7/7 Insulin geschnupft
| Kategorie: Allgemein Von Heinrich von Grünigen um 23:24 |
Durch die Nase direkt ins Gehirn… ein Konsum-Prinzip, das nicht nur beim Einziehen von Koks-Linien wirkungsvoll sein soll, sondern das, wie eine aktuelle deutsche Studie zeigt, vor allem im Umgang mit Insulin wichtig werden kann.
Bei der Studie ging es darum, dass übergewichtige und normalgewichige Männer während acht Wochen den Wirkstoff Insulin mit einem Spray in die Nase aufnahmen, was ihn direkt, unter Umgehung des Blutkreislaufs, ins Gehirn beförderte, „zentralnervös“, wie der Fachbegriff lautet. Insulin ist einer von vielen Botenstoffen, die im menschlichen Körper die Nahrungsaufnahme und das Fettmanagement regulieren, der vor allem das mit der Nahrung aufgenommene Fett entweder der Muskulatur zur Verbrennung zuführt, oder es in den Reserve-Polstern einlagert, für bösere Zeiten.
Im Gehirn, und das ist das Resultat der Studie, löst Insulin die Signale aus, dass man durch Essen satt geworden ist. Bei übergewichtigen Menschen hat sich aber im Gehirn eine Insulin-Resistenz entwickelt, so dass kein Sättigungsgefühl mehr wahrgenommen wird und der Mensch unwillkürlich mehr isst, als er effektiv benötigt, um nicht mehr hungrig zu sein.
Normalgewichtige, die Insulin schnupften, nahmen in dem Experiment ab, die Übergewichtigen jedoch nicht. Vielleicht, so schlossen die Forscher, könnte geschnupftes Insulin künftig eine Hilfe sein, um das neue Gewicht zu halten, nachdem ein Adipöser abgenommen hat, denn die Insulin-Resistenz nimmt ebenfalls ab, wenn das Gewicht reduziert wird. Hier ist möglicherweise mit neuen Medikamenten zu rechnen. Diese allerdings würden nur von Männern anzuwenden sein, da Frauen wegen des höheren Östrogenspiegels auf das durch die Nase verabreichte Insulin gar nicht reagieren. – Kehrt am Ende der Schnupftabak auf Insulinbasis in unseren Alltag zurück?

