3/7  Übergrösse

Kategorie: Allgemein    Von Heinrich von Grünigen um 14:41

Vor einem Monat hat der Sportartikelhersteller NIKE für Aufsehen gesorgt. Dadurch, dass er in seinem Londoner Geschäft eine weibliche Schaufensterpuppe für übergrosse Grössen ausstellte, provozierte er hitzige Kontroversen.

Die Debatte ist symptomatisch und zeigt, wie adipöse Menschen im Kreuzfeuer der öffentlichen Meinung stehen, welche nach wie vor dominiert wird von Vorurteilen. Wer dick ist, sei zu faul, sich zu bewegen, heisst es. Wer es dann dennoch tut und sogar noch den Mut hat, dies auch in Bild und Ton zu dokumentieren, wird oft eingedeckt mit Hasskommentaren, wie die unerschrockene Journalistin und Bloggerin Alexandra Baumann.

Der Begriff „Übergrösse“ besagt es in seiner Doppelsinnigkeit: sich solchen Herausforderungen zu stellen und auch als Mensch mit Übergewicht unbeirrt seinen Weg zu gehen, braucht mehr als die landesübliche „Grösse“. Jeder Auftritt in der Öffentlichkeit wird dabei zum Spiessrutenlauf und zu einer Mutprobe der besonderen Art.

Faris Abu-Naaj, unermüdlicher Animator und Promotor von Adipositas-Selbsthilfebewegungen, ist diesen Frühling mit einer Gruppe von Adipositas-PatientInnen auf den Pilgerweg nach Santiago gegangen, um ein Zeichen zu setzen gegen die Diskriminierung übergewichtiger Menschen. Die Medien haben darüber berichtet. Auch eine Delegation aus der Schweiz war dabei. Nun hat sich Faris ein neues Projekt in Übergrösse vorgenommen: er will mit Hunderten von Adipositas-Betroffenen in Badeanzügen die Strände der Freibäder erobern, um zu beweisen: wir sind hier, wir leben unter euch und wir haben keinen Grund, uns zu verstecken! – Viel Erfolg, kann man da nur sagen!


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