15/11  Fake-Fleisch oder Imitat?

Kategorie: Allgemein    Von Heinrich von Grünigen um 11:32

Nun wird er auch bei BurgerKing verkauft. Der fleischlose Hamburger ist zum modischen Renner geworden und wird im Land der ungebändigten Fleischfresser, den USA, immer gefragter. Das geht offenbar so weit, dass über ein Gesetz diskutiert wird, das verlangt, veganer Fleischersatz müsse in der Deklaration zwingend als „Nachahmung“ bezeichnet werden.

Daneben wird von der realen Fleischindustrie moniert, das pflanzliche „Fleisch“ sei nicht mehr natürlich, es handle sich um ein „hochverarbeitetes“ Lebensmittel mit einer Vielzahl von „Zutaten“ und Hilfsstoffen und könne daher niemals so gesund und bekömmlich sein wie die originale Fleischfaser vom Weiderind…

Die Veganer halten dagegen: das „richtige“ Fleisch sei wesentlich umweltbelastender und stelle einen ökologischen Sündenfall dar, indem es eine Vielfaches an Ressourcen verbrauche, das Imitat hingegen enthalte wertvolle pflanzliche Nährstoffe, die in einer ausgewogenen Ernährung unverzichtbar seien.

Auf der einen Seite ist es zu begrüssen, dass die Palette der Angebote ausgeweitet wird und der qualitative Standard dabei hoch bleibt. Ich frage mich zwar dauernd, wieso bei diesen Fleisch-Nachahmer-Produkten dann auf Teufel komm raus alles unternommen werden muss, um das Erzeugnis im Aussehen und im Geschmack so „fleischähnlich“ wie nur möglich zu machen, wo doch die Hardcore-Veganer nichts mehr hassen als ein Stück von einem getöteten Tier…

Aber es leuchtet mir ein, dass eingefleischte (im wahrsten Sinn des Wortes) Karnivoren nur zum Umsteigen auf Pflanzen-Nahrung motiviert werden können, wenn diese eben genau so schmeckt und wirkt wie das Original. Die weitere Entwicklung in dieser Sache darf mit Spannung beobachtet werden.




13/11  Welt-Diabetes-Tag

Kategorie: Allgemein    Von Heinrich von Grünigen um 16:42

Morgen, am 14. November, wird er begangen. Diabetes Typ 2 ist eine der häufigsten Begleiterkrankungen von Übergewicht und Adipositas. Früher sprach man von „Altersdiabetes“, heute ist das Phänomen vermehrt bereits bei Jugendlichen und sogar Kindern anzutreffen, wenn diese schon früh stark übergewichtig sind.

Schätzungsweise rund 500’000 Personen sind in der Schweiz an Diabetes erkrankt. Im Durchschnitt dauert es sieben Jahre, bis ein Diabetes Typ 2 entdeckt wird. Ob jemand zur Risikogruppe gehört, kann durch entsprechende Tests ermittelt werden. Die verschiedenen lokalen Sektionen der Diabetes-Gesellschaft bieten solche Tests an. – Weltweit leiden ca. 425 Millionen Menschen oder jeder 11. Erwachsene unter Diabetes. Jeder zweite Mensch, der derzeit mit Diabetes lebt, wird nicht diagnostiziert. Die überwiegende Mehrheit davon hat Typ-2-Diabetes.

Der Welt-Diabetes-Tag wurde 1991 von der International Diabetes Federation (IDF) und der Weltgesundheitsorganisation ins Leben gerufen und erreicht ein globales Publikum von über einer Milliarde Menschen in mehr als 160 Ländern. Er wird jedes Jahr am 14. November gefeiert, dem Geburtstag von Sir Frederick Banting, der 1922 zusammen mit Charles Best das Insulin entdeckte. Im Vordergrund der diesjährigen Kampagne der IDF, einer weltweiten Organisation zur Erforschung und Behandlung von Diabetes, steht das Thema Familie und Diabetes. Dabei liegt der Fokus auf der Erkennung von Warnzeichen, den Auswirkungen von Diabetes auf die Familie und der Förderung der Rolle der Familie bei der Verwaltung, Pflege, Prävention und Aufklärung von Diabetes. Ziel dabei ist es, die Früherkennung und Behandlung der Krankheit in der breiten Öffentlichkeit zu fördern.




12/11  Nachhaltig essen

Kategorie: Allgemein    Von Heinrich von Grünigen um 16:46

Es ist das Zauberwort der Stunde: Nachhaltigkeit. Wenn sogar unser liebes Farbfernsehen verkündet, es wolle künftig seine Krimis (bzw. den Tatort) wenigstens „nachhaltig“ produzieren, so muss an dieser Formel etwas Magisches sein. Und wir sollten uns das „Nachhaltige“ auch für unsere Ernährung sichern.

Dazu gibt es heute schon zahlreiche Ansätze, die konsequent auszubauen wären. Der ganze Kampf gegen Food Waste geht in diese Richtung, die Bestrebungen, mehr Läden mit Offen-Verkauf einzurichten, in denen auf das plastifizierte Verpackungsmaterial verzichtet werden kann, sodann bei Beachtung der Regionalität, der kurzen Versorgungswege, die saisonale Küche, die auf Früchte und Gemüse verzichtet, welche aus Übersee eingeflogen werden müssen…

Und da finde ich doch eine Betrachtung der Nahrungs-Expertin Marion Nestle, welche festgestellt hat, dass – zumindest in USA, aber es wird hierzulande nicht viel anders sein – die Getränke-Industrie zu den grössten Umweltverschmutzern gehört, indem sie ihre Produkte praktisch ausschliesslich in Einweg-Gebinde abfüllt. Gleichzeitig torpediert die Getränke-Lobby aber offenbar konsequent die Bestrebungen, in einzelnen US-Staaten eine griffige Gesetzgebung für ein konsequentes Dosen- und Flaschen-Recycling einzuführen.

Das sei, so Nestle, in hohem Masse heuchlerisch, denn es sei statistisch erwiesen, dass in Staaten, in denen es entsprechende Gesetze gibt, die Recycling-Quote deutlich höher sei (nämlich 60%), während sie in Staaten ohne Gesetz lediglich 40% beträgt. Die Schweiz spielt da zwar in einer ganz anderen Liga: 2018 wurden 96% der Glas-Verpackungen rezykliert, beim Alu waren es 90% und bei den PET-Getränkeflaschen immerhin 82%… Aber trotzdem: die Einführung eines Flaschenpfandes auf PET könnte die Quote noch deutlich nach oben schnellen lassen!

Und das ist nur das Trinken. Vom Essen gibt es noch keine umfassenden Statistiken. Vielleicht ändert sich das, wenn nun im Bundeshaus die grüne Fraktion mehr zu sagen hat. Man darf auf entsprechende Entwicklungen gespannt sein. Wir bleiben jedenfalls am (nachhaltigen) Ball.




11/11  Tag der Kranken

Kategorie: Allgemein    Von Heinrich von Grünigen um 16:33

Nein, der ist nicht heute. Aber er wirft seine Schatten voraus, obwohl er erst am 1. März 2020 stattfindet. Denn es gibt eine Institution, die sich mit diesem Merk-Datum befasst und auf einer eigenen Webseite alle einschlägigen Informationen anbietet, die zur Vorbereitung dieses „Jahrestags“ dienen können, um ihm in der Öffentlichkeit möglichst viel Nachhall und Wirkung zu verschaffen.

Für 2020 wurde ein Motto festgelegt: Ich bin mehr als meine Krankheit(en). – Das scheint auf den ersten Blick eine triviale Aussage. Aber bei näherer Betrachtung offenbart sich ein tiefer Hintersinn: die meisten von uns nehmen „Gesundheit“ als einen Normal-Zustand, als etwas Selbstverständliches. Gedankenlos setzten sie oft ihr eigenes Wohlergehen aufs Spiel, indem sie sich risikoreich verhalten, sich – oft wider besseres Wissen – selber Schaden zufügen, sei es durch das, was sie konsumieren oder dadurch, wie sie sich verhalten. „Raubbau“ sagte man früher dazu: von Ressourcen zehren, solange sie da sind. Ist der Vorrat gross, fällt das kaum ins Gewicht und es gibt dazwischen Phasen der Regeneration.

Aber mit den Jahren kommen die Gebresten. Es knickt und zwickt allerorten. Und je älter man wird, desto intensiver beschäftigt man sich mit seinen Krankheiten. Man spricht darüber, sie beherrschen den Alltag, geben den Takt vor, auch wenn oft auf hohem Niveau gejammert wird. Hypochonder neigen dazu, das kleinste Wewehchen schon als tödliche Bedrohung zu verschreien und in Trübsal zu versinken, statt dass sie sich erfreuen an dem, was das Leben ihnen (noch) zu bieten hat.

In diesem Sinne ist das Motto 2020 wohl zu verstehen: neben dem was uns an Krankheit(en) plagen mag gibt es so Vieles, das uns den Tag verschönern kann und wofür es sich zu leben lohnt, dass wir Grund haben, dankbar zu sein und uns über das zu freuen, was noch geht, statt zu beklagen, was nicht mehr so rund läuft. Mal den 1. März abwarten!




8/11  Schöne digitale Welt

Kategorie: Allgemein    Von Heinrich von Grünigen um 14:38

Es war eine spektakuläre, spezielle Veranstaltung. Thema: Patienten in der digitalen Welt – Herausforderungen und Lösungen. Im Berner Kursaal trafen sich Vertreterinnen und Vertreter von Patientenorganisationen, eingeladen hatte die Firma Novartis zum „European Patient Innovation Summit 2019“.

Ein europaweites Netz über Satellit war aufgebaut worden, über das eine Reihe europäischer Hauptstädte miteinander optisch und akustisch verbunden waren, von London, Paris, Brüssel bis nach Malta und Zagreb… Überall sassen PatientenvertreterInnen beisammen und diskutierten über vorgegebene Fragen, nachdem sie sich simultan die einleitenden Fachreferate angehört hatten.

Was bringen digitale Tools (Apps) den Menschen, die an chronischen Krankheiten leiden? Welche Aufgaben im Gesundheitswesen könnten an Künstliche Intelligenzen (KI) delegiert werden? Wie sieht die Situation in den einzelnen Ländern bezüglich der Einführung von elektronischen Patientendossiers (EPD) aus? Welche Lösungen zeichnen sich ab und vor allem: welche zentralen Erwartungen haben „Betroffene“ an die digitale Innovation der Zukunft?

In der Diskussion wurde bald klar: jedes Krankheitsbild verbindet ganz eigene, spezielle Hoffnungen mit einem digitalen Support. Dieser kann in mancherlei Hinsicht hilfreich sein: für ein personalisiertes und kontinuierliches Monitoring, als erste Ansprech-Stelle (über sogenannte Chatbots, die auf Anfrage hin einfache Diagnosen abgeben können), bis zu den kompletten elektronischen Dossiers, in denen die ganzen Krankengeschichten mit allen Details gespeichert sind.

Am Ende des Tages ging es darum, im Austausch mit allen teilnehmenden Gruppen jene Fragestellung zu ermitteln, welche die grösste Herausforderung an die künftige Entwicklung darstellt. In der Berner Gruppe einigte man sich auf die Frage: Wie gelingt es, den Patienten so in den künftigen Prozess einzubinden („co-create“), dass er einen optimalen Nutzen zur Steigerung seiner Lebensqualität erhält?

Die Frage, die ich selber im Brainstorming eingebracht hatte, wurde zwar freundlich notiert, aber dann doch nicht weiter verfolgt. Sie scheint mir trotzdem von einiger Relevanz zu sein: Was ist mit dem digitalen Support, wenn es keinen Strom mehr gibt?




4/11  Zuckerbombe

Kategorie: Allgemein    Von Heinrich von Grünigen um 14:58

Weniger wäre mehr. Und unser Gesundheitsminister rühmt sich mit dem „Erfolg“ seiner Vereinbarung mit den Lebensmittelfabrikanten, in einzelnen Joghurts den Zuckergehalt um bis zu sagenhaften 10 Prozent (!) reduziert zu haben: waren früher auf 100 Gramm Joghurt 17 Gramm zugefügter Zucker, so sind es jetzt nur noch 15,3 Gramm. Wahnsinn… Jetzt werden wir alle schlank!

Am Samstag habe ich für einen Familienbrunch wieder mal in der Migros das ganz normale „Classic“-Himbeer-Joghurt gekauft. Still und heimlich sind die Becher angewachsen von früher 180 Gramm auf neu runde 200 Gramm. Der Zucker-Anteil beträgt 12 Gramm auf 100, im ganzen Becher hat es also 24 Gramm zugefügten Zucker, das weist die Nährwert-Angabe aus. Und dahinter steht die Kolonne mit dem prozentualen Anteil am „empfohlenen Tagesbedarf“, der sogenannten Referenzmenge für einen durchschnittlichen Erwachsenen. Da steht eine überraschende Zahl: die 24 Gramm Zucker seien 27 Prozent des empfohlenen Tagesbedarfs… also quasi ein Viertel. Wenn man das hochrechnet, kommt man auf sage und schreibe 100 Gramm Zucker als Referenzmenge für den „empfohlenen“ Zuckerkonsum!?!

Was läuft da schief? Man weiss, dass die WHO einen täglichen Maximal-Konsum an zugefügtem Zucker von 50 Gramm empfiehlt, und schon das ist das Resultat eines Power-Lobbyings der globalen Zuckerindustrie. Und wer auf sein Gewicht achten oder gar abnehmen will, sollte wenn immer möglich total auf zugefügten Zucker verzichten und beim natürlichen Fruchtzucker vorsichtig sein…

Ist das nun eine Irreführung der KonsumentInnen? – Nein, denn es ist ja offen deklariert. Aber ist es auch „richtig“ und „korrekt“? Oder habe ich dummerweise die Prozent-Angaben in der Deklaration völlig falsch interpretiert? Vielleicht kann jemand Licht in die Zucker-Finsternis bringen und die Bombe entschärfen..?