24/6  Dicke ins Ghetto?

Kategorie: Allgemein    Von Heinrich von Grünigen um 16:31

Das hat uns noch gefehlt. Da berät eine Expertengruppe den Bundesrat in Sachen Corona. Es geht um die Vorbereitung auf eine allfällige „zweite Welle“, von der man noch nicht weiss, ob sie wirklich kommt und falls doch, wie hart sie uns treffen wird.

Es gehe darum, die Risikogruppen „besonders zu schützen“ und ihnen dennoch zu ermöglichen, „am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen“. In den offiziellen Verlautbarungen ist zwar nur von den „Senioren“ die Rede (das sind die Menschen, die älter als 65 sind, frühvergreiste ZeitgenossInnen sind offenbar nicht gemeint). Aber die Definition der Risikogruppen umfasst ja noch weitere Schichten: Menschen mit einschlägigen Vorerkrankungen und Adipositas-Betroffene mit einem BMI über 40.

Da ist die Rede von speziellen „Alten-Abteilen“ in der Eisenbahn und von besonderen Zeitfenstern für den Greisen-Einkauf in den Warenhäusern, in die sich dann auch die Übergewichtigen teilen müssten, wenn sie „geschützt“ sein wollen. Die Alten-Organisation Pro Senectute ist nicht begeistert von den Vorschlägen. Sie moniert die Gefahr der Abschottung und Diskriminierung. Das ist nachvollziehbar. Und ein sinngemässes Risiko besteht auch für Menschen mit erhöhtem Körpergewicht: sollen sie sich nur noch zu bestimmten Zeiten auf die Strassen und in die Läden wagen dürfen? Genügt die Stigmatisierung im Alltag nicht, die sie schon mit sich herumschleppen müssen?

Soll man uns mit kritischen Blicken strafen, wenn wir es wagen sollten, zur Unzeit unser Brot und unser Joghurt zu kaufen? Dürfen wir nicht mehr auf den Markt (wo uns die geltenden Sicherheitsregeln ohnehin schon die Orientierung erschweren)?

Wer zur Risikogruppe gehört tut gut daran, die nun gelockerten Empfehlungen so konsequent wie nur möglich einzuhalten, zum eigenen Schutz und zu dem der anderen, da man ja nie wissen kann, ob es einen bereits „erwischt“ hat oder nicht. (Über die Covid-App sprechen wir dann, wenn sie effektiv erhältlich ist, ich müsste mir zuerst noch ein neues Handy beschaffen, da mein Akku dem Dauerbetrieb von Bluetooth nicht mehr gewachsen ist.)

In diesem Sinne: bleiben wir auf der Hut, kein Leichtsinn und keine Experimente!

 


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