25/5  Test-Verzicht

Kategorie: Allgemein    Von Heinrich von Grünigen um 16:47

Vor dreieinhalb Wochen hatte er sich bei mir gemeldet. Adel Abdel-Latif, einst als Mister Schweiz in den Schlagzeilen des Boulevards, hatte er später Medizin studiert und ist nun, nach mehreren Jahren medizinischer Praxis publizistisch tätig, verfasst Bestseller-Sachbücher und betreibt eine Online-Plattform mit Podcast-Interviews zu medizinischen Themen unter dem Titel „The Voice of Medicine“.

Wir haben uns viele Jahre nicht mehr gesehen, und nun steht er da in unserem Büro und will mit mir einen Talk realisieren zum Thema Adipositas und wie ich damit umgegangen bin. Es ist ein angeregtes Gespräch mit einem angagierten und sachkundigen Interviewer, das Spass macht. In etwa drei Wochen wird es aufgeschaltet und öffentlich zugänglich sein.

Bei der vorausgehenden Terminabsprache habe ich Adel darüber informiert, dass ein wesentliches Element meines aktuellen Ernährungskonzeptes der möglichst völlige Verzicht auf Zucker sei. Und nun eröffnete er mir, dass er seitdem einen Selbstversuch gestartet hat: seit dreieinhalb Wochen achtet er darauf, dass er nichts mehr isst, was Zucker enthält. Und hat in dieser Zeit sechseinhalb (!) Kilo abgenommen! Einzig durch das Weglassen eines „Lebensmittels“, das der Organismus nicht wirklich braucht.

Die erste Woche sei hart gewesen, räumt Adel ein, er habe regelrechte Entzugserscheinungen gehabt, denn Zucker ist effektiv eine Droge, die süchtig macht und die im Hirn ähnliche Reaktionen auslöst wie Kokain und Heroin… Aber dann fühlte er, wie sich sein Befinden stetig verbesserte und er ist – als Mediziner – über die Auswirkung des Zucker-Verzichts begeistert.

Ich finde das super. – Es gibt hilfreiche Empfehlungen, den Zuckerkonsum einzudämmen. Wer mehr über die Auswirkungen des „süssen Gifts“ auf unseren Organismus erfahren will, der reserviert sich den 9. Juni 2018: die Informations-Veranstaltung der SAPS, die u.a. diesem Them gewidmet ist. Eintritt frei.




24/5  Unter dem Teppich…

Kategorie: Allgemein    Von Heinrich von Grünigen um 15:09

Es ist jetzt ein gutes Jahr her. Da berichtete der Tages-Anzeiger (nicht zuletzt basierend auf Informationen aus der SAPS) über einen Adipositas-Chirurgen, der sich im Umgang mit seinen PatientInnen z.T. gröbste Fahrlässigkeiten zuschulden kommen liess und der mit gezielter Falschinformation die Notlage verzweifelter Menschen finanziell ausbeutete.

Die Gesundheitsdirektion des Kantons Zürich, wo der angebliche „Professor“ sein Unwesen trieb, leitete nach einem Vorstoss der medizinischen Fachorganisation SMOB eine Untersuchung ein. Wir von der SAPS lieferten die belastenden Materialien jener PatientInnen, die sich an uns gewandt hatten und die mit der Weitergabe ihrer Informationen einverstanden waren.

Dann trat Funkstille ein. Auf Nachfrage bei der Gesundheitsdirektion wurde uns im Herbst 2017 beschieden, aus „Amtsgeheimnisgründen“ könne man uns nicht mehr sagen, als dass der betreffende Chirurg für Zürich und die Schweiz keine „Berufsausübungsbewilligung“ mehr habe. Punkt. Ja, man bat noch um Verständnis.

Und nun war letzte Woche in einem aktuellen TA-Bericht zu lesen, dass der „Fall“ für die Gesundheitsdirektion abgeschlossen sei. Der „Professor“ praktiziert inzwischen in der Ukraine und rühmt sich auf seiner Website mit rundwegs erlogenen Behauptungen über seine grossartigen „Erfolge“ in der Schweiz… – Ein Internet-Auftritt, der durchaus geeignet sein könnte, nichtsahnende PatientInnen, denen aus medizinischen Gründen ein chirurgischer Eingriff verweigert wird, in die falsche Hoffnung zu wiegen, sich in der Ukraine eine qualitativ hochstehende Behandlung „kaufen“ zu können… Vor einem solchen Entscheid muss hier in aller Deutlichkeit GEWARNT werden!

Befremdlich an der Sache ist nur: bis jetzt wurde die SAPS, die sich im Interesse der betroffenen PatientInnen an die Gesundheitsdirektion gewandt hatte, mit keinem Wort über die offenbare Einstellung des Verfahrens informiert, ebensowenig wie die Fachorganisation SMOB. Es gibt auch keine Informationen darüber, ob die damaligen Verantwortlichen des Spitals, die diesen Scharlatan – im vollen Wissen um dessen problematische Hintergründe – gewähren liess, zur Rechenschaft gezogen werden.

Ein gesundheitspolitisch mehr als brisanter Vorgang, zu dem wir von der SAPS aus Aufklärung gefordert haben und wo wir auf eine Antwort warten. In der Zwischenzeit können wir nur nochmals betonen: ACHTUNG ! Keine bariatrischen OP’s in der Ukraine! – Und: bitte nicht unter den Teppich kehren!




16/5  Was darfs denn kosten?

Kategorie: Allgemein    Von Heinrich von Grünigen um 15:27

Geld regiert die Welt. Das ist weiss Gott keine neue Erkenntnis. Aber sie wird einem bei jeder Gelegenheit immer wieder aufs Neue eingebläut.

Ich war gestern an der Mitgliederversammlung des Vereins „Allianz ‚Gesunde Schweiz'“. Nach den statutarischen Geschäften gab es ein Referat und eine Aussprache mit einer Mitarbeiterin aus dem Beraterstab des Gesundheditsministers BR Alain Berset. Auch hier standen die Finanzen im Zentrum fast aller Überlegungen. Skizziert wurden die „Hauptsorgen“ im Gesundheitswesen. An erster Stelle ist dies die „Finanzierung der Gesundheitsleistungen“, sprich: die Problematik der stetig steigenden Krankenkassen-Prämien. Heute ist es offenbar so, dass die Bürgerinnen und Bürger rund 30% der Gesundheitsausgaben direkt aus der eigenen Tasche berappen, während sie den Rest – indirekt – über die Steuern finanzieren. Ein Massnahmenpaket zur Kostendämpfung soll im Herbst in die Vernehmlassung gehen.

Zweite Hauptsorge ist der Pflege-Notstand: auch hier spielt das Geld eine zentrale Rolle auf allen Ebenen und in sämtlichen Bereichen, wo Personalmangel besteht. Konkrete Lösungsansätze für dieses Problem sind noch nicht in Sicht.

Dritte Hauptsorge ist der Gegensatz zwischen „Markt“ und „Gesundheitsschutz“: die liberale Marktwirtschaft, wie sie vom politischen Mainstream im Parlament derzeit gefördert wird, ist auf Rendite ausgerichtet. Dieses Gewinnstreben geht bezüglich Gesundheit in vielen Fällen eindeutig zulasten der guten Rahmenbedingungen für die Bevölkerung: Initiativen zum Schutz der Kinder und Jugendlichen vor aggressiver Werbung für „ungesunde“ Lebensmittel haben keine Chance, Verschärfung der Regulierung der Tabakwerbung geht ebenfalls nicht, Vorstösse für eine bessere Kennzeichnung der Lebensmittel werden abgeblockt… In den aktuellen parteipolitischen Konstellationen haben Vorschläge zur Gesundheitsvorsorge einen schweren Stand.

Am meisten zu denken hat mir jedoch die Aussage des Präsidenten der „Allianz“ – Ständerat Hans Stöckli (SP) – gegeben, wonach in der Schweiz „mehr Geld ausgegeben wird für die Verwaltung des Gesundheitswesens als für die Prävention insgesamt“. – Kommentar überflüssig!




14/5  Was macht Milch nun wirklich?

Kategorie: Allgemein    Von Heinrich von Grünigen um 16:22

Die Verunsicherung ist gross. In letzter Zeit häuften sich Berichte und Statements zur „Gefährlichkeit“ des Milchkonsums. Milch mache nicht nur dick, sie fördere zudem das Krebs- und andere Gesundheitsrisiken. Dazu kommen tierschützerische Überlegungen im Blick auf die Hochleistungs-Zucht der Milchkühe und zunehmend eine grundsätzliche Milch-Abstinenz im Zuge der veganen Ernährung, die eine immer breitere Anhängerschaft findet.

Blickt man ins Milch-Regal im Supermarkt, so gibt es dort Sojamilch, Mandelmilch, Kokosmilch, Hafermilch, Hanfmilch… die Liste der Ersatzprodukte wird immer länger. Mehr und mehr Menschen wenden sich von der Vollmilch ab, bevorzugen „fettreduzierten“ Milch-Drink, wie hochindustriell er auch immer gepanscht wurde…

In unserer Jugend kam die Milch direkt vom Bauernhof. Über Nacht in einer Schale aufbewahrt, lieferte sie am Morgen die dicke Rahmschicht ab, aus der wir selber Butter machten. Aber am besten war sie im Stall direkt ab Zitze. Da wusste man noch nichts von Laktoseintoleranz. Heute hat, wie die Sonntagspresse vermeldet, der Milchkosum in der Schweiz einen Tiefststand erreicht, egal wie athletisch die Kuh Lovely auf Berge klettert oder wie virtuos sie mit dem Ball jongliert.

Wir sind schon so weit, dass die Ärzte bei Kindern Unterernährung feststellen, weil sie keine „richtige“ Milch mehr trinken! – Als wir vor nunmehr 20 Jahren auf der Suche nach Sponsoren auch mit dem Schweizerischen Milchproduzenten-Verband Kontakt aufnahmen, beschied uns dieser, dass er an „unserer“ Klientel eigentlich nicht so interessiert sei: er betreibe Marketing für die Vollmilch und nicht für irgendwelche therapeutisch fettreduzierte Drinks!

Heute wird das Fett nicht mehr als Ursache Nummer Eins für Übergewicht und Adipositas angesehen. Die offizielle Empfehlung der Schweizerischen Gesellschaft für Ernährung lautet: 3 Portionen Milchprodukte täglich. Das gilt – sinngemäss und massvoll umgesetzt – auch für Menschen mit Übergewicht. Warten wir die nächste Stufe der Erkenntnis ab.




11/5  Auf der Brücke

Kategorie: Allgemein    Von Heinrich von Grünigen um 16:47

Es ist Freitag. Und auf den Strassen, in den Geschäften, am Telefon ist es angenehm menschenleer und ruhig: es ist der Brückentag zwischen Auffahrt und dem Wochenende. Zeit und Musse also für eine kleine Büro-Meditation.

In einer Woche, am 19. Mai. „begehen“ wir den EOD, den European Obersity Day. Der europäische Adipositas-Tag steht diesmal unter dem Motto: Tackling Obesity Togehter – Adipositas gemeinsam anpacken! Gemeint ist: dass alle Regierungen gemeinsam Massnahmen einleiten sollten, um durch geeignete Regulierung Verhältnisse zu schaffen, was die Ernährung und die Umwelt-Bedingungen betrifft, damit sie sich weniger negativ auf die Entwciklung des Körpergewichts bei Jugendlichen und Erwachsenen auswirken.

Das ist ein ambitionierter Vorsatz und die Wahrscheinlichkeit, dass sich durch einen europaweiten „Gedenk-und-Motiovations-Tag“ tatsächlich spürbar etwas verändern könnte, ist in Wirklichkeit äusserst gering bis gar nicht vorhanden. – Mit welchen Hürden und Hindernissen wir auf dem politischen Parkett zu kämpfen haben, das zeigt etwa das Thema „Zuckersteuer“, zu dem ich im Nachrichtenportal INFOsperber eine fundierte und eindrückliche Übersicht gefunden habe.

Nächsten Donnerstag fahre ich nach Brüssel an eine Konferenz, die der Vorbereitung auf diesen EOD dient. Die Experten-Referate, die angesagt sind, werden kaum sensationelle Neuigkeiten zu künden wissen, aber so ist es eben: man muss es immer und immer und immer wieder sagen, bis es der letzte Sturkopp verstanden hat: wenn nicht bald etwas geschieht, geschieht es…




9/5  Digitale Kosten

Kategorie: Allgemein    Von Heinrich von Grünigen um 16:39

Fluch oder Segen. Derzeit wird öffentlich darüber diskutiert, ob bei der Digitalisierung die Vor- oder die Nachteile überwiegen. Heute, auf der Liege in der Akupunktur-Therapie, haben mich aufmüpfige Gedanken beschlichen (man hat da ja sonst nichts zu tun):

Von der Digitalisierung im Gesundheitswesen verspricht man sich so allerhand. Abgesehen von eHealth, wo dank dem elektronischen Patienten-Dossier bald glasklare Transparenz über all unsere Wewehchen und Zipperlein herrschen soll, bis hin zu den vielen Trackern, die wir am Handgelenk und sonstwo tragen können, die all unsere Daten laufend erfassen und an irgendwelche Kontrollinstanzen melden, die uns belohnen oder bestrafen, je nachdem, ob wir brav oder nicht so waren… wir haben uns den Grossen Bruder selber auf den Buckel geschnallt.

Wenn wir auf unserem Smartphone eine App haben, mit der wir im Supermarkt den Strich-Code eines Lebensmittels enträtseln können, mag uns dies den Kaufentscheid vielleicht erleichtern. Aber ist uns auch bewusst, was wir damit auslösen? Denn all die Daten, die da weltweit auf Abruf bereit sind, mussten ja einmal erfasst werden, dann auf ein geeignetes Speichermedium übermittelt, dort verwaltet und gepflegt, katalogisiert und organisiert werden, so dass sie jederzeit für jedermann/frau bis in den hintersten Winkel der Zivilisation greifbar sind…

Und jede Bewegung eines noch so kleinen Daten-Pakets ist mit Energie-Aufwand verbunden, verbraucht Strom, Elektrizität, die wiederum produziert wird mit fossilen Brennstoffen, Atomspaltung oder nachhaltiger Technologie, die ja auch nicht auf den Bäumen wächst. Wir fotografieren den Code, er wird über den Sende/Empfangs-Mast an eine Zentrale geleitet, wird dort verarbeitet, abgeglichen, kommentiert und uns den ganzen Weg wieder zurück geschickt… Ich habe keine Ahnung, wieviel Energie, gemessen in herkömmlichen Einheiten, für diesen Prozess aufgewendet werden muss. Noch weniger, wer für all diese Kosten, die dadurch entstehen, letztlich aufkommt.

Vieles davon zahle ich selber: ich habe das Handy bezahlt, begleiche die Stromrechnung fürs Aufladen, zahle regelmässig die Netzgebühr… aber nachher verliere ich die Kosten aus den Augen. Die riesigen Server-Systeme, luftig-leicht als Cloud bezeichnet, laufen ja nicht einfach so gratis. Die ganze Daten-Erfassung und -Verwaltung ist mit Personalkosten verbunden… wer steht dafür gerade?

Wenn das Beschaffen von Informationen zu einem bestimmten Lebensmittel gleich viel oder gar mehr Energie verbraucht als das Kochen der Speise auf dem heimischen Herd – dann ist etwas aus dem Lot geraten. (Und dabei haben wir noch gar nicht darüber nachgedacht, was es alles braucht, bis ich mein knusprig ausgebratenes Cordon-Bleu mit dem 3-D-Drucker herstellen kann…)

Zum Glück bimmelt die Klingel am Zeitmesser in meiner Akupunktur-Klause und Sandra erscheint, um mich von den Nadeln zu befreien… das erspart mir weiteres Grübeln über die Hintergründe der Digitalisierung.




8/5  Kalorien pro Menü

Kategorie: Allgemein    Von Heinrich von Grünigen um 15:39

Grosser Schritt in den USA. Seit gestern, 7. Mai, ist es in Amerika per Gesetz vorgeschrieben, dass alle Fastfood-Ketten mit mehr als 20 Filialen landesweit verpflichtet sind, die Kalorienzahl und weitere Nährwert-Daten pro Gericht zu veröffentlichen.

Dies ist eine wichtige Massnahme, die dazu beitragen soll, dass sich die Bevölkerung kalorienbewusster ernähren kann. Man verspricht sich davon, dass einerseits die Anbieter ihre Rezepte überprüfen und darauf achten, dass der Nährwert kalorisch nicht zu seit in die Höhe schnellt und dass auf der andern Seite die KonsumentInnen sich im Zweifelsfall für das „günstigere“ Angebot entscheiden.

Diese Deklarationspflicht wurde im Prinzip schon 2010 von der zuständigen Behörde (FDA) geplant, aufgrund des massiven Widerstandes aus Wirtschaftskreisen wurde für die Einführung jedoch ein Moratorium von acht Jahren festgelegt, das nun gestern abgelaufen ist.

Welche Auswirkungen die Vorgabe auf die weitere Entwicklung der Adipositas-Epidemie in den Vereinigten Staaten haben wird, bleibt abzuwarten. Nach wie vor ist sie umstritten und es ist eigentlich erstaunlich, dass das Projekt unter der Trump-Administration (noch) nicht gekippt worden ist. Wir sind gespannt.




7/5  Food Repo

Kategorie: Allgemein    Von Heinrich von Grünigen um 16:40

Was ist jetzt das wieder? Eine Art Wikipedia für Lebensmittel, ein Instrument, das uns – oder zumindest denen, die entweder darauf angewiesen oder daran interessiert sind – den bewussten und verantwortungsvollen Umgang mit unserer Nahrung erleichtern soll bzw. kann.

Food Repo ist eine digitale Sammlung von Daten, wie sie zu verarbeiteten Lebensmitteln gemäss Deklarationspflicht weltweit erfasst und dokumentiert sind. Hat man die entsprechende App auf seinem Smartphone installiert, muss nur noch der Barcode, also der Strichcode abfotografiert werden und schon sind sämtliche Hintergrundinformationen ersichtlich, die auf der Packung gar nicht Platz hätten…

Für die Schweiz wurden bisher über 20’000 Produkte erfasst. Das System ist international vernetzt und soll künftig wo weit individualisiert uind mit persönlichen Daten der Nutzer kombiniert werden, dass auf einen Blick ersichtlich ist, was „gut“ ist für mich in meiner persönlichen Situation und was ich eher meiden sollte.

Das Ding „funktioniert“ allerdings nur für verarbeitete, fabrizierte Fertigprodukte. Nicht für Naturbelassenes wie einen simplen Apfel, eine Rübe, ein Broccoli oder eine Knoblauchzehe… Über die künftigen Vorzüge und Segnungen dieses Systems wurden wir anlässlich der Mitgliederversammlung der Schweizerischen Gesellschaft für Ernährung SGE in einem Referat informiert. „Ernährung im digitalen Zeitalter“ lautete das Motto.

Wissen, was man isst, ist immer gut. Aber, so fragte ich mich insgeheim im Anschluss, wie verhalten sich diese detailreichen Erkenntnisse, die da digital zur Verfügung gestellt werden, mit der immer weiter verbreiteten Empfehlung fast aller Essens-Berater, wenn man gesund leben oder gar überschüssiges Gewicht verlieren wolle, solle man um Himmels Willen auf Fertigprodukte verzichten, nur möglichst naturnahe, unverarbeitete Lebensmittel zu sich nehmen, wieder selber kochen mit Zutaten, über deren Herkunft man lückenlos im Bild ist..?

Wenn man diese Ratschläge beherzigt, erübrigt sich doch der universelle virtuelle und digitale Thesaurus in sämtlichen Clouds der Welt. Und unser Geschmcksempfinden bleibt ohnehin auch in Zukunft analog.




3/5  Ausbau

Kategorie: Allgemein    Von Heinrich von Grünigen um 13:40

Heute Morgen am Kiosk meines Vertrauens. Eigentlich wollte ich nur wie jeden Tag auf dem Weg ins Büro mein buntes Blatt kaufen. Diesmal stutzte ich. Direkt vor der etwa sechs Meter breiten, unten mit Zeitungen und oben mit Süsswaren dicht vollgestopften Auslage stand neu ein Beistelltisch aus Chromstahl und Glas, einen auf einen halben Meter etwa, belegt mit Branchlis verschiedener Farben, Riegeln, goldigen Schoko-Hasen und anderen Schleckereien, etwas tiefer gelegt als die normale Theke, gerade auf der richtigen Höhe für Kinderhände, wenn Mama auf die Auswertung der Lottozahlen warten muss oder darauf, dass die freundliche Kioskfrau ihr die Zigaretten aus dem Regal herunterholt.

Ganz so, als wären die Auswahl und die Verfügbarkeit von Süsskram noch nicht ausreichend.

Gönn dir was – so lautet das Motto der Kiosk-Betreiberfirma Valora. Es scheint, als würden hier Umsatz-Vorgaben gemacht, die von den einzelnen Kiosken auf Teufel komm raus (und Fett geh rein!) erreicht werden müssen. Bin gespannt, wie lange das neue Tischlein-lock-mich vor der ohnehin schon üppigen Auslage stehen bleibt. Es behindert den Durchgang und könnte im Umkehrsinn für Absatz-Probleme sorgen. Was weiss man. Abwarten.




2/5  Carb or no carb…

Kategorie: Allgemein    Von Heinrich von Grünigen um 14:53

…that is the question. Ohne den guten alten Hamlet zu sehr zu strapazieren: die Frage stellt sich offenbar.  Es geht um den Verzicht auf Kohlenhydrate, der in letzter Zeit immer mehr als Empfehlung zu effizienter Gewichtsreduktion propagiert wurde und wird. Kein Wunder, melden sich nun die Gegenstimmen und mahnen zu Vorsicht.

Dabei ist es ganz einfach: Low Carb – oder quasi No Carb – ist dann sinnvoll, wenn es darum geht, massive Fettreserven abzubauen, denen mit der simplen Empfehlung „weniger essen, mehr bewegen!“ nicht beizukommen ist. Bei einem rigorosen Verzicht auf Kohlenhydrate (wie er im Verlauf der Evolution bei jeder grösseren Hungersnot vorkam) stellt sich der Stoffwechsel vom „metabolen“ Modus auf den „katabolen“ um, er gerät in die Ketose und produziert aus den im Überfluss vorhandenen Fettreserven Fettreserven ersatzweise die „Ketonkörper“, welche in der Energieversorgung die Rolle der (fehlenden) Kohlenhdrate übernehmen können. Je höher der Fettanteil, desto grösser die Energie-Reserve.

Die „Warnung“, die sich an SportlerInnen richtet, ist dann berechtigt, wenn diese normalgewichtig sind: für rasch verfügbare Leistungsenergie sind Teigwaren die ideale Lösung, nicht umsonst verschlingen die Iron-Man-Athleten auf ihren Parforce-Touren tellerweise Spaghetti, um bei Kräften zu bleiben… – Aber diese Warnung muss jene nicht kümmern, die mit BMI 30 und mehr ihr Gewicht reduzieren möchten: ist der Modus-Schalter im Stoffwechwsel auf „Ketose“ umgestellt, kann Energie „aus dem Vollen“ geschöpft werden, solange noch Fettreserven vorhanden sind. Hier ist das Gegenteil problematisch: gönnt man sich zwischenzeitlich eine kohlenhydratige Leckerei in Form von Süssigkeiten, Brot oder zuviel an Früchten, kippt der Stoffweschsel wieder zurück, der Blutzuckerspiegel steigt, der Appetit ebenso, und die Gewichtsreduktion wird ausgesetzt. Erst der praktisch vollständige Verzicht auf Kohlenhydrate löst nach einiger wieder den Switch in den Abnehm-Modus aus.

Das habe ich in den letzten Jahren am eigenen Leib erlebt – und meine Erfahrungen sind durchs Band weg positiv, vor allem auch was die Energie und die Lebenslust betrifft.