7/12  Sich auf die Waage wagen

Kategorie: Allgemein    Von Heinrich von Grünigen um 17:51

Die Amerikaner wissen (fast) immer alles besser. So auch bei der Wiegerei. – Jahrelang haben wir trotz täglicher Neugier-Schübe versucht, nicht allzu fleissig unser Gewicht zu kontrollieren, frei nach dem fast biblischen Motto: „Wiegt euch nicht, auf dass ihr nicht als zu schwer befunden werdet!“ Und jetzt das.

Forscher der Universität Minnesota haben herausgefunden, dass übergewichtige Menschen mehr und leichter abnehmen, wenn sie täglich ihr Gewicht überprüfen. Die tägliche Kontrolle wirke sich positiv aus auf eine „ungewollte Gewichtszunahme“, wie die Zeitschrift „Annals of Behavioral Medecine“ berichtet. 3’000 adipöse und übergewichtige Erwachsene wurden in einer Langzeitstudie begleitet und gewogen bzw. bei ihrem individuellen Wiegen überwacht.

Eindeutiges Resultat: Häufigeres Wiegen hat einen grösseren Gewichtsverlust (oder eine geringere Zunahme) zur Folge. Die Erkenntnis daraus ist einfach. Wer sich täglich auf die Waage stellt, merkt früher, dass sein Gewicht aus dem Lot kommt und kann schon kleinere Abweichungen „nach oben“ wieder korrigieren. – Das führt in Amerika zur Empfehlung, bei Gewichtsreduktionsprogrammen täglich das Gewicht zu kontrollieren und zu protokollieren.

Was eBalance betrifft, bin ich froh, dass wir die Meldung jeweils nur einmal pro Woche machen müssen. Auch wenn ich jeden Morgen möglichst „leer“ auf die Waage steige und das aktuelle Tagesgewicht notiere, geht es doch niemanden etwas an, was ich mir am Vorabend noch angelacht habe… Aber meine persönliche Erfahrung gibt den US-Docs Recht.




6/12  Sami-Niggi-Näggi…

Kategorie: Allgemein    Von Heinrich von Grünigen um 23:27

Jetzt war er also da, der von mir schon vorausgeschmähte Klaus, hat sich durch alle Medien getobt, auf allen Radiokanälen und in allen Zeitungen sein Wesen getrieben, hat sich von seiner polternden, seiner sanften, seiner kindgerechten und seiner politicalcorrecten Seite gezeigt und hat seines Amtes gewaltet als vorübergehendes Kurzzeitgewissen, kombiniert mit seinem pädagogischen Instant-Wirken.

War es wirklich so schlimm mit dem Schlemmen? – Im Restaurant hat der Wirt zu Ehren des Klaustags eine Schale Erdnüsse aufgestellt und einige Mandarinen. Die sind weg, alle beide. Aber wir waren zu dritt und die andern haben auch ein-zwei Nüsslein genommen. Dann die kleinen Schöggeli – aber die sind wirklich so klein, dass es sich kaum lohnt, sie im Tagebuch zu erfassen und diesen Kalorienbruchteil zu berechnen.

Schliesslich – und das hat jetzt nichts mit dem heiligen Sankt Nikolaus zu tun – war ich heute zu Besuch in einer Backwarenfabrik im Bernbiet, konnte beim Warten auf den Lift durch einen Türspalt in die Werkhalle spähen, wo keimfrei verpackte Arbeiterinnen an Fliessbändern standen oder sassen, einzelne sah ich ab und zu ein Stück Backwerk in den Mund schieben und es fiel mir das Bibelwort ein vom Ochsen, dem man das Maul nicht verbinden solle, wenn er schon dreschen muss.

Ein humaner Betrieb, ging es mir durch den Kopf, und im Gespräch mit dem Patron stellte ich fest, dass er, der selber mit seinem Übergewicht zu kämpfen hat, sich die Frage stellt, wie er als Produzent von Lebens- und Genussmitteln, die ganz oben in der Ernährungspyramide stehen, etwas dazu beitragen könnte, damit die Menschen, die seine Produkte mögen, vernünftig damit umgehen. Er möchte sich etwas einfallen lassen und hat deshalb mit unserer Stiftung Kontakt aufgenommen. Er hat damit begonnen, dass er die Deklaration auf der Verpackung konsequent so komplett und verständlich wie möglich gestaltet. Das ist ein guter Anfang.

Und wir sind uns einig, dass es hier keine „Verbote“ geben soll. Aber wie der Nikolaus seine pädagogisch-aufklärerische Mission wahrnimmt, geht es auch hier darum, bewusst zu machen, dass man Gutes durchaus geniessen soll und darf… dass es dann aber von der Qualität her stimmen und „das Beste“ sein muss.




5/12  Und die Massnahmen?

Kategorie: Allgemein    Von Heinrich von Grünigen um 16:29

Medienkonferenz heute im Bundeshaus: Präsentation des fünften Ernährugnsberichts durch den Gesundheitsminister. Alle sieben Jahre wird eine Bestandesufnahme zur Ernährungs-Situation in der Schweiz erstellt und veröffentlicht.

Ein rundes Dutzend JournalistInnen und zugehöriges Medienpersonal haben sich sich im Sitzungszimmer 86 eingefunden und lauschen Pascal Coucepin, der mit launigen Worten den 1,375 Kilo schweren Bericht als „selber etwas übergewichtig“ vorstellt und eine kurze Einführung gibt. Die Qualität der Lebensmittel in der Schweiz ist hoch, die Auswahl gross, aber zu viele Leute essen zu viel und zu wenig ausgewogen. Das Phänomen Übergewicdht ist global, muss deshalb international koordiniert werden, soll aber auf freiwilligen Prinzipien beruhen. Der Staat will nicht in die Teller seiner Bürger hinein wirken, die Menschen müssen freiwillig entscheiden können, was sie essen und was nicht. Besondere Aufmerksamkeit gilt den Kindern, wobei es nicht um irgendeine Schuldzuweisung geht, aber die Problematik muss erkannt werden. – Und herzhaft beisst er in einen Apfel, der vor ihm liegt, die Apparate der Pressefotografen klicken und blitzen im Sturmgewitter: Ein gesundheitsbewusster Gesundheitsminister!

BAG-Direktor Zeltner bestätigt: „Das grösste Ernährungsproblem ist das wachsende Fettpolster.“ Der Bericht legt in acht Kapiteln und auf 1076 Seiten das ganze Spektrum der aktuellen Ernährungs-Situation im Lande dar, dem Thema Übergewicht im engeren Sinn sind 20 Seiten gewidmet. Diese enthalten eine Reihe von Empfehlungen und Vorschlägen, die wir von 10 Tagen hier schon kurz skizziert haben.

Meine Frage, ob der Bundesrat bereits konkrete Vorstellungen zum Zeitplan für deren Umsetzung oder zumindest Priorisierung habe, hat Pascal Couchepin elegant an BAG-Zeltner weitergereicht. Dieser ist einer Antwort ausgewichen. Es sei noch zu wenig wissenschaftlich abgesichert, welche der möglichen Massnahmen zum Erfolg führen könnten. Und überhaupt stünden zu wenig Mittel zur Verfügung, um auf breiter Basis eine Kampagne fahren zu können.

Wie um diesen Tatbestand drastisch zu illustrieren, wurde am Schluss der Medienkonferenz der Krebsliga Schweiz herzlich gedankt, welche im Rahmen ihrer Kampagne „5 am Tag“ das Obst gesponsort hatte, das im Vorraum zur Verfügung stand…




4/12  Lisa Plenske nimmt ab (3)

Kategorie: Allgemein    Von Heinrich von Grünigen um 21:12

Zum Glück gibts diesen running Gag: Wenn mir an einem stillen, leicht verregneten Vorweihnachts-Sonntag, an dem selbst die Presse kein geeignetes Stichwort liefern mag, wieder mal nichts einfällt, kann ich mich an die TV-Soap „Verliebt in Berlin“ von Sat.1 halten und an den aufmerksamen Blog-Leser, dem ich versprochen habe, ihn jeweils wieder upzudaten.

Seit dem letzten Eintrag sind drei Wochen vergangen – aber leider hat sich nichts zugetragen, was unter dem Aspekt der Ernährung und der Gewichtskontrolle wirklich von allgemeinem Interesse wäre. – Bekanntlich wollte Lisa Plenske eine Blitz-Quick-Diät machen, wobei eine missgünstige Kollegin ihr im Auftrag eines andern Gift ins Diätpulver gemischt hatte, was zu einem bösen Blackout mit Spitalaufenthalt führte, in dessen Folge zwar das Attentat aufflog, aber kein Schuldiger gefunden wurde.

Danach war es ruhig an der Diätfront und die Handlung hat sich vom Magen wieder in die Gegend der Herzen verlagert und ist intensiver um deren Irrungen und Wirrungen und das allgemeine Liebesleid gekreist. Lisa isst – so scheint es – wieder einigermassen „normal“ und ist dabei, sich einmal mehr von ihrem Traumprinzen David abzunabeln… was ihr auch eine Art von innerer Schönheit durch Selbstwertgefühl verleiht. Während die schwangere Yvonne darunter leidet, dass sie sich viel zu dick fühlt und meint, ihr Max möge sie nicht mehr, der Speckwülstlein wegen, die sie sich angefuttert hat…

Das Leben ist vertrackt und die Kalorienfallen sind überall aufgestellt. Aber wenn wir eine Botschaft zwischen den Zeilen des Drehbuchs herausfiltern können, dann ist es doch die: Mach dir keine Sorgen um ein paar Kilos, die wahre Schönheit liegt im Auge des Betrachters. (Der TV-Betrachter allerdings hofft, dass sich die Serienfabrikanten im Studio Babelsberg bald wieder etwas einfallen lassen, sonst wirds langsam langweilig. Ok, einen Cliffhanger haben wir: Am Samstag ist Yvonne die Treppe hinuntergefallen und im Moment, wo die Ambulanz gekommen ist, hat man noch nicht gewusst, ob sie das Baby behält. Am Montag weiss man mehr.)




3/12  Showtime in der Küche

Kategorie: Allgemein    Von Heinrich von Grünigen um 22:36

Nächste Woche ist Redaktionsschluss für unser vierteljährliches Mitglieder-Magazin „saps.ch“ und es geht darum, das Material für die verschiedenen Artikel zusammenzutragen.

Eine feste Rubrik stellt das kalorien- und fettbewusste Menü dar. Hauptthema der Januar-Ausgabe ist Übergewicht bei Kindern und Jugendlichen. Es versteht sich deshalb von selbst, dass auch die Menü-Seite unter dem Motto „Jugend“ stehen muss. Wie geht das? – Mit einem jungen Koch.

Gianni ist 17, im zweiten Lehrjahr als Koch-Stift im Hotel „Saluver“ in Celerina. Er zaubert uns heute Abend ein asiatisches „Light-Menü“ der Extraklasse: Kalbsplätzli in feine Streifen geschnitten, Rüebli, Peperoni, Zwiebeln, Knoblauch… nach Art des Chefs fein geschnipselt, sanft blanchiert, mit wenig Öl und etwas Soyasauce gekocht, Pfeffer dran, naturbelassen, dazu ein thailändischer Klebreis, und der ganze geschmackliche Reichtum Asiens duftet durch die Küche, ein Festschamus für Augen und Gaumen, bei minimaler Kalorienzahl.

Das Ganze nun noch im Bild festgehalten, der Teller, das Gedeck, der junge Koch, der mit einer Begeisterung und einer Überzeugung ans Werk geht, dass es eine Freude ist und man förmlich den goldenen Kochlöffel im Tornister verspürt: Das ist das Material, aus dem Starköche gemacht werden können.

Die Performance war überzeugend und perfekt. Nun muss es nur noch gelingen, Bild und Text und Rezept in eine lesbare Form zu bringen. Dann ist eine von acht Seiten schon im Kasten und das Menü (noch hat es keinen Namen) kann im Januar im SAPS-Magazin nachgelesen und -gekocht werden. Ein Hoch auf die junge Küche!




2/12  Der Advents-Fluch

Kategorie: Allgemein    Von Heinrich von Grünigen um 16:59

Gestern hat er begonnen und nächsten Dienstag trifft einer seiner Repräsentanten ein, mit weissem Rauschebart und rotem Mantel samt Esel (wenn es das Rentiergespann nicht schafft) und Schmutzli: Sankt Nikolaus alias Santa macht der Menschheit seine Aufwartung und lässt uns merken, dass die Adventszeit gekommen ist.

Und neben den vier Kerzen, die in vielen Büros, Wohnzimmern, Aufenthaltsräumen und öffentlichen Treffpunkten auf einem mehr oder weniger geschmacklos verzierten Kranze stehen, machen sich die Schüsseln, Schalen und Körbchen breit mit dem adventlichen Notvorrat für Seelen, die sich auf die Wanderung ins Weihnachtslicht begeben.

Erd- und Baumnüsse, Mandarinen, Lebkuchenmännchen, Datteln, Schokoladeherzchen und zuckergefüllte Schoggimäuse, Taler, Branchli, Züritirggel und kleine Grittibänzen… Die Pracht ist herrlich und wenn man bei Tische daneben sitzt und eigentlich nur den Espresso trinken möchte, dann zuckt die Hand diskret und ohne dass man es sofort bemerkt, hinüber zur Schale, schnappt sich ein Spanischnüssli oder ein Brunsli oder einen Zimtstern, knackt leise die Schale auf oder schiebt den Gegenstand der kulinarischen Begierde unauffällig in den Mund…

Adventszeit eben, beladen mit dem Fluch der immerdar verfügbaren Schleckereien, die uns zurückversetzen in die Epoche der unschuldigen Kindheit, als solches Naschwerk erstens noch nicht so universell vorhanden war und wir zweitens draussen im Schnee herumgetollt sind und uns so die zusätzlichen Kalorien wieder aus dem Leib gestrampelt haben.

Die Rechnung ist brutal: Eine einzelne Erdnuss hat 12 Kalorien und 1 Gramm Fett (eine gute Handvoll davon deckt den täglichen Fettbedarf!). Eine Baumnuss hat 37 Kalorien und 3 Gramm Fett, ein Schoko-Herzli bringt es auf 28 Kalorien und 2 Gramm Fett, eine Dattel auf 42 Kalorien und 10 Gramm Kohlehydrate. Der Grättimann (130 Gramm) trägt 469 Kalorien bei, mit 13 Gramm Fett und 75 Gramm Kohlehydraten…

Zu loben ist allein die Mandarine: Pro Stück hat sie lediglich 18 Kalorien und 0,08 Gramm Fett, mit 4 Gramm Kohlehydraten. – Es sei denn, man ist selber der Klaus und geht mit schwerem Sack und ebensolchen Schritten stundenlang durch den Wald. Dann kann man wieder einige Kalorien von der Tagesbilanz abziehen. Oh du Fröhliche…




1/12  Eine Frage des Gewichts?

Kategorie: Allgemein    Von Heinrich von Grünigen um 17:38

Eine Angst, die viele übergewichtige Menschen beschäftigt, oft im Unterbewussten, weil es für manche ein etwas anrüchiges Thema sein mag, ist die Ungewissheit, ob die WC-Schüssel, wenn man irgendwo zu Gast ist oder sich in einer etwas älteren sanitären Einrichtung aufhält, nicht mitsamt der menschlichen Überlast aus der Verankerung in der Wand bricht und splitternd unter dem entblössten Hintern auf den Boden knallt…

Wem das – wie mir – schon einmal wirklich passiert ist (die Erinnerung daran ist ein Mix aus Schreck, Schmerz und befreiendem Lachen, unterlegt mit kernigen Flüchen über den Pfusch der Amateur-Installateure, die viel zu kurze und zu kleine Dübel verwendet hatten), für den ist die Auskunft eines WC-Schüssel-Herstellers tröstlich, den ich heute im Auftrag eines ratsuchenden SAPS-Kunden konsultiert habe:

Die Schüsseln sind von allem Anfang an so produziert, dass sie eine Belastung von sage und schreibe 400 Kilo aushalten! – Die allfällige Schwachstelle ist also, wie meine Erfahrung gezeigt hat, die Stärke der Fixierung in der Wand. Dies ist tröstlich zu wissen und mag manchen erleichtern, der sich bis jetzt nur ganz vorsichtig auf die Klobrille niedergelassen hat, mit der einen Hand sich hinten an der Wand abstützend, die andere noch an der Türfalle (sofern diese in Griffnähe ist), aber auch hier heimgesucht von der diffusen Befürchtung, die Falle möchte unter der Last ausreissen und man könnte im Klosett gefangen bleiben, weil sich die Türe von innen nicht mehr öffnen lässt.

Ich bin froh über diese Information aus berufenem Keramik-Manufaktur-Munde. Wobei: Liegt es allein am Gewicht? Spielt nicht auch die schiere Grösse eine Rolle? In den neuen Intercity-Zügen gehe ich gerne in das Behinderten-WC, hier kann sich auch unsereiner ohne Verrenkung wieder anziehen und die Wasserknöpfe drücken… aber dort lauert ein anderes Problem, das der zielgenauen Präzision, wenn man sich vorkommt wie ein Astronaut in der Raumstation MIR, der den winzigen Blechnapf zu treffen versucht. Auf dass alles gut ablaufe.




30/11  Isst du dir Trost an?

Kategorie: Allgemein    Von Heinrich von Grünigen um 18:44

Sind Sie gestresst, deprimiert? Oder freuen Sie sich über einen Erfolg? – Und hat das einen Einfluss auf Ihr Essverhalten? Auch wenn Ihnen der Vorgang nicht bewusst sein sollte: Man nennt diese Art von Essen „Comfort Food„.

Forscherteams der Mc-Gill-University in Kanada und der Cornell-University in USA haben eine Online-Studie durchgeführt und die Resultate in der Zeitschrift „Physiology & Behaviour“ publiziert. Rund 300 Personen haben sich an der Umfrage beteiligt und das Resultat ist interessant: Männer und Frauen greifen in unterschiedlichen Situationen zu unterschiedlichem „Comfort Food“.

Frauen tun es, wenn es ihnen emotional nicht so gut geht, wenn sie deprimiert oder unter Stress sind, damit sie sich – auch wenn sie wegen der vielen Kalorien ein schlechtes Gewissen haben – vorübergehend wieder besser fühlen. Dabei greifen sie zu zucker- und fetthaltigen Schleckerein. – Während die Männer sich in der Regel mit salzigem „Comfort Food“ belohnen, wenn sie ein positives Erlebnis zu feiern haben. Die älteren Probanden beider Geschlechter haben angegeben, dass der Wunsch nach „Comfort Food“ bei ihnen zunehmend durch positive Gefühle geweckt werde.

Haben wir das nicht eigentlich schon gewusst? Der Hausfrauen-Frust-Griff in die Pralinéschachtel, wenn ihr die Decke wieder einmal auf den Kopf fällt… und der Chips-mampfende Macho vor der Glotze, wenn „seine“ Mannschaft ein Tor geschossen hat? – Schön, dass Clichés ab und zu durch die Forschung wissenschaftlich untermauert werden. Wer nicht zunehmen will, tut gut daran, auf eine ausgeglichene Gemütslage zu achten.




29/11  Wieviel kostet die Diät?

Kategorie: Allgemein    Von Heinrich von Grünigen um 16:58

Eine aparte Frage. Sie wurde uns am SAPS-Beratungstelefon gestellt von einer Anwaltskanzlei, die dabei ist, alle kostenrelevanten Faktoren zu erfassen, die bei einer Unterhaltszahlungs-Forderung geltend gemacht werden könnten.

Die Frage hat mich zuerst etwas ratlos gelassen. Wer eine „Diät“ macht, der isst im Grunde genommen weniger, sollte also etwas einsparen können. Gehörte jemand zu den „Big Eatern“ und hat er oder sie vorher Lebensmittel im grossen Stil vertilgt, so dürfte der Minderaufwand erheblich sein. Wir hatten früher bei der SAPS sogar ein Modell angedacht, nach dem wir aus einer speziellen Kasse bedürftigen Adipositas-Patienten die Kosten für einen chirurgischen Eingriff vorgestreckt hätten, in der Erwartung, dass dieser den Betrag später in Raten wieder zurückzahlen kann, weil sein Lebensunterhalt im Bereich Ernährung deutlich billiger geworden ist. (Aus Mangel an Finanz-Reserven ist aus diesem Plan bisher leider nichts geworden.)

Wenn man eine „Abmagerungskur“ in einer der bekannten Abspeck-Kliniken macht, dann gilt erfahrugnsgemäss der Kostensatz: Pro Kilo Gewichtsverlust etwa 1’000 Franken. Das ist ein stolzer Preis für eine gute Handvoll Fett! – In diesem Lichte besehen ist die Abonnementsgebühr für eBalance geradezu geschenkt: 10 Franken pro Monat. Bei Weight Watchers wirft man mehr auf; das Programm von ParaMediForm kostet CHF 250.– im Monat, ein individuell-persönliches Weight-Coaching ist für ca. 3’000 im halben Jahr zu haben.. Die Preise variieren je nach Angebot und werden auch durch die Nachfrage bestimmt. Für viele ist nichts Wert, was nichts kostet.

Ich habe dann die Frage der eBalance-Ernährungsberaterin Ruth Ellenberger unterbreitet. Sie schätzt die effektiven Mehrkosten für „gesunde“ Frischprodukte an Stelle von günstigerem Büchsen- oder Tiefkühl-Futter auf ca. CHF 1.20 pro Tag und Person. Auch das ist ein bescheidener Betrag, der einen für die verbesserte Lebensqualität nicht reuen dürfte, selbst wenn man ihn am Scheidungstermin allenfalls nicht in vollem Umfang einklagen kann.




28/11  Meeting mit einer Powerfrau

Kategorie: Allgemein    Von Heinrich von Grünigen um 17:55

Von Inge Schmideler habe ich erstmals im Januar gehört. Da traf ich an einem Gesundheitssymposium in St.Gallen den in Österreich praktizierenden Internisten, Stoffwechsel- und Adipositas-Spezialisten Dr. med. Babak Bahadori. Er hatte aufgrund langjähriger praktischer Erfahrung mit übergewichtigen Patientinnen und Patienten ein eigenes Konzept für eine „sanfte“ Gewichtsreduktion entwickelt, unter dem Motto „Die 7 Stufen zum Gleichgewicht“.

Wir konnten Dr. Bahandori gewinnen, an der Generalversammlung des SAPS-Trägervereins vom kommenden April sein Programm vorzustellen. Sein im Selbstverlag erschienenes Sachbuch bieten wir den Teilnehmern am monatlichen Wettbewerb auf unserer Website als Dezember-Preis an. – Heute hat mir Inge Schmideler die 10 Preis-Bücher von Basel nach Zürich gebracht und wir trafen uns im Bahnhof zu einer Tasse Kaffee und einem Schwatz.

Inge Schmideler lebt in Süddeutschland und arbeitet in Basel. Von Kind auf war sie – wie ihre an einer Lungenembolie und an Herzversagen verstorbene Zwillingsschwester – adipös und wog zuletzt über 150 Kilogramm. Vor drei Jahren lernte sie das Bahadori-Programm kennen und wandte es konsequent an, unter anderem auch im Bewusstsein, damit ihrer verstorbenen Schwester ein Denkmal zu setzen, denn diese wäre – hätte sie selber das Programm früher gekannt – womöglich noch am Leben.

Heute hat Inge Schmideler 70 Kilo Fett ab- und neue Muskelmasse aufgebaut. Als eine der Babak-Vorzeigepatientinnen ist sie ein Energiebündel und sprüht förmlich vor Lebenslust, wenn sie berichtet, wie sie sportlich aktiv ist, wie sie wieder ihre Garderobe von der Stange kaufen kann und endlich ein Bikini tragen mag. Und wie die Kolleginnen und der Chef im Betrieb sich mit ihr freuen über ihren sichtbaren Erfolg. – Eine Begegnung, die begeistert, die Neugierde weckt und Lust macht, dieses ungewöhnliche Programm „ohne Diätvorschriften, ohne Verbote“ kennen zu lernen. – Mehr dazu auf www.die7stufen.com oder über die Website der SAPS.