11/3  Bewusst überessen?

Kategorie: Allgemein    Von Heinrich von Grünigen um 13:54

Ich packe mir mein Essen ein. Seit ich meinen neuen Anlauf genommen habe, mein Zielgewicht doch noch zu erreichen, halte ich mich konsequent an die Vorgaben. Ich kaufe die Nahrungsmittel frisch auf dem Markt, bereite sie selber zu und packe davon Portionen in geeigneter Grösse ab, die ich in Plastikbeuteln vakuumiere. Jeden Morgen wähle ich dann mein Mittagsmenü aus, das zuerst auf den Teller, dann in die Mikrowelle und schliesslich in meinen Magen geht. Und mehr gibt es nicht. Basta.

Das ist meine Rettung. Sitze ich nämlich an einer Tafel, die mir reichlich Speisen anbietet (und das gleiche Risiko lauert auch bei jedem Buffet), so laufe ich Gefahr, mir noch und noch ein weiteres Supplement auf den Teller zu schöpfen, auch wenn es nur kleine Mengen sind, solange es hat… Und am Schluss stellt sich heraus, dass der Rest jetzt zu klein ist, um noch aufbewahrt zu werden – also weg damit! Leergegessen!

Dieser Selbstbedienungs-Effekt ist tatsächlich eine mögliche Ursache für Übergewicht, das hat eine aktuelle Studie in England nachgewiesen: da wurden einer Gruppe von Frauen verschieden grosse Schüsseln mit Teigwaren vorgesetzt. Obwohl die Probandinnen sich eigentlich vorgenommen hatten, nur eine bestimmte Menge zu schöpfen, nahmen jene, die sich aus den grossen Schüsseln bedienten, mehr als sie beabsichtigt hatten… Dass sie „zuviel“ geschöpft hatten, war ihnen zwar bewusst, aber sie unterschätzten die Menge des Zuvielen um bis zu 25 Prozent.

Dieses „unbewusst/bewusste“ Überessen, so die Schlussfolgerung der Studie, könne auf lange Sicht zu Übergewicht führen, wenn das „Zuviel“ an Kalorien nicht im Lauf des Tages wieder anderweitig eingespart oder kompensiert werde… – Wundert uns das?


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