31/3  Strahlende Zukunft

Kategorie: Allgemein    Von Heinrich von Grünigen um 23:42

Wenn es um die „letzte“ Methode geht, um abzunehmen, nachdem alles andere nichts genützt hat, bleibt die Operation am Magen. Chirurgische Eingriffe zeigen bis jetzt die nachhaltigsten Resultate, sofern die Patienten sich gut an die Vorgaben halten und die Betreuung richtig wahrgenommen wird. Und wenn es nicht zu gravierenden Komplikationen kommt.

Die bariatrischen Operationen sind heute Routine geworden und die Kliniken haben darin eine grosse Sicherheit entwickelt. Und dennoch gibt es immer wieder Patienten, die vor dem Eingriff zurückschrecken, da sie ihn als grobe Verstümmelung empfinden, die sie vermeiden möchten, solange es immer geht.

Zwar haben sich die Methoden der chirurgischen Operation im Lauf der Zeit gewandelt. Noch nicht so lang ist es her, da musste man den Leuten ihren ganzen Leib aufschneiden und am offenen Körper operieren. Dann kam die sogenannte Schlüsselloch-Chirurgie, bei der man mit durch winzige Schnitte eingeführten Instrumenten arbeitet, ohne den Körper zu öffnen. Eine weitere Entwicklung – wesentlich durch ästhetische Überlegungen bestimmt – geht dahin, dass die Operationswerkzeuge nicht mehr durch kleine Schnitte sondern durch die natürlichen Körperöffnungen eingeführt werden, etwa durch After oder Speiseröhre oder durch die Vagina… damit bleiben vom Eingriff keinerlei Spuren zurück.

Eine weitere Stufe der „schonenden“ Behandlung bei Adipositas wurde nun kürzlich an Tieren erprobt und es scheint, als ob sich Erfolge abzeichnen würden: anstelle von kleinen, einführbaren Schneidewerkzeigen oder elektrischen Verbrennungs-Messern werden bestimmte Zonen des Magens mit Röntgenstrahlen gezielt beschossen, um so etwa die Produktion des Hungerhormons Ghrelin zu unterbinden oder ganze Magen- bzw. Darmpartien von der Blutzufuhr abzusperren, wodurch ein ähnlicher Effekt eintritt wie bei der chirurgischen Bearbeitung…

Bislang handelt es sich um Versuche an Tieren. Die Radiologen sind überzeugt, dass sich hier neue technischen Möglichkeiten eröffnen, um Adipositas zu bekämpfen ohne operativ einzugreifen, mit der präzise geführten Strahlenkanone, quasi. Aber noch ist es ein weiter Weg, bis die Methode am Menschen erprobt werden kann.




30/3  Schoko-Mekka

Kategorie: Allgemein    Von Heinrich von Grünigen um 22:55

Für Berner eine klangliche wie olfaktorische – also duftmässige – Ikone war und ist dem Herrn Stirnemann sein „Käthi“, denn es roch nach Schokolade, weil es beim „Tobler“ arbeitete, der damals noch in Schweizer Hand war und von dem aus ein süsser, schwer betörender Geruch bei günstiger Windlage durch die halbe Länggasse wehte.

Für uns Kinder war es jedesmal eine Reise ins Abenteuerland der Wunschträume, wenn wir in die Nähe des an sich unscheinbaren Fabrikgebäudes kamen, das diesen Duft verströmte, und uns vorstellten, wie es wäre, hier zu arbeiten, am Fliessband, wo die Toblerone hergestellt wurde, und dass man den ganzen Tag wohl von abgebrochenen Stücken naschen könnte, soviel man mochte…

Mutter wies dann jeweils diskret darauf hin, dass mit der Gewöhnung aus dem Überfluss der Überdruss würde und dass es uns bald vergehen könnte, nach Leibeslust Schokolade zu schlemmen. – Obwohl, das habe ich gestern in einem Vortrag der Ernährungsberatung gehört, kein anderes Lebensmittel die gleichen Eigenschaften hat wie die Schokolade: dass sie so sanft im Munde schmilzt, mit dieser einzigartigen Mischung aus Zucker und Fett und Kakao-Aroma, dass sie dabei Wohlgefühle im ganzen Körper auslöst, der daraufhin Glückshormone produziert, die befriedigen und beruhigen, trösten und besänftigen können…

Der Schweizer und die Schweizeriun konsumieren pro Kopf und Jahr 12,4 Kilo davon. Heisst das nun, dass es uns besonders schlecht ergeht und dass wir dies kompensieren müssen? Wie auch immer: das Schoko-Mekka befindet sich über dieses Wochenende in Zürich-Örlikon, gleich um die Ecke: die Schokolade-Weltausstellung ist hier zu Gast, der Salon du Chocolat.

Ich werde mich hüten, dort hinein zu gehen, ich kenne meine Verführbarkeit. Aber ich werde vielleicht mit dem Fahrrad kurz am Ausstellungskomplex entlang fahren und dabei in die Luft schnuppern, um zu riechen, ob sich da nicht ein feiner Abglanz der fernen Toblerone-Erinnerung einstellen möchte, tief durch die Nüstern eingezogen!




29/3  In Würde

Kategorie: Allgemein    Von Heinrich von Grünigen um 23:36

Daran, wie eine Gesellschaft mit Menschdn umgeht, die nicht den gängigen Klischeevorstellungen entsprechen, erkennt man den Grad ihres ethischen und moralischen Niveaus. Hohes Lob gebührt Kurt Aeschbacher, der in seiner Talk-Sendung heute einen Gast hatte, der in verschiedener Hinsicht die Normen sprengte.

Massivstes Übergewicht, an den Rollstuhl gebunden, infolge frühkindlicher Erkrankungen lebenslang behindert, nach einem Schlaganfall in seiner Handlungsfähigkeit eingeschränkt und mit Borderline-Syndrom… Aber ein Mensch, der seinen Platz in der Gemeinschaft einnimmt, betreut und umsorgt von Freunden und Fürsorgern, die zu ihm stehen und die ihm sein Leben erleichtern helfen.

Wie behutsam und doch offen Kurt Aeschbacher mit seinen Fragen die Lebenssituation eingekreist hat und wie ehrlich diese doch sehr persönlichen Fragen beanwortet wurden, das verdient Anerkennung: hier wurde etwas spürbar von der würdevollen Haltung einer Anteilnahme, der es um den Menschen und um seine Probleme geht, fernab von neugierigen Voyeurismus. Respekt!

Ganz anders kam mir dagegen die recht einfältig-reisserische Geschichte vor, die unser aller Boulevardblatt um die so bedeutsame Tatsache konstruiert hatte, dass Marco Rima, der mit seinem neuen Programm offenbar das Publikum in seinen Bann zu ziehen vermag, in der letzten Zeit an Gewicht zugelegt hatte und nun einen BMI von über 30 aufweist.

Der Schriftleiter aus dem Nachbarland wird uns einfache Leutchen dann wieder belehren, dass dies nur zum Wohle des Publikums geschehen sei, denn dieses wünsche über eklatantes Fehlverhalten seiner Idole unterrichtet zu werden, im Sinne der Aufklärung. Die Frage, die sich hier stellt: Geht es noch?




28/3  Rat für Dicke

Kategorie: Allgemein    Von Heinrich von Grünigen um 16:55

Im neuen, aktuellen Heft sprechstunde doktor stutz, das an den Poststellen gratis zu beziehen ist, wird die Übergewichts-Thematik breit abgehandelt. Aus theologischer Sicht wird wird ein Blick geworfen auf historische und ethische Hintergründe des persönlichen Essverhaltens, in dem sich die Sehnsucht spiegelt, sich etwas „einzuverleiben“, in Besitz zu nehmen, als Teil des individuellen Strebens nach Glück und Erfüllung.

Es werden Techniken beschrieben, wie das Sättigungsgefühl besser und bewusster wahrgenommen werden kann, sei es mit oder ohne Hilfsmittel, und es wird auf die grosse Bedeutung der Bewegung für die Gewichtskontrolle hingewiesen. Dabei geht es nicht um „Sport“ oder ein besonderes Fitnessprogramm, sondern darum, „irgendetwas zu tun, um den Energieverbrauch zu erhöhen, sei es mehr Bewegung im Alltag (…) oder irgend eine Form von Kraftanwendung.“

In einem konkreten Beispiel werden drei Ladies aus der Innerschweiz vorgestellt, welche für sich die Faszination des Laufens mit Schrittzähler entdeckt haben, mit einem Gerät, das nicht nur die Anzahl der Schritte registriert, sondern auch den gleisteten Kalorienverbrauch berechnet und laufend über den aktuellen Stand bezüglich Grundumsatz informiert.

Schon nur der Gang zur nächsten Post wäre ein guter Anfang.




27/3  Politik

Kategorie: Allgemein    Von Heinrich von Grünigen um 19:49

An einer Arbeitstagung haben wir heute versucht, die Richtung festzulegen, in welche unsere NGO-Allianz „Ernährung – Bewegung – Körpergewicht“ sich in den kommenden Jahren bewegen sollte. Es sind Gesundheits-Organisationen für verschiedene Krankheitsbilder, die alle in einem direkten Bezug stehen zu falscher Ernährung, Bewegungmangel und Übergewicht.

Es sind Gesundheitsprobleme von weltweiter Bedeutung, für die es auf oberster Ebene Strategie-Papiere und Handlungsanleitungen für die Regierungen gibt, sowohl von der Weltgesundheitsorganisation als auch von den zuständigen Europa-Organen. Die Schweiz ist da zwar ein kleiner Fisch im Teich, aber die Probleme sind für Betroffene überall gleich belastend und auch teuer in der Behandlung.

In der Diskussion haben wir bald gesehen, wie komplex und schwerfällig hierzulande nur schon die Meinungsbildung ist, bis hin zu den politischen Prozessen, welche die Grundlage für ein optimales Handeln auf allen Stufen bilden müssten. Das ist natürlich der Preis unserer direkten Demokratie und das unterscheidet uns etwa von Frankreich, wo eine zentralistische Regierung mit straffer Hand führen kann… So etwas wollen wir dezidiert nicht! Das hohe Gut der delegierten Verantwortung ist zu pflegen und zu respektieren, was zur Folge hat, dass man mit den besseren Argumenten überzeugen muss. Dies aber kostet. Nicht nur Gehnirnschmalz, davon hätten wir noch, aber auch materielle Mittel, um Arbeiten verrichten zu lassen, die unerlässlich sind als Grundlage für überzeugendes Argumentieren.

Die Reflexions-Arbeit hat uns von den Höhenflügen des optimal Wünschbaren auf den Boden der Realität des politisch Machbaren zurückgeholt. Und das ist gut so. Denn nur so können wir die wenigen Mitttel, über die wir verfügen, vernünftig und wirksam einsetzen. Wir bleiben dran.




26/3  Dicksein verbieten?

Kategorie: Allgemein    Von Heinrich von Grünigen um 16:00

Es ist ein kühner Entwurf, den ein Professor für Bioethik an der Princeton University in USA formuliert hat und den der TagesAnzeiger heute in einer Übersetzung abdruckt.

Aus Rücksicht auf die Umwelt und die Ökologie sollten die Menschen durch staatliche Massnahmen „vom Übergewichtigwerden abgeschreckt“ werden. Abschreckung als Therapie… das kommt mir fast ein wenig vor wie seinerzeit der Ausspruch von Armeekritikern, die Schweiz hätte keinen Gegner wirklich zu fürchten, da sich ein allfälliger Angreifer beim Anblick der Schweizer Soldaten ohnehin totlachen würde…

Professor Peter Singer illustriert seine These anhand der Flugtaxen: während die Passagiere für überschweres Gepäck extra bezahlen müssten, würden die Kosten für „zusätzliches“ Körpergewicht auf die Gesamtheit aller Passagiere abgewälzt. Er plädiert für gewichtsbezogene Flugtarife und rechnet aus, wie hoch die Mehrkosten der Fluggesellschaften für die Zusatzladungen an Menschenfett seien.

Dabei gehe es nicht um die Diskriminierung von kranken Menschen, sondern um eine gerechtere Verteilung der Kosten. Und es folgt sogleich die Berechnung des zusätzlichen Aufwandes für breitere Sitze in Zügen und Bussen, für verstärkte Spitalbetten, solideres Mobiliar und sogar für die grösseren Kühlschränke in Leichenhäusern.

Als „abschreckend“ erachtet der Herr Profesor u.a. Steuern auf Lebensmitteln, die dazu beitragen, dass Menschen dicker werden… und mit diesen Einnahmen sollten dann die Mehrkosten der Fettleibigkeit gedeckt werden. Er unterliegt allerdings dem weit verbreiteten Irrtum, dass dicke Menschen besonders grosse Mengen dieser Lebensmittel verputzen würden… dabei würden wohl vor allem jene „bestraft“, die von Natur aus nicht zunehmen und bei denen die Menge der eingenommenen Speisen keine Rolle spielt.

Die Idee der „gerechten“ Kosten-Umlagerung für einen Evolutionsprozess scheint mir extrem kurzsichtig und einfältig zu sein. Die heutigen Menschen sind deutlich grösser als noch vor einigen Generationen: sollten die Individuen deshalb nach Körpergrösse besteuert werden, um damit die grösseren Stühle und Pulte in den Schulen zu finanzieren? Oder könnten die Kids vom Grösserwerden „abgeschreckt“ werden? Das hat vielleicht etwas mit „Bio“ zu tun, aber sicher nicht mit „Ethik“. Und bis zum 1. April sind es doch immerhin noch 6 Tage!




25/3  Leben Dicke länger?

Kategorie: Allgemein    Von Heinrich von Grünigen um 23:44

Die Frage nach der Lebenserwartung übergewichtiger Menschen wird kontrovers beantwortet. Auf der einen Seite gilt es als statistisch erwiesen, dass ein Zuviel an Kilos die Lebensdauer verkürzen kann, besonders im Zusammenhang mit gewissen Begleiterkrankungen die Diabetes, Herzversagen oder Krebs.

Auf der andern Seite gibt es ebenfalls wissenschaftlich erhärtete Belege dafür, dass Menschen mit Übergewicht gewissen Krankheiten gegenüber resistenter sind und – wenn sie einmal ein bestimmtes Alter erreicht haben – nicht so leicht einem Gesundheistproblem zum Opfer fallen. Man nennt dies das Adipositas-Paradox, das von gewissen präventionsfeindlichen Kreisen auch dazu missbraucht wird, jeder Vorsorge die Effizienz und die Berechtigung abzusprechen.

Nun hat unser Freund und Unterhaltungs-Performer BODY bei seinem Auftritt in der heutigen Ausgabe der Satire-Sendung Giacobbo/Müller die Behauptung aufgestellt, adipöse Menschen würden weniger häufig Selbstmord begehen. Warum? Bei den einen würde der Strick reissen, bevor er seine Wirkung tun kann… andere könnten nicht aus dem Fenster in dieTiefe springen, weil dieses zu klein sei… und wer sich den Lauf einer Pistole oder eines Gewehrs in den Mund stecke, der beginne reflexartig darauf herumzukauen, so dass es nicht zur Schussabgabe komme.

Das sind – bei allem Respekt vor dem Thema – Begründungen, die nicht ernst genommen werden können. Die Suizid-Forschung spricht teilweise eine andere Sprache: zwar habe ich auf Anhieb keine aktuellen Studien gefunden, aber aus früheren Untersuchungen geht hervor, dass Adipöse vermehrt zu Depressionen neigen, öfter an Selbstmord denken (das gilt für Jugendliche) und oft auch explizit darüber reden…

Die Fettschicht kann ein individueller Panzer sein gegen viele Unbilden des täglichen Lebens. Dies erklärt auch, weshalb viele Betroffene sich unbewusst schwer tun damit, diesen Schutz abzulegen. Solange er vermeintlichen Nutzen bringt, werden die nagativen Auswirkungen in Kauf genommen… Am Schluss wird die Lebensqualität den Ausschlag geben. Und wir leben, so lange das Leben uns lebenswert erscheint.




24/3  Zuhause

Kategorie: Allgemein    Von Heinrich von Grünigen um 22:49

Wer über einen Sachverhalt schmunzeln kann (es muss ja nicht immer laut gelacht werden) hat schon ein etwas lockereres Verhältnis dazu. Und das ist etwas, was wir brauchen können, um im täglichen Kleinkrieg zu bestehen.

Einen Schmunzelspruch habe ich heute auf facebook gefunden. Es ist ein einfacher Satz, hingeschrieben über ein kleines Türmchen, aufgebaut aus Schokoladestücken. Er lautet:

Ich esse nicht einfach Schokolade – ich gebe Kalorien ein Zuhause!




23/3  Tick – tack – dick

Kategorie: Allgemein    Von Heinrich von Grünigen um 16:50

Jedes Lebewesen hat eine innere Uhr. Sie war einst abgestimmt auf den ewigen Lauf der Zeiten und die tägliche Abfolge von hell und dunkel, im Einklang mit der umgebenden Natur.

Der moderne Mensch trägt seinen Zeitmesser am Handgelenk oder integriert in seinem Tausendsassa-Telefon. Er lässt sich die Termine elektronisch diktieren und lebt seinen eigenen Rhythmus, unabhängig von den Gezeiten der Welt.

Forscher haben sich mit der inneren Uhr und ihrem Wirken beschäftigt und dabei herausgefunden, dass diese einen weit grösseren Einfluss hat auf das Funktionieren der Körperzellen, insbesondere was den Stoffwechsel und die Verarbeitung der Nahrungsenergie betrifft. Es sind eine Vielzahl von Botenstoffen, deren Bildung und Ausschüttung direkt durch die innere Uhr koordiniert ja sogar „orchestriert“ werden, wie einer der Wissenshdaftler es formuliert.

Gerät nun die angestammte innere Uhr durch unsere moderne Lebensweise ausser Takt, kann dies folgenschwere Auswirkungen haben auf das Zusammenspiel der verschiedenen Regulatoren, welche den Energiehaushalt im Gleichgewicht halten. – Bis jetzt hat die Forschung erst festgestellt, DASS es einen Zusammenhang gibt… wie genau in der Praxis mit dieser Erknntnis umzugehen sei, ist noch eine offene Frage, auf deren Beantwortung wir gespannt sind.




22/3  Hirn läuft mit

Kategorie: Allgemein    Von Heinrich von Grünigen um 19:35

Zum dritten Mal, vor dicht gefülltem Auditorium, führte heute das Universitätsspital Zürich sein Adipositassymposium durch, mit hochkarätigen Fachreferaten und Diskussionen. Breit gefächert war das Themenspektrum: von einer Auslegeordnung über die medikamentösen Optionen zur Adipositastherapie über die Ernährung nach Magenoperationen, die neuesten Trends in der Operationstechnik und die komplexe Funktionsweise der verschiedenen chirurgischen Eingriffe, über die Rolle der Bewegung in der Adipositas-Prävention und die Steuerung der Vorgänge bei der Nahrungsaufnahme bis zu den häufigsten Komplikationen bei und nach Operationen und schliesslich zur chirurgischen Nachbehandlung der überschüssigen Haut nach starkem Gewichtsverlust.

Aus der dichten Fülle der vermittelten Informationen kann ich jetzt nur willkürlich einzelne Aspekte aufgreifen, die sich mir besonders eingeprägt haben. Da war die Aussage des Chirurgen Renward Hauser im Zusammenhang mit der Ernährung: viele Menschen mit extremer Adipositas haben schlechte Zähne und ein defektes Gebiss… bevor an eine richtige Ernährung „nach der Operation“ gedacht werden kann, müssen zuerst die Beisswerkzeuge saniert werden…

Oder der Ernährungsspezialist Paolo Suter, der die eminente Bedeutung der Bewegung für den ganzen Organismus und insbesondere für das Funktionieren des Gehirns anschaulich erläuterte, mit der plakativen Formel, dass Bewegung an sich für das Verbrennen von Kalorien nicht viel bringt (nach der Formel „1 Kalorie pro Kilo Körpergewicht pro Kilometer“, was heisst: ein Mensch mit 100 Kilo Gewicht muss drei Kilometer laufen, um ein Gipfeli zu „verbrennen“), dass aber jede noch so kleine körperliche Bewegung das Gehirn bei seinem Funktionieren unterstützt.

Und dann die bittere Aussage des plastischen Chirirgen Merlin Guggenheim, der eindrückliche Bilder von erfolgreichen Wiederherstellungs-Operationen zeigte (neudeutsch genannt: Massive Weight-Loss Body Contouring, kurz MWLBC), verbunen mit dem Hinweis, dass all jene, die mit eisernem Willen und z.B. eBalance ohne Operation viel abgenommen haben, kaum eine Chance hätten, dass die Krankenkasse nach geltender Praxis die Kosten für ihre Haut-Operation übernehmen würde.

Hier, so sagte der Vertreter der wissenschaftlichen Fachorganisation SMOB, bestehe akuter Handlungsbedarf und dies sei das nächste Ziel der politischen Lobbyarbeit, dass hier einheitliche Kriterien und Regeln für alle Menschen mit grossem Gewichtsverlust hergestellt würden. Wir sind dabei!