5/8  Intuitiv ab- oder zunehmen?

Kategorie: Allgemein    Von Heinrich von Grünigen um 15:58

In den drei Wochen meiner Ferien habe ich so richtig gefaulenzt. Aber das Faulenzen birgt ein Risiko hinsichtlich des Essverhaltens: wenn man ferienhalber keiner „geregelten“ Tätigkeit nachgeht, die klare Zeitfenster für die Verpflegung lässt, ist die Gefahr gross, dass das unkontrollierte Essen (vulgo „Schnausen“ oder gewählter: „Snacking“) zum Zeitvertrieb wird… Jedenfalls bin ich am Ferienende gut zwei Kilo schwerer als an deren Anfang. Ok, das lässt sich wieder beheben.

Aber es steht in einem interessanten Kontrast zu bestimmten Ergebnissen einer Forschergruppe, die untersucht hat, welchen Einfluss auf den Gewichtsverlust das individuelle Essverhalten nach einem bariatrischen Eingriff hat. Demnach hatten Probanden, welche sich nicht nach einem fixen Zeitschema verpflegten, sondern „intuitiv“ assen, also bewusst auf Hungergefühl und Sättigung achteten und nur dann Nahrung aufnahmen, wenn sie tatsächlich Hunger verspürten, deutlich besser bzw. mehr abgenommen.

Nun ist „Hunger“ ja ein Gefühl, das die meisten von uns in seiner ursprünglichen, existenzbedrohenden Form gar nicht mehr kennen bzw. nie kennen gelernt haben. Wir essen, weil wir Lust auf bestimmte Speisen haben, weil wir durch sensorische Botschaften dazu „verführt“ wurden, weil das Beisammensein am Tisch zur Geselligkeit gehört. Und gerade bei Bariatrie-PatientInnen stellt sich ja nach der Operation – individuell unterschiedlich, aber durchaus wirksam – das Phänomen ein, dass der Eingriff am Magen-Darm-Trakt eine direkte Auswirkung auf Bildung und Wirkung der Hunger- und Sättigungs-Hormone hat.

Ich selber habe die Erfahrung gemacht, dass es einer klaren Willens-Anstrengung bedarf, im Alltag konsequent auf „Snacking“ zu verzichten. Würde ich mich „nur“ auf meine Intuition verlassen, hätte dies wohl ein kontinuierliches Schnabulieren zur Folge, wie uns dies mit übermächtigen PR- und Werbeaktionen rund um die Uhr eingebläut wird… Da bleibe ich lieber vorsichtig und halte mich an den offiziellen Ernährungsplan. Es ist auch so noch schwierig genug.


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