19/11  Asia-Schmaus

Kategorie: Allgemein    Von Heinrich von Grünigen um 17:53

Geburtstage der Gattin haben es in sich. Schon im voraus sollte man auf die diskreten Hinweise achten, aus denen sich Geschenkideen ableiten lassen. Zwar sind wir aufgeklärt und versichern uns jeweils gegenseitig, über das Alter längst hinaus zu sein, in dem es zum Erhalt der Freundschaft kleiner Geschenke bedürfe… aber irgendwo im Verborgenen hält sich dann doch noch ein kleiner Rest von Erwartung, den man nicht so gern enttäuschen möchte.

Da trifft es sich gut, dass die liebe Tochter schon in einem Alter ist, in dem sie ganz gerne in der Küche steht und bekocht, wenn es sich schickt. So rüsten wir uns zum gemeinsamen Einkauf zwecks geburtstäglicher Verwöhnung der Mutter. Kein eBalance-Menü, zugegeben, aber doch aus der „Reis Küche“ von Betty Bossi (2005 erschienen) mit einem schonenden Energiewert von 360 Kalorien pro Portion. Wir wählen ein rotes und ein grünes Thai-Curry-Gericht mit Rundfleisch und mit Fisch.

Die besonderen Zutaten finden wir im „Asia Store“ hinter dem Örliker Bahnhof, und wer hier eintritt, der verlässt die bürgerlich-helvetische Küche und taucht ein in ein fernöstliches Schlaraffia und Einkaufs-Paradies mit einer bunten Vielfalt von Produkten und Rohstoffen, die direkt von einem Markt in Bangkok zu stammen scheinen. Beschriftungen, die unverständlich bleiben (wären da nicht die kleinen aufgeklebten Etiketten zur lesbaren Erklärung) und Lebensmittel, über deren Geschmack und Verwendung man bloss rätseln kann, wenn man sonst Thai-Food nur aus der kleinen Kneipe um die Ecke kennt.

Auf jeden Fall ein kulinarisch aufregendes Erlebnis, wenn man sich jetzt aufmacht, als Assistent der Tochter in der heimischen Küche zu werken, in der Hoffnung, dass das, was im Buche steht, auch so auf den Teller kommt. Und erst noch gut schmeckt!




18/11  Die Halle als kulinarischer Tempel

Kategorie: Allgemein    Von Heinrich von Grünigen um 9:29

Spektakuläre offizielle Inaugurationsfeier im umgebauten bzw. glanzvoll renovierten Hallenstadion in Zürich-Örlikon, in Anwesenheit von „tout Zurich“ und noch einigen Auswärtigen, z.B. Bundespräsident Samuel Schmid, der als Festredner auf den Eröffnungsknopf drücken durfte, worauf mit lautem Knall (wozu ist man schliesslich Sport- und Kriegsminister) ein prächtiges Feuerwerk explodierte und die Halle mit Blitzlicht und Petardenschmauch erfüllte.

Was denn das mit unserem Thema zu tun habe? – So einiges. Als nämlich am Schluss des zweistündigen Festaktes, nach mehreren Reden und Auftritten von DJ Bobo bis Riverdance und nach der obligaten Übergabe des goldenen Schlüssels als absoluter Höhepunkt ein über tausendköpfiger Schüler-Chor ein ABBA-Medley zu schmettern begann, die Mädchen in weissen und die Jungs in blauen T-Shirts, da konnte das geschulte Auge nicht anders, als die Kinderschar ganz schnell mal zu scannen, um zu prüfen, ob da wirklich jeder vierte oder fünfte dieser jungen Menschen schon Anzeichen von Übergewicht zeige…

Und man musste nicht zynisch sein, um festzustellen, dass der Befund in etwa stimmte. Die Statistik lügt nicht, und auch wenn es wenig wirklich „schwere“ Fälle zu sehen gab, so fiel doch auf, dass nicht alle der aufgestellten Sängerinnen und Sänger, die da aus voller Kehle die vertrauten Melodien von Waterloo über Money-Money bis Thank You For The Music krähten, zur ganz sportlichen Gruppe gehörten… That’s Life, ein Querschnitt, der Alltag eben.

Anschliessend begaben sich die 2’500 geladenen Festgäste in die Seitengänge und ins Foyer und fielen über die zahlreichen Buffets her, von den Bratwürsten über den Risotto, die Hörnli mit Gehacktem und die Älpler Maggronen… Womit bewiesen war: Wie die Alten schlungen, so schlingen die Jungen. – Es war ein rundum gelungenes Fest!




17/11  Killt die Fettkiller!

Kategorie: Allgemein    Von Heinrich von Grünigen um 14:50

Dass Fussball aggressiv macht und vielleicht für das Weltfriedensprogramm doch nicht ganz so optimal ist, wie das manch einer gerne haben möchte, das haben wir am Mittwochabend am Bildschirm und danach aus den Schlagzeilen erfahren.

Aber manchmal werden Aggressionen auch durch allzu dreiste Behauptungen ausgelöst, so dass es sich lohnt, ihnen auf den Grund zu gehen. – Wer bei Google zum Thema Adipositas und Übergewicht recherchiert, stösst – jedenfalls über den deutschen Dienst – auf eine bezahlte Werbung, bei der einem übel wird:

Abnehmen mit Fettkillerbis zu 16 kg in 4 Wochen, abnehmen ohne JoJo, steht da, und wenn man die Seite anklickt erfährt die staunende Leserschaft, dass es sich bei dem interessanten Produkt um ein „absolut natürliches Nahrungsergänzungsmittel“ handelt, von dem seine Hersteller „zutiefst überzeugt sind“. Das Produkt „verhindert aufkommenden Heisshunger und regt den Stoffwechsel an“, so dass der Körper seine Fettreserven verbrenne.

Auf der nächsten Seite kommt dann die ernüchternde Wahrheit: „XY ist ein aus rein natürlichen Inhaltsstoffen bestehendes Nahrungsergänzungsmittel und ohne Nebenwirkungen. Es kann bedenkenlos wie andere Lebensmittel auch verzehrt werden und ist nicht dazu geeignet, Krankheiten (wie z.B. Fettsucht) zu heilen.“

Spätestens jetzt müsste jedem Leser und jeder Leserin klar geworden sein, dass ein solches Produkt reiner Humbug und eine Verarschung erster Güte ist. Nachdenklich stimmt allerdings, für wie blöd die Übergewichtigen von bestimmten Anbietern (inkl. Google) gehalten werden.




16/11  Der Bulle kommt früher

Kategorie: Allgemein    Von Heinrich von Grünigen um 18:45

Seit Mittwochabend müssen die Fans von Ottfried Fischer („Der Bulle von Tölz“) ihre Lebensgewohnheiten umstellen. Sat.1 hat die Krimiserie mit dem pfundigen Kommissar Benno Berghammer um eine Stunde vorverlegt.

Ottfried ist ein Phänomen. Einer der (raren) Sympathieträger aus der Gilde der echt Übergewichtigen. Seit 10 Jahren ermittelt er in der Bayerischen Voralpenwelt und stemmt seinen massigen Leib aus Autos, die Treppen hoch, bewegt sich mit verblüffender Flinkheit durch unwegsames Gelände, ein leuchtendes Vorbild dafür, dass man fett und fit zugleich sein kann.

Gut, wir wissen nicht, was Film ist und was Wirklichkeit. Wie oft die Aufnahmen unterbrochen werden müssen, damit er wieder zu Atem kommen kann, um dann seine bedächtig-hintergründigen Fangfragen zu stellen. Ottfried ist 52 Jahre alt. Vor mehr als 20 Jahren, als er – ein Shooting Star im Kabarett – den „Salzburger Stier“ bekam, haben wir uns alljährlich in Salzburg getroffen und hatten uns als schwergewichtige Bundesgenossen beim Tafeln und beim Trinken gegenseitig ins Herz geschlossen. Regelmässig haben wir den Schwur erneuert: „Wir bleiben uns treu – und nehmen nicht ab!“

Als ich dann in seinem (heutigen) Alter war – so Mitte fünfzig – begannen die Probleme mit der Gesundheit, den Gelenken, dem Atem, die ganze Palette, und ich kam nicht darum herum, meinem Gelübde untreu zu werden. – Nun hoffe ich bei jeder neuen Folge insgeheim, einmal möchte doch die Mama Resi ein Einsehen haben und ihre deftige Küche langsam umzustellen beginnen, damit der Benno auf natürliche Weise ein paar Kilo abgeben könnte… Dann wäre ich nicht mehr der Verräter und für ihn wäre es gesundheitlich à la longue wohl auch besser, jetzt, wo er schon eine Stunde früher Dienst hat.




15/11  Pyramidales

Kategorie: Allgemein    Von Heinrich von Grünigen um 15:10

Die „Ernährungspyramide“ ist vielleicht nicht so bekannt wie die vom Cheops, aber sie lässt sich leichter erklimmen: Indem man ein Stück Sahnetorte, Pralinen, einen Teller Chips und einige Schnäpse genehmigt, ist man schon top an deren Spitze!

Hierzulande ist sie vor drei Monaten durch die Schweizerische Gesellschaft für Ernährung SGE neu editiert worden, mit anschaulichen Illustrationen und guten Beispielen. An der Basis alle Getränke und Flüssigkeiten (möglichst ohne Kalorien!), dann Gemüse und Früchte für das Hauptvolumen; Getreide, Kartoffeln, Brot, Teigwaren und Hülsenfrüchte in der dritten Lage, schon mit etwas mehr Vorsicht zu geniessen, wenn man aufs Gewicht achten will; an vierter Stelle Fleisch, Fisch, Käse, Milchprodukte; dann kommen Fette, Öle, Nüsse, und ganz zu oberst eben jene Genussmittel, bei deren Konsum bewussteste Zurückhaltung angezeigt ist.

Am Dienstagabend am TV auf SWR3 eine spannende Dokumentation: Der deutsche Ernährungsspezialist Nikolai Worm (die „Logi-Diät“) mit einem Kamerateam unterwegs in den USA und in Deutschland, auf der Suche nach der besten Empfehlung für die „richtige“ Ernährung. Dabei zeigt sich, dass die Ausgestaltung der US-Pyramide ein ausgekochter Schwindel sei: Renommierte kritische Stoffwechsel-Experten wurden aus dem Wissenschafter-Pool ausgeschlossen, Lobbyisten der Food-Konzerne und der Agrarwirtschaft konnten ihre „Empfehlungen“ durchdrücken, kritische Vorbehalte einzelnen Nahrungsmittel-Gruppen gegenüber wurden aus dem Text gestrichen und praktisch jeder Anbieter einer Diät- oder Produkte-Linie operiert mit seiner „eigenen“ Pyramide, auf der selbstverständlich seine eigenen Produkte oder Flocken oder Müsli-Riegel empfohlen werden.

Offenbar hat sich ein ähnliches Spektakel auch in Deutschland wiederholt, wo es nicht möglich war, von einem Experten-Team, das vor der Verabschiedung der renovierten deutschen Pyramide steht, eine klare Erklärung zu bekommen… Es werde sich nicht viel ändern, man orientiere sich an den Vorgaben aus USA.

Da lobe ich mir die vernünftige Schweiz: Unter der Federführung der SGE haben sich die Fachleute zusammengesetzt und einen Vorschlag erarbeitet, der mit den Vertretungen der Fachorganisationen (auch die SAPS gehörte dazu) abgestimmt wurde. Produzenten-Interessen wurden zwar ansatzweise auch laut, fanden aber wenig Gehör. Und die CH-Pyramide ist sachbezogen und unabhängig. Bis in die Spitze.




14/11  Leckeres „frei Haus“

Kategorie: Allgemein    Von Heinrich von Grünigen um 13:38

Der Titel trügt. Es hat natürlich alles seinen Preis. Und der ist nicht ganz ohne, wenn auch mit gutem Grund.

Wir hatten heute auf der SAPS am Mittag eine Food-Präsentation mit anschliessendem Verzehr. Es ging darum, zu klären, ob es zwischen unserer Stiftung und dem Jungunternehmen „sarys – eat smart“ eine Basis für gemeinsame Aktivitäten gibt. – In diesem Sommer ging eine Meldung durch die Medien, dass ein innovativer Anbieter eine neuartige Verpflegungslinie auf den Markt gebracht habe: Ein Catering für Firmen, das nährwertbewusste Fingerfood-Angebote liefert, täglich frisch produziert aus natürlichen Zutaten und speziell ausgerichtet auf eine ausgewogene, schmackhafte Kost.

Und man muss es ihnen lassen: Die Sandwiches sind tatsächlich speziell, knusprig und lecker, mit ungewohntem Inhalt, mediterran, fruchtig, alle Arten von Fleisch (ausser Salami) und Käse in aparten Verbindungen mit Salaten, Kräutern und Gewürzen… Eine wahre Gaumenfreude des guten Geschmacks, angeboten in 610 Variationen!

Die Firma nennt sich Europas erstes eCatering Unternehmen für gesunde & vitale Köstlichkeiten und ist gleich zweimal nominiert für den Swiss Gastro Award 2005, der demnächst verliehen wird. Bestellen kann man telefonisch oder online, neben den Brötchen gibt es Spiesschen, Platten, Apéro-Häppchen etc., alles „von Hand“ zu nehmen, kalt und warm… und bei jedem Produkt steht der Vitalstoffwert und der Kalorienwert, so dass echt „bewusst“ ausgewählt werden kann.

Für Gemeinsamkeiten mit der SAPS besteht durchaus Potenzial. Dazu wären vielleicht jene Angebote speziell zu kennzeichnen, die eine geringe Kaloriendichte und wenig Fett aufweisen, aber das kann sich noch entwickeln. Auf jeden Fall darf man für den Gastro Award die Daumen feste drücken. – Mehr dazu unter www.sarys.ch




13/11  Ach wie ekelbar!

Kategorie: Allgemein    Von Heinrich von Grünigen um 15:57

Beim sonntäglichen Surfen im Internet gefunden, auf der Website der englischen Herzstiftung British Heart Foundation: Eine Kampagne, die sich an Kinder und Jugendliche richtet, unter dem Motto „Food 4 Thought“ (Nahrung für Gedanken), in der man den Kids das traditionelle Fast food vermiesen will.

„Nicht alle Burger sind gut. Was ist auf deinem Teller?“ heisst es da. Darüber die Abbildung eines saftigen Cheeseburgers, aber man kann nicht erkennen, was zwischen den Brötchen darauf wartet, abgebissen zu werden, denn ein schwarzer Balken verdeckt die Sicht, darauf das Wort „ZENSUR!“ – In kleinerer Schrift darunter die Aufforderung: „Klicke hier, um das unzensierte Bild zu sehen!“. Natürlich klickt man. – „Willst du das wirklich sehen?“ heisst es jetzt, und man kann wählen zwischen „YES“ und „NO“. Und natürlich will man sehen.

Darauf enthüllt sich ein grausliches Bild: Eingeklemmt in die Brötchen-Deckel sind da Fleischabfälle, Knorpel, Innereien… Nicht besser sieht es nach dem gleichen Prozedere bei den Chicken Nuggets aus: Dort, wo vorher neben den Pommes ein verlockendes Nugget lag, ist jetzt ein Häuflein unansehnlicher Fleischfitzelchen von undefinierbarer Herkunft, die wohl niemand so in den Mund nehmen möchte.

Weiter unten auf der Seite dann die Aufforderungen: „Verschaff dir Gehör!“, „Iss gut!“ und „Fühl dich super!“ – Die Kids sollen sich darum kümmern, was sie zu Essen kriegen, sie sollen mitreden, wenn in der Schule verpflegt wird, sie sollen sich informieren, woraus die Lebensmittel zusammengesetzt sind und sie sollen sich mehr bewegen.

Ein grundsätzlich lobenswertes Programm, so weit es die Motivation der Kinder betrifft, sich selber kundig zu machen und aktiv zu werden. – Fragwürdiger wohl in dem sehr pauschalen Ansatz, „Fast Food“ als a priori qualitativ minderwertig darzustellen, als gäbe es keine Richtlinien für die Kontrolle der Produkte und als hätten die Anbieter nicht bereits begonnen, ihre Verantwortung aus eigenem Antrieb besser wahrzunehmen. Ich bin nicht so sicher, ob die Ekel-Bilder allein den kindlichen Konsum eindämmen werden. Den meinen (gelegentlichen) wohl nicht.




12/11  Lisa Plenske nimmt ab (2)

Kategorie: Allgemein    Von Heinrich von Grünigen um 14:06

Vor zehn Tagen hat das Gewichtsreduktions-Experiment in der Sat-1-Soap „Verliebt in Berlin“ begonnen: Protagonistin Lisa Plenske will aus ihrem etwas pummeligen Übergewichts-Kokon schlüpfen und hat sich entschieden, eine Diät zu machen, indem sie statt zu essen einen multifunktionellen Quick-Slim-Drink schlürft.

Was sie (im Gegensatz zum Publikum) nicht weiss: Ihre Widersacher im Büro haben in einem unbeobachteten Moment KO-Tropfen in ihr Pulver getan, so dass sie mit jedem Slim-Drink etwas mehr von dem Gift zu sich nimmt und seitdem an Schwindel, Herzrasen, Schwächeanfällen und all dem leidet, was einen jungen Menschen wirken lässt, als stünde er permanent unter Drogen. Kein Wunder, dass Gerüchte geschürt werden und die Eltern sich Sorgen machen!

Kurz entschlossen schleppt Papa Plenske seine Tochter zum Arzt, jetzt muss untersucht werden, ob sie der Sucht verfallen ist. – Aber gemach. Der freundliche Onkel Doktor begutachtet das Opfer des heimtückischen Anschlags, kann aber nichts finden. Im Gegenteil. Er gibt ihr den einzig vernünftigen Rat, den eine solche TV-Serie mit Vorbildwirkung für junge Menschen bieten darf: Sie machen Diät? Wozu wollen Sie abnehmen? In ihrem Alter sind ein paar Kilos zu viel eine weit bessere Grundlage fürs Wohlbefinden, als wenn Sie dünn wären… Oder ist es wegen einem Mann?

Damit hat er natürlich ins Schwarze getroffen, auch wenn Lisa es sich nicht wirklich eingestehen will. – Soviel zur Motivationsforschung beim Abnehmen. Und wie zum Ausgleich dazu lässt sich in der gleichen Folge die angenehm mollige Agnes aus der Betriebskantine von ihrem kulinarisch hochbegabten Kollegen so was von bekochen, dass daraus ein schlemmermässiges Fest der Lüste zu werden droht. Fortsetzung folgt.




11/11  Kleine Erfolge – grosse Gefahren

Kategorie: Allgemein    Von Heinrich von Grünigen um 18:36

Abzunehmen ist ein harter und lebenslanger Job, wenn man die Voraussetzungen dafür hat, dass der Körper bei Tag und Nacht an nichts anderes denkt als daran, wie er die Existenz des Individuums, das ihn sein eigen nennt, möglichst über jede Hungersnot, die allenfalls einmal dräuen könnte, in die Zukunft retten will.

Und dann probiert man wieder ein neues System aus, um ihm zu bieten, was er braucht, möglichst listenreich, so dass er das Gefühl hat, auf seine Rechnung zu kommen und bei Laune gehalten zu sein, ohne dass er aber Gelegenheit bekäme, wieder etwas abzuzwacken und auf die Seite zu schaffen, heimlich, in der Nacht, wenn andere im Schlaf die überschüssige Energie verbrennen, er aber dieselbe in goldgelbes Fett umwandelt, um es Tröpfchen für Tröpfchen in die dafür bereit gestellten Zellen einzubunkern.

Und dann ist es tatsächlich so, dass man – z.B. mit hilfreicher Unterstützung von eBalance – es geschafft hat, im Laufe einer Woche einen kleinen aber wichtigen Erfolg zu erzielen, indem man am Freitagmorgen auf der Waage tatsächlich jenes Gewicht erreicht hat, das man schon am Montag ins eBalance-Fächlein eingetippt hatte, damit die Kurve nicht wieder nach oben zeigt… – Man weiss natürlich, dass man damit ja nur sich selbst betrogen hat, aber der Stolz stellt sich doch ein, dass das Ziel, wenn auch nachträglich, erreicht ist.

Und dann lauert die Gefahr: Am Freitag- und am Samstagabend ist man eingeladen, im Freundes- und im Kollegenkreis. Und man weiss, es werden leckere Dinge aufgetragen. Und man will kein griesgrämiger Spielverderber sein. Und der Körper, dieser Schlingel, lacht sich ins Fäustchen. Abwarten, wer gewinnt. Die Stunde des Gewissens schlägt dann wieder am Montag, wenn es darum geht, das Gewicht einzutragen.




10/11  Spenden bitte!

Kategorie: Allgemein    Von Heinrich von Grünigen um 23:23

Heute Seminartagung von proFonds, dem Dachverband der gemeinnützigen Stiftungen der Schweiz, dem ich als Präsident der Schweizerischen Adipositas-Stiftung SAPS angehöre. Thema: Förderung des Gemeinwohls in Freiheit und Selbstverantwortung.

Es gibt in der Schweiz 11’000 Stiftungen, die zusammen über ein Stiftungsvermögen von 30 Milliarden Franken verfügen! Da sind wir von der SAPS mit 50’000 Franken Stiftungskapital (von denen nicht einmal die Hälfte in liquiden Mitteln vorhanden ist) ein kleines Fischlein. Aber trotzdem sitzt man gern bei den Grossen und hört dem Referat von Pascal Couchepin zu, der auf welsch-charmante Weise betont, wie wichtig doch die Stiftungen sind, weil die öffentliche Hand leider in vielen Bereichen etwas sparsamer mit ihrem Geld umgehen müsse… aber wirklich schlimm sei es nicht, betonte er, die Schweiz hätte nur „un petit problème“ mit den Finanzen.

Alexander Zehnder, Präsident des ETH-Rates, wies in seinem Vortrag darauf hin, dass die Universitäten in der Schweiz viel mehr an Spenden- und Sponsoringmitteln brauchen würden, um wirklich frei und unabhängig forschen zu können. – Als ermutigendes Beispiel zitierte er einen US-Gross-Spender namens Hewlett, der einer amerikanischen Uni den schönen Betrag von 400 Millionen US-Dollar gespendet hatte. Bei der Verdankungsfeier soll Mr Hewlett unter anderem gesagt haben: „Why 400 million dollars? – Because this matches the size of the problem.“ (Warum er gerade 400 Millionen gespendet habe? – Weil diese Zahl der Grösse des Problems entspricht, mit dem sich die Universität konfrontiert sieht.)

Da fragt sich denn nun natürlich der kleine SAPS-Präsident, wie gross wohl die Spende sein müsste, die auf seinem Konto PC 87-407 427-9 eingehen sollte, um der „Grösse des Problems“ im Zusammenhang mit Aufklärung, Forschung, Prävention und Therapie von Adipositas zu entsprechen.