10/5  Polit-Agenda

Kategorie: Allgemein    Von Heinrich von Grünigen um 17:21

Ein Adipositas-Blog sollte sich aus der Tagespolitik heraushalten. Aber manchmal verlangen die Umstände etwas anderes. In zehn Tagen stimmen wir über ein Energie-Gesetz ab. Ich habe meinen Stimmzettel bereits ausgefüllt und eingeworfen und verfolge mit einer Mischung aus Verblüffung und Unglauben die Argumentationen des gegnerischen Lagers und die Horror-Szenarien, die dabei an die Wände gebeamt werden. Fake News noch und noch… nicht im Sinne von verdrängten Wahrheiten, die wir nicht zur Kenntnis nehmen wollen, sondern als verdrehte oder schlicht erlogene Pseudo-Fakten zwecks Stimmungsmache.

Der Grund, weshalb ich das Thema hier aufgreife, ist ein Aufruf von Barack Obama, der sich als moralische Instanz in Erinnerung ruft und dazu auffordert, alles zu unternehmen, um sein „Erbe“ in Sachen Umweltschutz nicht ganz vor die Hunde gehen zu lassen.

Es geht dabei um die Sicherung der Zukunft für unsere Lebensmittel und unsere gesunde Ernährung, angesichts der bedrohlichen Entwicklung bezüglich Klimaerwärmung. Obama appelliert an die verantwortungsbewsussten Führer der Wirtschaft weltweit, unbesehen der Entscheide und Verfügungen der aktuellen US-Administration alles zu unternehmen, was in  ihrer Macht steht, um die Klimaziele doch noch zu erreichen, weil sonst ein gesundes Überleben für weite Teile der Menschheit gefährdet sein könnte.

Unser Anteil an diesem globalen Problem ist zwar klein, kann aber beispielgebend sein. Ein Ja zum Energie-Gesetz öffnet den Weg für eine erneuerbare Energie-Zukunft unseres Landes und bedeutet auf lange Sicht die Abkehr vom fossilen Zeitalter, den Verzicht auf CO2-Ausstoss. Noch ist es Zeit, sich mit einem kräftigen JA einzubringen. Erteilen wir den auf kurzsichtigen Profit und Eigennutz ausgerichteten Neinsagern an der Urne eine Abfuhr. Tun wir etwas für unsere gesunde Zukunft.




8/5  4 : 0 für die Lobby

Kategorie: Allgemein    Von Heinrich von Grünigen um 12:00

Bei uns hält es sich noch in Grenzen. Aber wenn auch in Zukunft noch gilt, dass US-Amerikanische Trends sich jeweils bei uns mit etwas Verzögerung durchetzen, dann kommen böse Zeiten auf uns zu. Ernährungswissenschaftlerin Marion Nestlé seziert in ihrem Blog einige markante Veränderungen in der Nahrungsmittel-Politik nach den ersten 100 Tagen des Trump-Regimes.

Vier entscheidende Punkte gibt es, in denen bestehende Regeln bereits relativiert und zurückgenommen wurden:

Die Pflicht zur Kalorien-Angabe bei Mahlzeiten in Restaurants hätte auf den 5. Mai in Kraft treten sollen, sie wurde auf unbestimmte Zeit verschoben. – Namhafte Lebensmittel-Produzenten haben die Verwaltung ersucht, mindestens drei Jahre zuzuwarten mit der Einführung von erweiterten und detailliertgen Nährwert-Angaben auf den Etiketten. – Eine neue Richtlinie bezüglich der Definition von Nahrungsfasern wurde auf Druck der vereinigten Bäckereien zurückgenommen bzw. auf Juli 2018 verschoben. – Die Vorgaben für die Verpflegung in öffentlichen Schulen wurden bereits früher relativiert und aufgeweicht.

Und es soll noch schlimmer kommen, vergleichbare Vorstösse seien in der Pipeline. Die Gesundheit hat keine Chance.

Das soll uns beflügeln, hierzulande am Ball zu bleiben.




6/5  Das PET-Paradox

Kategorie: Allgemein    Von Heinrich von Grünigen um 14:31

Ich bereite mich mental vor. Es geht um die Teilnahme an einer Podiumsdiskussion, heute in einer Woche. Thema: Prävention und individuelle Vorsorge des/der Einzelnen. Tun wir selber genug, um gesund zu bleiben? Wenn ja, warum? Oder doch nicht? Und woran liegt das?

Über die Gesundheitskompetenz wird hierzulande ja viel geredet und geschrieben. „Selfempowerment“ ist ein magisches Schlüsselwort: einerseits nimmt es Zuflucht bei der uralten Spruchweisheit „hilf dir selbst – so hilft dir Gott“ (als ob es dafür eine Garantie gäbe), anderseits aber entlastet es viele der Zuständigen im politischen Entscheidungsprozess davon, für Andere Verantwortung übernehmen zu müssen bzw. vom Vorwurf, bezüglich der Schaffung von gesundheitsförderlichen Verhältnissen und entsprechender gesetzlicher Regulierungen zu wenig zu tun… Schliesslich ist doch jeder einzelne seines eigenes Glückes (und damit auch seiner Gesundheit) Schmied. Ich höre schon das muntere, vielstimmige Tingeln und Klingeln zur Melodie der Ambosspolka… Man muss, so lautet die Losung, den Menschen nur die richtigen Informationen vermitteln. PR-Profis vor!

Und doch befallen mich Zweifel, die ich für berechtigt halte. Ich war heute Vormittag im Supermarkt beim Wocheneinkauf. Bei der Gelegenheit entsorge ich jeweils auch das Leergut zum Recycling. Seit einiger Zeit nehmen sie in der Migros (und anderswo) auch andere Kunststoff-Gebinde zurück: Milchflaschen aus weissem Plastic, Ölflaschen, Flaschen von Putzmitteln, was auch immer… Und deutlich steht bei den Einwurfstellen geschrieben: „Hier NUR PET-Getränkeflaschen!“ Alles andere muss in den Container nebenan, wo in Wort und Bild ebenso deutlich angezeigt ist, was hier entsorgt werden kann. Heute nun war der Behälter mit den PET-Getränkeflaschen voll und die Angestellten hatten ihn aus seinem Verschlag geholt. Ein Blick in sein Inneres liess mich an der Lernwilligkeit meiner Mitmenschen mehr als zweifeln. Etwa die Hälfte der eingeworfenen Flaschen waren „artfremd“: Shampoos, Flüssigseifenspender, Milchtüten (auch solche aus Karton), flüssiges Bodenwachs, leere Alu-Spraydosen… Und dabei wäre doch die Unterscheidung zwischen „PET-Getränkeflasche“ und „anderem“ eine verhältnismässig einfache gewesen. Zudem sehe ich täglich animierte TV-Spots in den Werbeblöcken, die mich für gutes Geld zum korrekten Handeln anhalten sollen.

Um wie unendlich viel komplexer sind dagegen die jeweiligen Empfehlungen für das „richtige“ Gesundheitsverhalten! Und das sollen die Flaschen-Falsch-Einwerfer dann einfach so aus dem Schnupf beherrschen? An welchen Storch glauben die Leute denn, die sich auf das Selbst-Empowerment verlassen möchten?

Wir haben noch einiges zu tun, auch wenn wir unsere Flaschen korrekt entsorgen!




3/5  Alles neu…

Kategorie: Allgemein    Von Heinrich von Grünigen um 17:50

…macht der Mai. Schon im Vorfeld ausgiebig zu reden haben die Insekten gegeben: Mehlwürmer, Grillen und Heugümper dürfen seit dem 1. Mai mit gesetzlicher Approbation nicht nur verspeist sondern auch verkauft und serviert werden. (Haben wir uns denn eigentlich im Sinne des revidierten Lebensmittelrechts „strafbar“ gemacht, wenn wir in kindlichem Leichtsinn als Mutprobe jeweils lebendige Maikäfer, Regenwürmer oder Nacktschnecken verputzt haben?)

Gross auch die publizistische Enttäuschung, dass ob all der Vorschuss-Propaganda für das kulinarische Geziefer nun in den Regalen vom Coop doch noch keine Krabbler zu finden sind, weder geröstet noch gebacken oder gar in verarbeiteter neuer Protein-Form von Insekten-Burgern…

Dabei ist der legalisierte Verzehr von Gliederfüsslern nur eine von verschiedenen Neuerungen, die im neuen Lebensmittelrecht 2017 eben erst in Kraft getreten sind. Mit den anderen Regelungen passt sich die Schweiz an das in der EU geltende Recht an, in manchen Punkten wird eine Liberalisierung im Umgang mit Lebensmitteln angestrebt, die sich nicht nur für die KonsumentInnen sondern auch für die Anbieter positiv auswirken sollte.

Ob und wo die Gilde der Schlaumeier auch hier wieder Schlupflöcher finden wird, um die Verbraucher auszutricksen oder gar über den Tisch zu ziehen, das muss sich erst noch weisen. Eine gesunde Portion Misstrauen ist allemal angesagt, verbunden mit der Hoffnung, dass die kritischen Medien und Konsumenten-Organisationen wenn immer nötig schon ihres Amtes walten werden.




2/5  Erkenntnis versalzen

Kategorie: Allgemein    Von Heinrich von Grünigen um 18:45

Ein neuer Schock für Essende. (Zuviel) Fett ist ungesund, Zucker sitzt auf der Aanklagebank und jetzt wird ein neuer Verdächtiger in den Gerichtssaal geführt: SALZ. Klar, auch hier ist es eine Frage des Masses. Die WHO plädiert für eine maximale Menge von 5 Gramm pro Tag (in der Schweiz sind wir immer noch bei rund dem Doppelten), aber hat denn das Salz etwas mit Übergewicht und Adipositas zu tun?

Hoher Blutdruck, ja das gilt als allgemein gesicherte Erkenntnis, und dass zuviel Salz durstig macht, weshalb in der Gastronomie gerne gut gesalzen wird, um den Getränke-Absatz zu fördern. Sagt der Volksmund. Aber offenbar müssen wir nun gründlich umlernen. Das jedenfalls ist das Resultat eines aussergewöhnlichen Feldversuches in einem ganz speziellen Labor: Salzkonsum macht hungrig und lässt uns mehr essen, was Übergewicht und Adipositas verursachen kann.

Durchgeführt wurde der Versuch von Wissenschaftlern der Vanderbilt University in Nashville, USA. Und er fand in einem speziellen Setting statt: im Trainingslager von zehn russischen Kosmonauten, die sich während mehrerer Monate auf einen allfälligen Flug zum Mars vorbereiteten. Die Männer erhielten während der ganzen Dauer des Experimentes die gleiche Nahrung und unterlagen den gleichen physischen Bedingungen und Strapazen. Das einzige, was im Rahmen der Studie verändert wurde, war der Salzgehalt des Essens: zu Beginn wurden der Nahrung 12 Gramm Salz pro Tag zugesetzt, nach einem Drittel der Zeit wurde die Menge auf 9 Gramm reduziert und im letzten Drittel auf 6 Gramm.

Je weniger Salz die Kosmonauten zu sich nahmen, umso mehr Wasser tranken sie, das widersprach allen Erwartungen, und in der Phase mit dem Salz-Maximum klagten die Probanden über Hunger. Zuviel Salz führt also dazu, dass wir mehr essen als uns guttut. – Aber es gab auch schon frühere Studien, dei in eine ähnliche Richtung wiesen: eine Britisch-Chinesische Untersuchung zeigte 2015 auf, dass ein Gramm Salz mehr pro Tag das Risiko, an Adipositas zu erkranken, für Kinder um 28% und für Erwachsene um 26% erhöht. Eine australische Studie aus dem letzten Jahr bemass das erhöhte Adipositas-Risiko für Kinder auf 23%, wobei die Forscher von der Annahme ausgingen, von salzigen Speisen würde mehr gegessen, weil sie besser schmecken, und weil der Durst vorzugsweise mit zuckerhaltigen Süssgetränken gelöscht würde…

Wie genau der Salzkonsum auf den Stoffwechsel einwirkt, darüber tappen die Forscher noch im Dunkeln. Im Anschluss an das Kosmonauten-Experiment wurde eine Vergleichs-Studie mit Mäusen durchgeführt. Diese zeigte, dass die Mäuse-Lebern mehr Energie benötigen, um den Wasserhaushalt in Balance halten zu können, und dass dieser erhöhte Energiebedarf möglicherweise die Ursache für auftretenden Hunger und fürs Überessen sein könnte.

Wie auch immer: wir tun wohl gut daran, unseren Salzkonsum bewusst unter die Lupe zu nehmen und wenn immer möglich einzuschränken.




30/4  100 Tage

Kategorie: Allgemein    Von Heinrich von Grünigen um 22:43

So lange hat es gedauert. Bis Donald T. auch die Sache mit den Schul-Mahlzeiten hingekriegt hat. Es war eine der wichtigsten Aktionen im Kampf der vorherigen First Lady Michelle Obama gegen das kindliche Übergewicht und gleichzeitig gegen die Mangelernährung armutsbetroffener Kinder, dass strikte Regelungen erlassen wurden für die Verpflegung in den öffentlichen Schulen: ausgewogen, gesund, ernährungsbewusst und nahrhaft.

Nun hat die Trump-Administration diese Errungenschaft, die sich in der Übergewichtsstatistik Amerikas als durchaus positiv erwiesen hat, wieder rückgängig gemacht. Dabei ging es offenbar nicht nur um Geld (den Schulen wurden wieder mehr Freiheiten eingeräumt, die Verpflegung flexibler und auch günstiger zu organisieren), sondern der Entscheid war, glaubt man den Interpretationen, Element des persönlichen Rache-Feldzugs des Chaos-Präsidenten gegen seinen Amtsvorgänger und gegen alles, was dieser erreicht hat.

Wenn das nicht so eine erbärmliche Aktion wäre, die den Ärmsten im Volke am nachhaltigsten und auf lange Sicht schadet, könnte man mit einem Achselzucken darüber hinweg gehen und sich sagen, gemessen am Atomkriegsrisiko und an den Umweltfreveln sei das ein kleiner Fisch… Aber dem ist nicht so. Wer die gesunde Entwicklung der Jugend mutwillig beeinträchtigt, der sabotiert sein Volk. Und das wird länger darunter zu leiden haben als die maximal acht Jahre, die der Mann schlimmstenfalls noch im Amt ver bleibt.




28/4  Du bist nicht allein

Kategorie: Allgemein    Von Heinrich von Grünigen um 13:50

Vielleicht liegt es am Wetter. Diese Müdigkeit, die bleiartig in den Knochen hockt, muss von der Kälte kommen. Vom Fenster her strahlt diese ins Büro und die Zentralheizung ist vermutlich schon definitiv auf Frühling gestellt. Und weil am Montag erster Mai ist und am Tag der Arbeit paradoxerweise nicht gearbeitet wird, müssen heute noch alle Pendenzen vom Tisch, die nicht bis Dienstag warten können.

Deshalb mache ich kurzen Prozess und schreibe diesmal nicht selber einen Blog sondern weise auf eine Reihe von anderen hin.

Dies sind „die besten Adipositas-Blogs des Jahrgangs 2017“: 14 Stück an der Zahl, ausgewählt aus einer Fülle von ähnlichen Online-Publikationen, allerdings alle auf Englisch, die meisten verfasst von MedizinerInnen und/oder Ernährungsfachleuten, und alle bestrebt, möglichst kompetente Aufklärung zu vermitteln über Hintergründe und Zusammenhänge, rund um den themenkomplex von Ernährung, Adipositas/Übergewicht und Prävention. Es macht Spass, in diesen Texten zu stöbern.




26/4  Fleischlos glücklich

Kategorie: Allgemein    Von Heinrich von Grünigen um 16:36

Wir essen zu viel Fleisch. Nicht nur, weil es uns schmeckt, sondern auch weil wir von der Werbung rundum mit gluschtigen Botschaften eingedeckt werden, zur Eröffnung der Grill-Saison, obwohl draussen noch die Schneeflocken zu Boden gehen.

Gerade zweimal bin ich in den letzten Tagen einer engagierten Veganerin medial begegnet: Lauren Wildbolz. Einmal in der PresseTV-Gesprächssendung „Standpunkte“, als es um die Frage ging, wie es kommt, dass wir in der Schweiz mehr ausgeben für unser Handy als fürs Essen, und ein zweites mal in der SRF-Debattierrunde „CLUB“ zur Zulassung von Insekten (Mehlwürner, Heuschrecken, Grillen) als Nahrung in der Schweiz. Sie vertritt mit Nachdruck den Standpunkt, dass unser Protein-Bedarf auf rein pflanzlicher Basis bestens gedeckt werden könnte und dass die Zulassung der Insekten – deren Haltung und Verarbeitung ebenso ethische Fragen aufwerfen kann wie die Massentierhaltung – nur ein Ablenkungsmanöver sei, um uns von der Erörterung grundsätzlicherer Fragen rund um die Zukunft der Welternährung abzuhalten…

Wie auch immer: nachdenklich muss uns stimmen, wenn wir bewusst zur Kenntnis nehmen, wie das Fleisch, das wir uns mehr oder weniger täglich auf den Teller holen, für uns „hergestellt“ wird. Nicht, dass es in unseren Breitengraden etwa unhygienisch wäre (vom „Gammelfleisch“ und seiner kriminellen Vermarktung sei hier nicht die Rede), im Gegenteil: es wird unter höchst effizienten, fast sterilen Bedingungen präpariert, in einem durchorganisierten Fabrikbetrieb, der an Charlie Chaplins „Modern Times“ erinnert.

Diese Kenntnis verdanken wir einem äusserst eindrücklichen Dokumentarfilm mit dem Titel „Personaleingang“, der für den Sender ARTE produziert wurde und der einen Schlachtbetrieb in Frankreich anhand von Schilderungen einzelner Mitarbeitenden porträtiert. Dabei geht es nicht nur um die „Ware“ Fleisch in all ihren Formen und Verpackungen, sondern auch um die Tiere, die diese Ware „liefern“ und vor allem um die Menschen, die in diesen industriellen Prozess als Hightech-Sklaven eingespannt sind.

Der Film ruft nicht zu einem Fleisch-Boykott auf, aber ich kann mir vorstellen, dass ich, nachdem ich ihn mir aufmerksam angesehen habe, von nun an im Supermarkt die säuberlich in Plastic eingeschweissten Spare-Ribs und das Optigal-Poulet mit etwas mehr Respekt aus dem Regal nehme.




25/4  Gut gestillt

Kategorie: Allgemein    Von Heinrich von Grünigen um 15:17

Was soll der Opa dazu sagen? Das ist doch Frauensache. Und überhaupt. Aber wenn ich meine Enkelkinder so betrachte, dann denke ich, dass es denen, die lange gestillt wurden, sichtbar gut geht. Ich halte es daher für sinnvoll, hier einmal das Thema Muttermilch anzusprechen, auch wenn ich nicht weiss, ob sich unter meiner Leserschaft überhaupt Leute befinden, die diese Informationen in segensreiches Handeln umsetzen können…

Es ist ja hinlänglich bekannt und wissenschaftlich bewiesen, dass eine der besten Vorbeugemassnahmen gegen kindliches Übergewicht das Stillen bedeutet. Die Weltgesundheitsorganisation empfiehlt daher eine Stilldauer von mindestens 6 Monaten als optimale Massnahme für eine gesunde Entwicklung des Säuglings.

Weltweit finden Aktionswochen und -tage statt, werden „stillfreundliche“ Restaurants, Apotheken und andere Institutionen ausgezeichnet. Regelmässig sorgen Mütter, die ihren Nachwuchs in der Öffentlichkeit zur Brust nehmen aber auch für Aufmerksamkeit und kontroverse Reaktionen in den Medien, als wäre es nicht das Nastürlichste der Welt, ein hungriges Kind zu stillen.

Bei dieser Thematik kommt mir immer wieder das Lied von Georges Brassens in den Sinn von der „braven Margot“, die einem verwaisten Kätzchen an ihrer Brust zu trinken gab, und die ganze Männerwelt des Dorfes versammelte sich, um sie dabei zu beobachten, während Margot, die unschuldige Maid, der festen Überzeugung war, dass sie nur gekommen seien, um das herzige Büsi zu sehen…

Wer mehr über die aktuelle Stillkampagne wissen möchte, findet hier alle nötigen Informationen.




24/4  Museumsreif…

Kategorie: Allgemein    Von Heinrich von Grünigen um 14:08

Essen als sozio-kulturelle Manifestation. Ein Faktum, das wir nicht nur aus eigener Erfahrung kennen, sondern auch im täglichen Umgang mit dem Mehr oder Weniger an regelmässiger Kalorienzufuhr erleben. Die Nahrungsaufnahme zu Überlebenszwecken ist nicht trivial, auch wenn sich heute die grundsätzliche Ausrichtung für Viele ins Gegenteil verkehrt hat: galt es in früheren Zeiten, so viel Nahrung wie möglich aufzunehmen, um die eigene Existenz und die seiner Sippe sichern zu können, so geht es heute immer mehr darum, nur noch so wenig Nahrung wie nötig zu konsumieren, um nicht unversehens am Überfluss der nicht immer gesundheistförderlichen Speisen zu leiden…

Und nun hat es also das Schweizer Essen ins Museum geschafft: am Samstag war feierliche Eröffnung einer Sonder-Schau im Forum Schweizer Geschichte Schwyz mit dem Titel WAS ISST DIE SCHWEIZ? – Es ist eine sehr ansprechend aufgemachte, didaktisch vielseitige Auslegeordnung zahlreicher Aspekte rund ums Essen in unserem Land, mit attraktiven Illustrationen, historischen und aktuellen Leihgaben zur Besichtigung und einer Reihe von akustischen und visuellen Dokumentationen, die über fix installierte Tablets und per Kopfhörer abrufbar sind.

Die Bedeutung der Ernährung im Wandel der Zeit, dargestellt vor dem Hintergrund jeweiliger wirtschaftlicher Realitäten, die Eingang gefunden haben in die Rezepte der Menschen, mit regionalen Unterschieden und saisonalen Gemeinsamkeiten, von der einfachen Landküche bis zur industriellen Fertigung von heutigem Fastfood, ja sogar mit einem – wenn auch etwas verengten – Ausblick auf künftiges Insektenfutter und Retortenfleisch auf unseren Tellern.

In einer solchen Auslegeordnung dürfen natürlich die „typischen“ Highlights der helvetischen Kulinarik nicht fehlen: von den verschiedenen exklusiven Käsesorten zu Fondue und Raclette, bis zum klassischen Original-Birchermüesli und zur Toblerone. Rare Illustrationen aus allen Zeitepochen runden das Bild ab. Der Besuch lohnt den Abstecher nach Schwyz, die Ausstellung ist noch ein halbes Jahr, bis zum 1. Oktober zu sehen.