2/12  Die Kau-Revolution

Kategorie: Allgemein    Von Heinrich von Grünigen um 21:13

Anfang dieses Jahres war es. Da bin ich beim Stöbern auf der Suche nach einem Thema auf einen mir bis dato unbekannten Begriff gestossen: Schmauen.

Ich schrieb meinen Blog und staunte nicht schlecht, als sich wenige Tage danach der Erfinder dieses Kunstwortes – Zusammengesetzt aus Schmecken und Kauen – bei mir meldete: er war beim Googeln auf meinen Text gestossen… – Nun, vor zehn Tagen hat sich Jürgen Schilling wieder bei mir gemeldet. Er werde am 2. Dezember in Wallisellen ein Schmauen-Seminar veranstalten, ob mich das interessiere und ob ich allenfalls auf der SAPS-Website einen Hinweis bringen könnte.

Ich konnte und es interessierte mich. Um 11 Uhr fand ich mich heute im Seniorenzentrum Wallisellen ein. Rund sechzig Leute waren schon da und ein TV-Team von der SF 1-Sendung PULS, die am Montag, 8. Januar 2007 kurz berichten wird. – Schilling, ganz routinierter Entertainer, hob ab zu einer insgesamt vierstündigen Performance, in deren Verlauf er die andächtig lauschenden Teilnehmerinnen (und einige Teilnehmer) in die von ihm entwickelte Kunst der „richtigen“ Nahrungsaufnahme einführte.

Wie es sich für ein Seminar gehört, wurden wir Schritt für Schritt mit Theorie und Praxis vertraut gemacht. Wir lernten, wie man ein kleines Stück trockenen Brotes nur mit Speichel und einer saugend-massierenden Bewegung der Zunge am Gaumen in seine geschmacklichen Bestandteile und Nährwerte zerlegt, wie man diese Elemente aus dem Speisebrei herausschmecken und so auch den Unterschied zwischen naturbelassenen und „behandelten“ Produkten auf der eigenen Zuge erfährt.

Wir lernten, wie man lernen kann, die Speisen lange im Mund zu behalten und so lange zu kauen, bis der Prozess der Zerlegung der Kohlenhydrate einsetzt und ein angenehm süsses Empfinden die Mundhöhle erfrischt… wir erfuhren etwas über die meditativen Aspekte, dem Yoga verwandt, weshalb Schilling sein Seminar auch unter das Motto „Yoga des Kauens“ gestellt hatte… – Diese Revolution des Kauens ist einfach zu erlernen. Sie ist ausführlich beschrieben im Buch „Kau dich gesund!“, und – davon ist Schilling überzeugt – wäre, würde sie konsequent angewandt, die Lösung für die Adipositas-Prävention, ein Mittel gegen Diabetes (ein medizinisches Gutachten bescheinigt entsprechende positive Auswirkungen) und überhaupt der Schlüssel zu körperlichem Wohlbefinden.

Ich bin von der Einfachheit dieser Methode angetan und habe im Sinn, sie bis auf weiteres auszuprobieren. Ich kenne zwar – leider – die Grenzen meines Durchhaltevermögens. Man wird davon hören. Ganz nach dem Motto: Sch(m)auen wir mal!




26/11  Bravo!

Kategorie: Allgemein    Von Heinrich von Grünigen um 23:10

Ein braver Mann, der Markus Dürr, seines Zeichens Regierungsrat im Kanton Luzern und derzeit Präsident der Konferenz der kantonalen Gesundheitsdirektoren GDK!

In einem Interview hat er sich zum Thema des Übergewichts bei Kindern und Jugendlichen geäussert und dabei eine Reihe von Massnahmen angesprochen, die seit einiger Zeit auf der Wunschliste stehen der Organisationen wie der SAPS, die sich für die Thematik der Adipositas-Prävention engagieren.

Als erstes schlägt Dürr vor, ein Fahrverbot rund um Schulhäuser zu erlassen, damit die Eltern ihre Kinder nicht mehr mit dem Auto direkt vor die Schule karren können. -Tapfer! Unterstützenswert! Das heisst dann aber auch, dass im gleichen Zug jene baulichen Massnahmen zu treffen sind, mit denen Fusswege sicherer werden, und dass es einen Aufsichtsdienst geben muss, der gegen Gewalt auf dem Schulweg einschreitet. Aber das Problem ist lösbar, es braucht nur den politischen Willen dazu.

Obligatorisches Morgenturnen in der Schule wäre eine weitere Massnahme, sodann ein Verbot von Süssigkeitsautomaten im Umfeld der Schulen… – In der aktuellen Charta der WHO gibt es noch viele Aktionen, die vor allem auf Kinder und Jugendliche ausgerichtet sind. Da ist es gut, in dem CVP-Mann einen Verbündeten zu wissen, denn die meisten der möglichen Massnahmen sind ohnehin auf kantonaler und kommunaler Ebene umzusetzen. Es ist wichtig, einen Mann an der Seite zu haben, der eine klare Absage erteilt an unseren Gesundheitsminister, der nicht müde wird zu betonen, dass nach seiner Ansicht der Staat „im Teller des Bürgers nichts zu suchen“ habe… Hier spricht Dürr Klartext: «Wenn die Eigenverantwortung nicht genügt, muss die Politik einschreiten.»

Herr Dürr, wir zählen auf Sie, wenn es so weit ist.




22/11  Virtuelles Training

Kategorie: Allgemein    Von Heinrich von Grünigen um 23:26

Nach einer Stunde Aquafit ist der ganze Körper so wohlig durchgespült und man hat das angenehme Gefühl, jeden Muskel mindestens einmal betätigt zu haben, aber ohne dass die Abnützungserscheinungen auftreten, die mich im Alltag beim Treppensteigen, beim Aufstehen vom Stuhl und beim Sockenanziehen verfolgen….

Kaum ist man wieder zuhause am PC, so erwacht die Sehnsucht, es möchte doch eine spielerische Form der interaktiven Bildschirm-Betätigung geben, die dazu beiträgt, das körperliche Wohlbefinden zu steigern… – und siehe da: wie aufs Stichwort öffnet sich eine Website mit entsprechenden Angeboten: Videospiele, die helfen, Gewicht zu verlieren.

Was es da nicht alles gibt (jetzt mal abgesehen von den schon historischen Aerobic-Videos mit Jane Fonda und so, die eher im Museum zu suchen sind):
– ein Laufband mit Schiessanlage, bei dem man das Tempo der Verfolgungsjagd selber bestimmen kann
– eine Playstation, bei der man den Joystick mit Einsatz des ganzen Körpers betätigen muss
– der Entertrainer (den ich in diesem Blog schon früher mal vorgestellt habe)
– Dance Dance Revolution DDR, ein Pionier-Gerät, das eine Art Mittanz-Karaoke bietet (nach dem Muster: Simon sagt: alle Vögel fliegen…)
– das Eye Toy Kinetic, bei dem der Bildschirm die gymnastischen Bewegungen abbildet, die jemand macht
– das gute alte Tetris-Spiel, bei dem man aber das Einordnen der Teilchen mit einer Kraftmaschine steuern muss

Es gäbe also eine Fülle von Angeboten, wenn man sie nutzen möchte. Allerdings: eine Studie hat gezeigt, dass man z.B. mit dem DDR-Tanzspiel eine ganze Stunde pro Tag trainieren muss, um Gewicht zu verlieren… da könnte man sich ebensogut auf den simplen Hometrainer setzen und einen Krimi gucken.




20/11  Face from Space

Kategorie: Allgemein    Von Heinrich von Grünigen um 23:31

Erinnern Sie sich noch an die Aufregung damals, als die erste Mars-Sonde (oder wars auf dem Mond?) bei einer Umkreisung des Planeten oder Trabanten plötzlich ein „Gesicht“ im Blickfeld der Kameras erspähte? Das Bild wurde zur Erde gefunkt und weckte gewaltige Spekulationen. Welche gigantischen Titanen hatten hier in der unwirtlichen Landschaft die Felsen dergestalt modelliert, dass sie ein menschliches Antliz formten, deutlich erkennbar, wie eine Mumie oder Totenmaske? Einige vermeinten, das Konterfei von Jesus zu erkennen, durch eine überirdische Macht auf den fernen Himmelskörpter transferiert… ein starkes Symbol für Gläubige.

Der Rausch währte nicht lange. Bald stellte sich heraus, dass es sich um eine optische Täuschung handelte, ein raffiniertes Spiel von Licht und Schatten, das aus einigen zufälligen Erhebungen im Terrain dem Betrachter die Umrisse eines Gesichtes vorgegaukelt hatte, je nach dem Stand des einfallenden Sonnenlichts. Von da an nahm man solche Erscheinungen mit mehr Gelassenheit zur Kenntnis.

Nun hat der Mensch selber ein solches Zeichen gesetzt. Die Hähnchenbräterei Kentucky Fried Chicken KFC malte ihr Firmenlogo, das Gesicht von Colonel Sanders, in riesengrossen Dimensionen in die Wüste von Nevada. Das Gesicht ist so gross, dass man es vom Weltraum aus sehen kann. Würden die Ausserirdischen demnächst vorbeifliegen, kämen sie nicht am hähnchenbackenden Obristen vorbei und müssten annehmen, dass wir hier unten alle gleich aussehen wie dieser fröhliche Opa mit Spitzbart und rotweisser Schürze.

Der nette Greis hält überdies einen Wettbewerb bereit: wer sich ganz nah ins Bild hineinzoomt, der kann an einer bestimmten Stelle ein Männlein erkennen, das eine Tafel hochhält, auf der drei Worte geschrieben stehen… Die drei Worte sind die „verborgene Botschaft“ des Obersten, und die ersten 10’000 Leute, die diese drei Worte an die Firma mailen, können einen Gutschein gewinnen… – Interessant, was die Fast-Food-Industrie alles anstellt, nur um hier in diesen Blog zu kommen!




17/11  Die Charta gegen Adipositas

Kategorie: Allgemein    Von Heinrich von Grünigen um 23:23

Ich war gespannt. Heute Morgen, beim DRS 1-Ratespiel Morgenstund hat Gold im Mund stand die letzte Frage im Zeichen der WHO-Konferenz in Istanbul: Wie lautet der Fachbegriff für Übergewicht? Und die Kandidatin beriet sich mit ihrem Team, nahm innerlich Anlauf und sagte dann mit erheblichem Selbstzweifel: Adi – – posi – tas?

Geht doch. Irgendwann einmal wird sich der Ausdruck durchgesetzt haben, und es steht nicht zu befürchten, dass er nicht mehr aktuell ist, wenn ihn dann einmal alle kennen. Aber ich habe mich doch gefreut, dass die Frau es gewusst hat. Man ist ja genügsam.

Dann packte mich die Neugierde. Was hat jetzt bei der Konferenz herausgeschaut? Wie haben die Minister nach ihren Gesprächen den Charta-Entwurf verändert? Wurde er am Ende entschärft, im Sinne des machbaren Kompromisses oder was? Also rein ins Internet und über die Website der WHO zur Übersicht, von dort auf die deutsche Version, sodann zur entsprechenden Pressemitteilung betr. Charta und schliesslich zur Charta selber.

Und ein schneller Quervergleich beim Überfliegen zeigt: die haben gar nicht so viel verändert. Und es ist – wenn schon – keine Verwässerung, sondern eher eine Präzisierung, eine verbindlichbere Formulierung… Also steht sie nun, die Charta, und wir wissen, was die Regierungen eigentlich tun müssten. Wir kennen die Vorsätze, die sich die Minister gefasst haben, und wir können ihre Taten daran messen. Und auch das, was sie unterlassen.

Ok, unser Gesundheitsminister, der sich so wenig in die Essgewohnheiten seiner Bürger einmischen will wie möglich, kann zwar sagen, dass nicht dabei gewesen sei… aber das rettet ihn nicht, denn die Charta gibt es auch auf Französisch. Und das müsste er verstehen.




16/11  Verfassungswidrig

Kategorie: Allgemein    Von Heinrich von Grünigen um 23:36

Eigentlich wollte ich heute etwas über die junge Frau schreiben, die mit 21 Jahren gestorben ist, 174 cm gross und 40 Kilo schwer. Ein Model. Mit 13 war sie entdeckt worden und stand seither im Dienste der modischen Schönheit und der verordneten Magerkeit, bis zum Ende.

Aber dann hat mich am Nachmittag, gegen Abend wars schon, eine Aussage auf einem Podium elektrisiert, die es in sich hatte. Es war am Lachener Symposium Klinik Medizin, mit dem Themenschwerpunkt Übergewicht. Mehr als 200 interessierte Fachleute aus allen einschlägigen Fakultäten waren anwesend und in einer Reihe von engagierten Referaten wurde über die Krankheit selber und über aktuelle Erkenntnisse zu deren Therapie informiert.

Im Vordergrund standen die chirurgischen Eingriffe, Magenband und Magenbypass, man hörte von den erprobten und erfolgreichen Techniken, aber auch von den Risiken und den Einschränkungen. Und davon, dass es ganz konkrete gesetzliche Bestimmungen gibt, die erfüllt sein müssen, damit die Krankenkassen einen solchen Eingriff übernehmen. Eines der einschneidenden Kriterien ist das Alter: es kann ein Mensch noch so dick und krank sein… wenn er älter als 60 ist, wird er die Operation nicht bekommen. Basta. Wir haben das bis jetzt – gesetzesfürchtige Bürger wie wir sind – widerspruchslos zur Kenntnis genommen. Es ist Gesetz. Dann ist es halt so.

Und dann sass da auf den Podium der Chefarzt Innere Medizin am Spital Lachen, PD Dr. med. Franco Salomon. Und sprach die unmissverständnlichen Worte: Das mit der Altersgrenze bei 60 ist ein Skandal. Das ist übelste Diskriminierung und angesichts der stetig steigenden Lebenserwartung in keiner Weise akzeptabel. Es ist ein Verstoss gegen die Bundesverfassung, die ausdrücklich verlangt, dass kein Bürger diskriminiert werden darf.

In dieser Deutlichkeit habe ich das noch nie gehört. Ich habe mich selber ja auch schon mit dem Thema befasst, aber so kompromisslos war der Widerspruch zum gesunden Menschenverstand noch nicht formuliert worden. Ich habe die Botschaft aufgenommen. Das ist ein Thema, für das es sich zu kämpfen lohnt. Wir werden uns etwas einfallen lassen müssen.




14/11  Die WHO tagt

Kategorie: Allgemein    Von Heinrich von Grünigen um 23:42

WHO – drei magische Buchstaben im Gesundheitswesen: World Health Organisation / Weltgesundheits-Organisation. Wer wäre berufener, auf allerhöchster Ebene die notwendigen Massnahmen zu eregreifen, um die Übergewichts-Epidemie in den Griff zu bekommen?

Vom 15. bis zum 17. November findet in Istanbul die Europäische Ministerkonferenz der WHO zur Bekämpfung der Adipositas statt. Die Schweizer Delegation ist heute Vormittag von Kloten abgeflogen. Unser Innen- und Gesundheitsminister konnte nicht mit, man musste BAG-Chef Thomas Zeltner vorübergehend in den Rang eines Staatssekretärs befördern, damit er als Delegationsleiter und mit den andern auf Augenhöhe diskutieren kann.

Der Konferenz liegt eine Charta im Entwurf vor. Sie wurde in gründlicher Vorbereitungsarbeit entwickelt und enthält neben einer klaren Situationsanalyse auch ein Bündel von elf konkret beschriebenen Massnahmen, welche den Staat, die Privatwirtschaft, die Lebensmittelproduzenten, die Medien und den einzelnen Bürger nicht zu knapp in die Pflicht nehmen. Ein schöner Satz, den sich auch hierzulande sehr viele selbstgerechte Biedermenschen dick hinter die Ohren schreiben müssten, heisst: Die alleinige Schuldzuweisung an den Einzelnen für seine Adipositaserkrankung darf nicht akzeptiert werden.

Solche wichtige Feststellungen werden dann allerdings konterkariert durch Sätze wie: Entschlossenheit und Führungswille auf höchster politischer Ebene und ein starkes Engagement des gesamten Staates sind die Voraussetzungen für sektorübergreifende Mobilisierung und entsprechende Synergiekräfte. – Das klingt, als ob George W. Bush mit den letzten Reserven nochmals gegen den Terrorismus ins Feld ziehen wollte…

Man darf gespannt sein, was die Konferenz in den drei Tagen aus der überzeugenden und umfassenden Vorlage macht… und man möchte hoffen, dass mutige Entscheide zu einschneidenden Schritten getroffen werden… – Aber… Skepsis bleibt natürlich. Die Kräfte des Beharrens sind nicht zu unterschätzen. Vielleicht ist es kein Zufall, dass gerade dieser Tage in Grossbritannien ein Werbespot für Burger King den Weg in die Medien fand, bei dem es selbst dem gutmütigen Betrachter schlicht die Sprache verschlägt… oder wie ergeht es Ihnen?




8/11  Wunderglaube

Kategorie: Allgemein    Von Heinrich von Grünigen um 23:39

Gehen Sie gerne zum Doktor? Der Mann im weissen Kittel (es kann natürlich auch eine Frau sein) scheint ein gewisses „Etwas“ auszustrahlen, das die einen anzieht und andere fernhält… Beim Abnehmen ist es jedenfalls, so stellt eine Studie der Connecticut Universität fest, wie die Washington Post vermeldet, nicht zu übersehen: 70 Prozent der Befragten behelfen sich mit einer „Kur“ nach eigener Wahl, und nur 30 Prozent gehen für eine Beratung zum Arzt.

Das könnte damit zu tun haben, meinen Experten, dass der amerikanische Allgemeinpraktiker wenig von Ernährungsberatung und von Übergewicht versteht… so dass eine grosse Mehrheit der Betroffenen es vorzieht, sich mit z.T. dubiosen Präparaten und Pillen selber zu behandeln. Dass sie dabei bewusst oder unbewusst ein grosses gesundheitlliches Risiko auf sich nehmen, ist ein anderes Kapitel.

Aber diese Beobachtung scheint für unsere Verhältnisse nicht ganz abwegig zu sein, wenn man die Mengen von am Schwarzmarkt oder übers Internet erstandenen Psychopharmaka betrachtet, die auch hierzulande den Weg in viele Haushalte finden. Ein weiterer Grund mag in der Wundergläubigkeit liegen, die manche Betroffene befällt, sobald sie abnehmen möchten oder müssen. Kein Werbeslogan zu plump und zu unrealistisch, als dass er nicht doch noch massenhaft Anhänger finden würde… denn wer weiss: vielleicht hilft das Produkt diesmal doch, versuchen kann man es ja, nützt es nichts, so schadet es vielleicht auch nicht…

Das Gegenteil ist leider meist der Fall. Kein Nutzen und dafür ein Schaden am Stoffwechsel – oder doch am Selbstwertgefühl, wenn ein weiterer Versuch gescheitert und im Sand verlaufen ist. – Was tun? Wem glauben? Wem nicht? – eBalance ist ein verlässlicher Ratgeber und auch wir von der SAPS können seriöse Informationen vermtiteln. Wunder haben wir allerdings nicht auf Lager.




3/11  Präventa

Kategorie: Allgemein    Von Heinrich von Grünigen um 23:32

Vorfreude wieder einmal. Öffentlicher Auftritt, diesmal am Samstag in der grossen (und leider kalten) Bahnhofshalle von Zürich. Die SAPS ist zu Gast am Stand von Prävention und Gesundheitsförderung des Kantons Zürich und kann am Samstag von 11 bis 15 Uhr über die Adipositas-Prävention informieren.

Ein Messeauftritt der etwas anderen Art: welches Publikum wird es sein, das da verbeiströmt, auf dem Weg zum Zug oder nach Hause? Lassen sie sich ansprechen? Sind sie interessiert? Nehmen sie sich die nötige Zeit, um sich mit einem wesentlichen Aspekt ihrer Gesundheit auseinanderzusetzen? Wir wissen es (noch) nicht.

Wir laden wieder einmal die Utensilien ins Auto, verpacken Prospekte, Flugblätter, Zeitschriften, zerlegen den Spielstand mit der Hau-den-Lukas-Maschine und sind gespannt, wie sie diesmal ankommen wird. Das Thema ist ja unerschöpflich und man müsste Hilfsmittel erfinden, um den Passanten auf eine spielerische Weise nahezubringen, dass es sich lohnt, die Bedürfnisse des eigenen Körpers ernst zu nehmen.

Der Bahnhof als Ort des Durchgangs ist dafür symbolisch wichtig: wir haben festgestellt, dass wir mit den Auftritten im „Gesundheits-Sektor“ von Ausstellungen gerade jenes Publikum nicht erreichen, das unsere Botschaften am nötigsten hätte. Aber wir haben noch kein Rezept, wie man seine Aufmerksamkeit gewinnt. Der Auftritt im Bahnhof kann uns in dieser Hinsicht vielleicht Impulse geben. (Und wenn Sie diesen Blog früh genug lesen und dann vor 15 Uhr vorbei kommen, können sie uns Ihre Idee mitbringen.)




28/10  Wir sind schuld!

Kategorie: Allgemein    Von Heinrich von Grünigen um 22:16

So, jetzt ist es draussen. Al Gore tourt herum mit seinem Film zur Klimaerwärmung. Eindrücklich sei er. Nachdenklich stimme er. Und wenn es uns in den zehn Jahren, die kommen, nicht gelinge, etwas gegen den Klimawandel zu tun, dann sei die Erde, so wie wir sie kennen, verloren. Das sagte mir nicht irgend ein Ökofreak, sondern Christian, ein rational denkenden Banker, nachdem er den Film gesehen hat, im Beisein von Mr. Gore.

Was mich nun aber wirklich hart trifft, das ist eine neue Erkenntnis, die ein Forscherteam an der Universität von Illinois vorlegt. Professor Sheldon H. Jacobson hat nämlich herausgefunden, dass das stetig anwachsende Übergewicht der Amerikanerinnen und Amerikaner zu einem stetig steigenden Benziverbrauch in den Vereinigten Staaten geführt hat. Für diese Studie hat das Forscherteam mit Computer-Simulationen aufgrund von Daten seit 1960 die Zunahme des BMI und den steigenden Benziverbrauch miteinander verglichen und verschiedene Szenarien durchgerechnet. Dabei habe sich ein klarer Zusammenhang ergeben: je grösser das Gewicht des Fahrers und seiner BeifahrerInnen, desto mehr Benzin wird benötigt, um die zusätzliche Last zu bewegen…

Und plötzlich sind die Zusammenhänge klar: mehr Benzin führt zu mehr Abgas, mehr Abgas gibt mehr Kohlendioxyd, mehr Kohlendioxyd bewirkt eine raschere Klimaerwärmung… und an allem sind wieder einmal wir Dicken schuld, denn was für Amerika gilt, das gilt ja wohl auch für uns. So weit kommt es noch: zuerst können wir nur noch mit Schmerzen gehen, weil das Gewicht unseren Gelenken schadet – und wenn wir Auto fahren, dann macht man uns verantwortlich für das Abschmelzen der Pole und der Gletscher, da wir übermässig viel Sprit verpuffen…

Was gibt es wohl sonst noch, das man uns in die Schuhe schieben könnte?