orangen, die sich so leicht wie Bananen schälen lassen.
Schöne neue Früchte- und Gemüsewelt! Am Schluss muss dann nur noch der Preis stimmen.
Kategorie: Allgemein
Von Heinrich von Grünigen um 22:50 |
Wie denken die Menschen in verschiedenen Ländern dieser Welt über Fragen rund ums Körpergewicht? Die Redaktion von Reader’s Digest wollte es wissen und hat 16’000 Leute in 16 Ländern rund um den Globus befragt. Eines der Länder war auch die Schweiz. Aber „unsere“ Antworten sind nicht zu allen der 19 Themen aufgelistet, die angesprochen wurden. Denn die Schweiz liegt im Quervergleich meist irgendwo in der Mitte und interessant für den publizierten Kurzkommentar waren vor allem die extremen Positionen.
Immerhin: die Frage, wer schon einmal einen Versuch unternommen habe, abzunehmen, beantworteten 71% der SchweizerInnen mit JA… am meisten waren es in Finnland mit 83%, kaum mehr als bei uns bejahten die Frage in USA: 72%. In Deutschland sind es nur 44%, in Frankreich 40% und am wenigsten waren es in Indien: 21% – Das ist ein interessanter Befund, denn nach der jüngsten Gesundheitsbefragung gelten in der Schweiz 41% der Bevölkerung als übergewichtig und 9% als adipös, zusammen also 50%. Demzufolge haben 16% Leute abzunehmen versucht, die es eigentlich gar nicht nötig gehabt hätten…
Stehen wir denn hierzulande unter einem so massiven Diktat der „Gesundheitsapostel“? Die Umkehrfrage gibt Aufschluss: wie hoch ist der Anteil der Menschen, die das Gefühl haben, es werde zu viel öffentlicher Druck auf die Dicken ausgeübt? An der Spitze steht hier Brasilien mit 83%, am wenigsten Druck verspürt man in Ungarn, mit 28%. Die Schweiz hält sich bedeckt, nur 41% klagen über zu starken Druck. In USA sind es 61%. Und in England, wo die staatlichen Kampagnen greifen, sind es 55%.
50% der verheirateten Frauen in USA möchten, dass ihre Männer dünner wären, während nur 47% der amerikanischen Ehemänner gerne schlankere Frauen hätten… In Ungarn sind nur gerade 11% der Männer und 14% der Frauen unzufrieden mit dem Gewicht ihrer PartnerIn.
In Finnland ist die Zahl der Menschen, die Übergewicht als Gefährdung der Gesundheit betrachten, am höchsten. Nachdem Aufklärungskampagnen für eine gesunde Lebensweise seit 30 Jahren laufen, hat sich die Sterblichkeitsrate an Herzinfarkt um 80% verringert und die Lebenserwartung der Finnen um 10 Jahre verlängert.
Beim Konsum von Schlankheitspillen liegt China mit 37% vorne, gefolgt von Brasilien (30%), Russland (24%), Mexico (23%) und USA (19%). – 70% der Russen geben die Schuld am Übergewicht ihren Genen, in Deutchland sind es 61%, in Indien 50%, aber in USA nur 20%! Woran mag diese Diffrenz liegen? – In Frankreich dagegen weisen die meisten der Befragten den „amerikanischen“ Essgewohnheiten und den Fastfood-Ketten die Schuld an der Übergewichtsepidemie zu. – Nur nicht sich selber.
Kategorie: Allgemein
Von Heinrich von Grünigen um 23:25 |
Man ist es sich nicht mehr gewohnt, in den Städten, dass mal der Schnee länger und höher liegen bleibt. Und dass es dermassen kalt wird, dass der Untergrund gefriert und dass sich auf eine Rutschbahn begibt, wer nach draussen geht.
Da wir an einer Hangstrasse wohnen, habe ich mich schon die letzten Tage nur sehr vorsichtig bewegt. Heute aber, als ich die weisse Pracht draussen unbehelligt liegen sah und nachdem man in den Medien ausgiebig darüber informiert worden war, wie sehr die Stadt kein Salz mehr habe um die Trottoirs zu streuen, heute bin ich schlicht und standhaft zuhause geblieben.
Ich wollte kein Risiko eingehen. Im Wissen darum, dass ich mich mit meinem Gewicht auf relativ unsicherem Stand befand, wollte ich dem Unglück gar keine Chance geben, zuzuschlagen. Ich stellte mir vor, wie leicht es wäre, auf dem abschüssigen Trasse auszurutschen und hinzufallen. Ein einziger Tritt würde genügen, der zur Seite oder nach vorne gleiten könnte, dadurch würde sich mein Schwerpunkt verlagern, ich könnte nicht schnell genug ausbalancieren, könnte mich nirgends halten, würde rücklings oder zur Seite auf den Schneeboden knallen, von dem ich keine Möglichkeit mehr hätte aufzustehen, allein nicht und auch nicht mit Hilfe allfällig vorbeikommen der Passanten, die möglicherweise selber zu Fall kämen in dem Schneegestöber, was zu einem wirren Knäuel von Leibern führen müsste, womöglich mitten auf der Strasse, auf dem Fussgängerstreifen, der jedoch unter dem Schnee nicht als solcher zu erkennen wäre, wobei sich dann noch ein Auto von oben nähern könnte, das auf der vereisten Fahrbahn weder zu bremsen noch auzusweichen im Stande sein würde…
All diese möglichen Entwicklungen führten dazu, dass ich den ganzen Sonntag im Haus verbracht habe, lesend, schreibend, essend und fernsehguckend… und, ja: eine Runde auf dem Hometrainer habe ich auch absolviert… man gönnt sich ja sonst keine Bewegung.
Kategorie: Allgemein
Von Heinrich von Grünigen um 22:09 |
Heute war wieder Sporttag. Ich habe mich aufgerafft – bzw. liess mich von Freund Rolf, der es gut meint mit mir, breitschlagen, jeden letzten Samstag des Monats eine Stunde lang besondere Gymnastik zu treiben. Ein spezielles Programm für Bewegungsmuffel, die allerlei Gebrechen haben und nicht mehr volle Pulle beim Training mitziehen könnten.
Man gerät ja schon ordentlich ausser Atem, bis man nur die Turnschuhe angezogen hat und in den Trainer geschlüpft ist! Die Halle ist frisch renoviert, vom Modernsten, was die Stadt zu bieten hat, mit zahlreichen Gerätschaften und Hilfsmittteln, mit denen es eine Freude ist, sich zu bewegen.
Zuerst geht es an die gute alte Sprossenwand. Lockerungsübungen mit Armekreisen und Treten an Ort, aber der Körper signalisiert sofort, dass er es nicht mehr gewohnt ist, Leistung abzugeben. Strecken, beugen, Liegestütz im Stehen gegen die Wand… es gibt unzählige Möglichkeiten, die Muskeln sanft in Bewegung zu bringen und dabei keine allzu grosse Belastung auftreten zu lassen. Und wenn sich die erste Welle von Erschöpfung abzeichnet, dürfen wir absitzen, auf gepolsterte Bänke, mit dem dem grossen Gummiball den Körper stützend, so neue kreisende Bewegungen der Arme und Beine üben. Schliesslich mit dem ganzen Körpergewicht auf dem Ball ruhen und durch sachte Verlagerungen das Gleichgewicht herausfordern und die Muskulatur zum Balancieren bringen.
Schliesslich kommt die Spiel-Runde. Heute ist Uni-Hockey dran, mit den leichten Plastic-Stöcken und dem kleinen weissen Löcherball. Spannend, wie der Wettkampf plötzlich die Reserven freisetzt, einen kurzen Spurt möglich macht, den man sich gar nicht mehr zugetraut hätte, und wie der Triumph über ein geschossenes Tor den Schmerz und die Müdigkeit vergessen lassen.
Den Abschluss bilden wieder einige Lockerungs- und Beweglichkeitsübungen im Sitzen. Wir haben uns sehr vorsichtig und moderat bewegt, aber ich bin doch richtig geschafft und habe das Gefühl, von einer langen Wanderung zurückzukommen.
Kategorie: Allgemein
Von Heinrich von Grünigen um 20:41 |
Langsam gewinnt das Wissen an Boden, dass es wichtig ist, die Kinder in der Schule richtig zu ernähren. Ganztages-Stätten tragen den veränderten Lebens- und Arbeitsbedingungen der Familien Rechnung, Unterricht, Spiel und Mahlzeiten wollen geplant sein.
Hier hat man in einigen Schulen in Amerika eine Erfahrung gemacht, die auch für uns interessante Erkenntnisse bringt. Dort gab es die eingesspielten Stundenpläne schon lange: Unterricht am Vormitag, dann Essen und anschliessend huinaus ins Freie, zum Spielen und Herumtoben, ehe der Unterricht wieder weiter geht.
Nun wurde versuchsweise die Reihenfolge umgedreht: nach den Lektionen ging es noch vor dem Essen zu Spiel und Bewegung, und erst dann wurde gemeinsam das Mittagsmahl eingenommen. Und das Resultat war – nach einem Bericht der New York Times – verblüffend und positiv: Kinder, die VOR dem Essen Dampf ablassen und sich austoben konnten, waren bei Tisch ruhiger, sie hatten besseren Appetit, assen deutlich mehr Gemüse und Früchte, tranken mehr Milch… und es gab weniger Abfälle.
Erstaunllch, was ein einfacher Wechsel in einem vertrauten und eingespielten Ablauf auszumachen vermag. Wirksame Lösungen müssen nicht immer etwas kosten. Einen Versuch sind sie allemal Wert.
Kategorie: Allgemein
Von Heinrich von Grünigen um 22:23 |
Amerika hat im Kampf gegen Übergewicht bei Kindern eine neue Identifikationsfigur: First Lady Michelle Obama habe – berichtet der Guardian in England – das Thema zur Chefsache erklärt und in die eigenen Hände genommen. Sie habe, wird sie zitiert, vor noch nicht allzu langer Zeit selber gegen die Gebote einer gesunden Ernährung für ihre Kinder gesündigt, habe der Einfachheit halber schnell eine Pizza bestellt, wenn der Kühlschrank leer gewesen sei, und sie habe nicht auf Kalorien geachtet oder wieviel Fett in diesen rasch im TakeAway besorgten Speisen gesteckt habe, bis ihr Kinderarzt sie eines Tages auf dieses Problem hingewiesen habe.
Michelle Obama will nun auf das Thema aufmerksam machen und mit gutem Beispiel vorangehen, im Wissen darum, dass sie eine Vorbildfunktion hat. Nächsten Monat will sie eine eigene Kampagne starten, um etwas dagegen zu tun, dass die USA das „fetteste Land der Welt“ werden. – In England, folgert der Guardian, habe die Regierung zwar schon 2007 die ersten Massnahmen beschlossen, aber bisher habe es an glaubwürdigen Vorzeige-Figuren gefehlt, die diesen Kampf zu ihrem eigenen Herzens-Anliegen gemacht hätten.
All die vielen Einzel-Aktionen mit sehr guten Ansätzen verpufften unkoordiniert, weil es an einer einigenden, identitätsstiftenden Kraft fehle. Hier habe England einen grossen Nachholbedarf.
Und wo steht die Schweiz? Machen sich all unsere Superwomen, die von der Boulevardpresse gehätschelten Ex-Vize-Missen und -Mister, die Sportstars und die frisch aus dem Nacktscanner geschlüpften Titelbild-Beauties im Kampf gegen Adipositas und Übergewicht nützlich? – Keine Spur. Im Gegenteil. Man hat fast den Eindruck, die brauchen uns Dicke als willkommenes Kontrastmittel, um die eigene Schlankheit besser zur Geltung bringen zu können.
Kategorie: Allgemein
Von Heinrich von Grünigen um 23:31 |
Schwere Zeiten brechen an für Leute, die sich medikamentös beim Abnehmen unterstützen lassen wollen. Zwei Produkte waren bisher offiziell rezeptpflichtig zugelassen: der Fettaufnahme-Hemmer Xenical mit dem Wirkstoff Orlistat und der Appetitzügler Reductil mit dem Wirkstoff Sibutramin. Vorübergehend kam noch Acomplia dazu, mit dem Wirkstoff Rimonabant, ebenfalls ein Appetitzügler, der jedoch letztes Jahr wegen depressiver Nebenwirkungen wieder vom Markt genommen wurde.
Das Patent für Xenical war vor einigen Jahren abgelaufen, es wurde verkauft und ein neuer Anbieter brachte in etwas schwächerer Dosierung ein gleiches Präparat unter dem Namen Alli auf den Markt, rezpetfrei in Apotheken erhältlich. Heute nun wird bekannt, dass von Swissmedic geprüft wird, ob Reductil ebenfalls – bis auf weiteres – vom Markt genommen werden soll. Schon von Anfang an hatte man beobachtet, dass Sibutramin bei Patienten mit Herzkreislauf-Problemen zu einer Erhöhung des Blutdruckes führen konnte, allenfalls sogar Herzinfarkt oder Schlaganfall auslösen könnte… aufwändige Studien schienen dieses Risiko zwar zu widerlegen, aber nun haben offenbar doch die Bedenken überwogen, zuerst erfolgte das Verkaufsverbot für Reductil in der EU, möglicherweise wird in der Schweiz nachgezogen.
Diese Situation ist bedauerlich. Sowohl Xenical wie auch Reductil waren keine „Wunderpillen“ die ein müheloses Abnehmen ermöglichten, aber beide konnten – vom Arzt zum richtigen Zeitpunkt verordnet – im Verlauf einer Therapie positive Impulse setzen und eine Veränderung auslösen. Nicht alle Patienten sprachen gleich auf die Präparate an, aber jene, denen es geholfen hat, werden jetzt seine Unterstützung vermissen.
Neu kommt nun aber eine weitere Dimension dazu: alle diese Präparate sind auch im Internet erhältlich, wo die Wahrscheinlichkeit gross ist, dass es sich um gefälschte, illegale Produkte handelt, deren Zusammensetzung in hohem Masse gesundheitsschädigend sein kann. Die amerikanische Food and Drug-Administtration hat denn unlängst eine entsprechende Warnung veröffentlicht und auf die Gefahr hingewiesen, dasss gefälschte Alli-Pillen im Umlauf sind, die eine hohe Konzentration des Wirkstoffes Sibutramin (Reductil) enthalten und somit für Patienten mit Herzproblemen gefährlich sein können…
Wichtigste Botschaft: Keine Pillen aus dem Internet!
|
Info
Letzte Artikel
Suche
Facebook
Archiv
|