28/11  Alles zu viel

Kategorie: Allgemein    Von Heinrich von Grünigen um 16:48

Die Bauern sind in Not. Es drohen ihnen Volksinitiativen, die sie zwingen wollen, ihre Rendite zu reduzieren und die Umwelt zu schonen. Abgesehen von der Gesundheit der KonsumentInnen. Da ist in letzter Zeit Vieles zusammengekommen, was der industriellen Landwirtschaft Kummer bereiten kann.

Zuerst soll auf den exzessiven Gebrauch von chemischen Unkrautvernichtern verzichtet werden, da diese sich im Grund- und Trinkwasser ansammeln. Dann soll nur noch Subventionen erhalten, wer konsequent biologischen Anbau betreibt. Plötzlich wird die Artenvielfalt wichtig und zwingt zu Umdenken, da Kleinlebewesen bei flächendeckender Agrar-Standardisierung keine Fluchträume mehr haben. Dann kommt FoodWaste daher und macht aus jedem krummen Rüebli, das im Abfall landet, eine Titelstory und einen Aufreger in den Sozialen Medien.

Zuletzt nun noch die Geschichte mit den Kartoffeln: um zu verhindern, dass eingelagerte Kartoffeln, die zu Pommes Frites verarbeitet werden sollen, auskeisten, werden sie in den Lagerhallen mit der Chemikalie Chlorproham „begast“. Dieses Mittel erwies sich nun als krebserregend und viel gefährlicher als lange angenommen… Umgehend wurde es in den EU-Ländern auf den Index gesetzt und darf nicht mehr verwendet werden. In der Schweiz ist es nach wie vor im Einsatz und die Kartoffelleute winden sich mit fadenscheinigen Erklärungen, „weil das EU-Recht ja in der Schweiz nicht anwendbar sei…“, so in der letzten SRF-Rundschau.

In  Deutschland haben die Landwirte mit ihren Traktoren Berlin geentert und die Agrarministerin ausgepfiffen. Das Wohl ihrer „Kundschaft“, für die sie eigentlich produzieren und von denen sie vià Subventionen massgeblich vorfinanziert werden, ist ihnen offenbar piepegal. Das scheint hierzulande nicht anders zu sein, abgesehen von den konsequenten Bio-Produzenten.

Die Zukunft liegt nicht in  der immer gigantischeren industriellen Massenproduktion, sondern im regional-lokalen Bezug und in der Rückkehr von uns VerbrauchrInnen zu einem bescheidenen und genügsameren Lebensstil. Denn weniger ist mehr und auf Dauer gesünder.


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