8/8  Vertikale Landwirtschaft

Kategorie: Allgemein    Von Heinrich von Grünigen um 16:15

Da bahnt sich etwas an. Auch wenn mein halbes Bauernbuben-Herz dabei blutet: die Zukunft wird sich wohl anders nicht bewältigen lassen. Es geht um neue Technologien für die Produktion von pflanzlichen Lebensmitteln. Eine davon ist das „vertical farming“, also quasi „senkrechte Landwirtschaft“.

Wie das in der Praxis aussehen kann, zeigt ein informatives Kurzvideo: in einem geschlossenen Gebäudekomplex werden auf über einander hängenden Plateaus, die in einem Paternoster-Mechanismus rotieren, verschiedene Nahrungspflanzen gezogen. So lässt sich auf begrenztem Raum eine grosse Fläche anbauen, unabhängig von aktuellen Klima und völlig ohne Pestizide, reinstes Bio-Gemüse.

Die Produktion ist zudem nicht von verfügbaren Freiflächen abhängig, sondern kann mitten in urbane Komplexe verlegt werden, nahe zu den KonsumentInnen, womit Transportwege verkürzt werden und keine Umweltbelastung verursacht wird…

Das klingt ein wenig nach schöner neuer Welt und beim Betrachten des Filmchens habe ich mich an die Debatten erinnert, die wir geführt haben, als die ersten „hors-sol“-Tomaten auf den Markt kamen: das sei der Untergang der gesunden Ernährung, ein dermassen künstlich aufgepäppeltes Gezücht könne ja naturgemäss nur schlechter sein als das, was im heimischen Garten und auf der eigenen Scholle heranwächst… Inzwischen haben wir uns an diese Erzeugnisse gewöhnt und haben zur Kenntnis genommen, dass die intensive Bewirtschaftung beim traditionellen Gemüsebau und der konventionellen Landwirtschaft zu einer unheilvollen Verseuchung des Bodens mit Killergiften geführt hat, mit einer noch nicht abzusehenden Langzeitwirkung auf unser Trinkwasser und damit auf unseren generellen Gesundheitszustand.

Unser ganzes agrarisches Versorgungskonzept muss radikal überdacht und reformiert werden. Auch hierzulande hält das Bauernsterben weiterhin an, die Konzentration zu immer grösseren Komplexen ist nur aufzuhalten mit neuen Technologien…

Wir tun gut daran, uns rechtzeitig mit einem vorurteilsfreien Umdenken zu befassen.


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