27/3  Böse Früchtchen

Kategorie: Allgemein    Von Heinrich von Grünigen um 14:54

Der unstete Temperaturwechsel in diesen Tagen trägt Früchte. Les fruits du mal, könnte man in Anlehnung an ein hochkarätiges literarisches Vorbild sagen, aber das würde den Sachverhalt nur ungenau beschreiben. Es ist schwer zu sagen, was es wirklich ist. Das Gefühl von heissen Ohren und einer eiskalten Stirn, Hals- und Schluckweh und Schmerzen bei jedem Versuch, etwas aus dem verschleimten Hals heraus zu husten…

Es ist eine gute Gelegenheit, all die alten Restbestände in der Hausapotheke, die knapp vor dem Verfallsdatum stehen, aufzubrauchen. Die Lutschpastillen mit den verschiedenen Aromen, das Alcacyl-Pülverchen, das in einem Glas Wasser aufgelöst werden muss, der Anti-Fieber-Drink, der so heiss wie möglich geschlürft werden muss, die Grether’s-Tabletten, die für ein geschmeidiges Halszäpfchen sorgen sollen…

Und trotzdem krächzt die Stimme tief aus der Kehle herauf, wenn das Telefon klingelt, so dass ahnungslose Anrufer meinen könnten, sie seien mit dem Besetzungsbüro der Freakshow verbunden. Ein leises Frösteln und Zittern geht durch mich hindurch, wie ein respektvollen Gespenst, das mich eigentlich nicht erschrecken möchte, das aber doch unerbittlich vorhanden ist und Flagge zeigt.

Eigentlich müsste ich schnurstracks ins Bett und mit einem grossen Glas  Branntwein den Booster anwerfen… aber das geht heute nicht: am Abend trifft sich die Selbsthilfegruppe zu einem medizinischen Vortrag – bloss hat das Thema nichts mit meinem aktuellen Zustand zu tun.

Noch fünf Stunden, dann ist der Spuk vorbei.


Ein Kommentar zu “Böse Früchtchen”

  1. Ursula Lehner-LIerz sagt:

    Lieber Herr von Grüningen,

    da bin ich wohl nicht die Einzige, die es diese Woche bei der Kälte erwischt hat. Ich wünsche Ihnen gute Besserung, damit sie sich bei dem schönen Frühlingswetter wieder aufwärmen und ihre Erkältung loswerden können.

    Mit freundlichen Grüssen + Dank für Ihre immer interessanten Blogbeiträge

    Ursula Lehner-LIerz

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