6/2  Schaufeln lernen!?

Kategorie: Allgemein    Von Heinrich von Grünigen um 15:26

Kürzlich nahm ich an einem Workshop teil. Wir waren als ExpertInnen eingeladen worden, um erste Resultate eines nationalen Forschungsprojektes zu diskutieren. Dabei ging es um die Frage, mit welchen Massnahmen und Anreizen sich eine „richtige“, gesunde Ernährung und gleichzeitig die nahhaltige, umwelt-bewusste  Produktion von Lebensmitteln fördern liesse.

Zunächst wurden die Resultate diverser Befragungen und Analysen präsentiert, wie sie dann im Schlussbericht aufscheinen werden. Im Experten-Gespräch über die Zusammenhänge zwischen gesunder und umweltverträglicher Ernährung wurde darüber diskutiert, welche Empfehlungen auf welcher Ebene einen positiven Einfluss auf die gewünschte Entwicklung haben könnten.

Dabei kamen zahlreiche Ideen und Anregungen auf den Tisch. Eine davon betraf die Schaffung und Einführung eines neuen „Umwelt-Labels“ für Lebensmittel, das die KonsumentInnen darüber aufklären würde, wie gross oder klein der ökologische Fussabdruck eines bestimmten Produktes ist. Dies könnte den Kauf-Entscheid beeinflussen und sich so positiv auf die Herstellung des Produktes auswirken…

Ich trat dieser Auffassung entschieden entgegen. Ich bin klar der Meinung, dass eine nachhaltige und umweltbewusste Produktion nicht auch noch an den Konsumenten delegiert, sondern nur auf dem Gesetzweg durch strikte Regulierung erzwungen werden kann. Um das zu illustrieren gebrauchte ich ein Bild aus unserer Alpenwelt. Dieser Vorschlag komme mir vor, sagte ich, wie wenn man in den Bergtälern bewusst darauf verzichten wollte, Lawinen-Verbauungen zu erstellen, und dafür der Bevölkerung in den Dörfern Schnee-Schaufeln verteilte, verbunden mit einer Instruktion, wie man diese möglichst effizient benutzt. Und wenn es hoch kommt, gibt es pro Gemeinde noch einen Bernhardiner Barry.

Das kann nicht die Lösung sein. Hier ist die Politik in der Verantwortung. Im Herbst sind Wahlen.


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